Nicht Babel, sondern die himmlische Stadt

Nicht Babel, sondern die himmlische Stadt
Pieter Bruegel der Ältere - Levels adjusted from File:Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_(Vienna)_-_Google_Art_Project.jpg, originally from Google Art Project.

29. Juni 2026 (EIRNS) – Der Krieg als Mittel der Konfliktlösung wird heute überflüssig gemacht durch thermonukleare Waffen wie auch neuartige nicht-nukleare Waffen. Doch diese Lektion geht an der wahnsinnigen „Epstein-Elite“ vorbei, die sich hartnäckig weigert, die richtigen Schlussfolgerungen aus ihrem verlorenen Krieg mit dem Iran zu ziehen. Das einzige Resultat dieses Debakels ist ein enormer Schaden für die Stabilität, Sicherheit und Wirtschaft der Welt. Wie kann der Weg der Welt zurück in die Vernunft aussehen?

Neben den „Zehn Prinzipien für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ von Helga Zepp-LaRouche bedenke man dazu den Aufruf von Papst Leo XIV. zu einer „Zivilisation der Liebe“ in seiner Enzyklika „Magnifica Humanitas“ („Die großartige Menschheit“). Am 3. Juli wird der Papst in Philadelphia anlässlich des 250. Jahrestags der Gründung der Vereinigten Staaten sprechen. Leo, der erste Amerikaner, der die Führung der 2000 Jahre alten katholischen Kirche übernommen hat, ist in einer ähnlichen Lage wie Präsident John F. Kennedy im Jahr 1960. Leo ist ein echter Augustiner, der sich die Mühe gemacht hat, Augustinus’ Schriften – insbesondere seine Bekenntnisse – zu lesen und zu verstehen, und er weiß, dass es keine Grundlage für eine Diskussion über die „Gerechtigkeit“ des Krieges gibt, ohne sich mit dem zu befassen, was der Papst den „Aufbau der Zivilisation der Liebe“ und Augustinus den „Gottesstaat“ nennt.

Das Denken, das in der Enzyklika zum Ausdruck kommt, ist das Ergebnis eines tieferen und umfassenderen Reflexionsprozesses. „Magnifica Humanitas“, veröffentlicht am 15. Mai, ging am 9. Februar eine Studie voraus: „Quo Vadis, Humanitas? Überlegungen zur christlichen Anthropologie angesichts bestimmter Szenarien für die Zukunft der Menschheit“. Die vom Papst autorisierte Studie wurde von der Internationalen Theologischen Kommission der katholischen Kirche herausgegeben (bisher gibt es noch keine deutsche Fassung). Sie ist das Ergebnis einer einjährigen Beschäftigung mit „Gaudium et Spes“ („Freude und Hoffnung“) von Papst Paul VI. aus dem Jahr 1965, auch bekannt als „Pastorale Erklärung über die Kirche in der modernen Welt“.

In der Einleitung dieses Dokuments der Kommission heißt es:

„Die jüngste Beschleunigung der technologischen Entwicklung und des wissenschaftlichen Fortschritts hat unser Staunen über das große Potenzial der Menschheit und unsere Wahrnehmung ihrer Größe wieder geweckt. Dennoch lässt die Bestürzung über die Zerbrechlichkeit der Menschheit nicht nach, die Tod und Krankheit unterworfen ist, wie die Covid-19-Pandemie gezeigt hat, ebenso wenig wie die Versuchung, sich mit dem scheinbar unvermeidlichen Übel von Kriegen und Konflikten, Ungleichheiten und Gleichgültigkeit abzufinden. So bleibt die Ambivalenz von Größe und Zerbrechlichkeit bestehen, und dies lässt sich nicht leugnen.

Wir müssen jeden Versuch vermeiden, diese Ambivalenz zu stark zu vereinfachen, indem wir uns für eine der beiden Seiten entscheiden: Wir dürfen natürliche Zerbrechlichkeit und Grenzen nicht ausblenden und dabei nur Größe und Stärke preisen, vielleicht indem wir uns blind auf die Ergebnisse technologischer Forschung und wissenschaftlicher Entdeckungen verlassen; aber wir dürfen uns auch nicht mit all den Grenzen und Schwächen des Lebens abfinden und dabei das Potenzial vergessen, das unserer intelligenten und spirituellen Natur innewohnt. Die jedem von uns anvertraute Aufgabe, unsere eigene Identität verantwortungsbewusst zu gestalten, verlangt von uns, nicht zu vereinfachen, was es bedeutet, Mensch zu sein.“

Der Papst bezieht sich in seiner Enzyklika auf die biblische Geschichte vom Turmbau zu Babel: „Kommt, lasst uns eine Stadt bauen und einen Turm, dessen Spitze bis in den Himmel reicht, damit wir uns einen Namen machen.“ So wie die törichten Erbauer des „stolzen Turms“ von Babel, die glaubten, sie könnten sogar das Reich Gottes im Himmel erreichen, wenn sie nur hoch genug bauen, so sprechen Dummköpfe im US-Außenministerium, im britischen Foreign Office und in der gesamten transatlantischen Welt teilweise ganz offen davon, in Südwestasien, Süd- und Mittelamerika oder Afrika „die glorreichen Tage des Kolonialismus zu erneuern“. Der neueste Fall ist ihr geplantes Kuba-Abenteuer.

Der brasilianische Präsident Lula ermahnte kürzlich die törichten G7-Staaten, mit dem Geschwätz über China aufzuhören und der Wahrheit ins Auge zu sehen: „Es hat keinen Sinn, hier an diesem Tisch zu sitzen und sich über China zu beschweren. Deutschland betrachtet China ausschließlich aus seiner eigenen Perspektive. Das Gleiche gilt für die Vereinigten Staaten und Frankreich. Wir müssen über diese individuelle Perspektive hinausgehen und globale Ungleichgewichte als Ganzes betrachten.“

Das zehnte von Zepp-LaRouches „Zehn Prinzipien für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ besagt: „Die Grundannahme des neuen Paradigmas ist, dass der Mensch grundsätzlich gut ist und fähig, die Kreativität seines Geistes und die Schönheit seiner Seele unendlich zu vervollkommnen, und dass er die am weitesten entwickelte geologische Kraft im Universum ist, was beweist, dass die Gesetzmäßigkeit des Geistes und die des physischen Universums in Übereinstimmung und Kohäsion stehen und dass alles Böse das Ergebnis eines Mangels an Entwicklung ist und daher überwunden werden kann.“

Das ist die Revolution, die die Menschheit braucht: den Sprung auf die höhere Ebene, von der aus alle Probleme lösbar sind, weil sie vom angemessenen Respekt vor der potenziellen Größe der Menschheit geprägt ist.


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Eskalation in der Straße von Hormus hält an
  • Israel: „Eure Waffen ruhen, unsere nicht“
  • Chinesischer Militärsprecher verurteilt Japans „Streben nach Atomwaffen“
  • Rekordzahl von Kriegsübungen im Pazifik
  • Russischer FSB bekennt sich zu Mord an ukrainischem Geheimdienst-Oberst
  • Sare: Amerikaner müssen mit großen Ideen kämpfen, nicht gegeneinander

ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM

  • Putin spricht vor dem Parteitag von „Einiges Russland“
  • Zahl der Opfer in Venezuela steigt, Rettungsarbeiten werden intensiviert

WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE

  • Neue organische Moleküle auf dem Mars entdeckt
  • Infektionen mit Licht bekämpfen

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