EIR-Krisenforum am 31. Juli

Die Kriegsfraktion verkündet im Pazifik ihre Weltherrschaft

Die Kriegsfraktion verkündet im Pazifik ihre Weltherrschaft
Verteidigungsminister Pete Hegseth spricht mit US-Soldaten an Bord des Lenkflugkörperkreuzers der Ticonderoga-Klasse USS Chosin (CG 65) in Panama City, Panama, 9. April 2025. Quelle: DOD-Foto von U.S. Air Force Senior Airman Madelyn Keech

Zwei hochrangige Beamte des US-Verteidigungsministeriums hielten sich diese Woche persönlich im östlichen bzw. westlichen Pazifik auf und erklärten, die Vereinigten Staaten seien die Führungsmacht der Welt, was entsprechend neue und sich ausweitende Bündnisse mit sich bringe.

Am 12. August hielt Verteidigungsminister („Kriegsminister“) Pete Hegseth in Panama eine Rede vor einer Versammlung der im vergangenen März unter Präsident Trump gegründeten Organisation „Shield of the Americas“, deren Zweck sich aus ihrem alternativen Namen „A3C“ ergibt: „Americas Counter-Cartels Coalition“. Diese Koalition soll in der westlichen Hemisphäre militärisch im Sinne der amerikanischen Ziele zusammenarbeiten, was, wie Hegseth betonte, zuweilen „tödlich“ sein werde. Er gab bekannt, dass sich auch Kolumbien, dessen Vertreter er in Panama traf, den derzeit 17 A3C-Mitgliedsstaaten angeschlossen habe. Der Kommandeur des US-Südkommandos, General Francis L. Donovan, nahm ebenfalls an dem A3C-Treffen vom 11. bis 12. August teil. Er inszenierte seinen Auftritt an Bord des Lenkwaffenzerstörers USS Gridley, während diese den Panamakanal durchfuhr. Vom US-Kongress, der eigentlich als Kontrollinstanz fungieren sollte, kommen vermehrt ebenfalls Kriegsrufe. Der Abgeordnete Carlos Gimenez aus Florida hatte beispielsweise am 9. August in den sozialen Medien das Foto des brasilianischen Präsidenten Lula über das des venezolanischen Präsidenten Maduro gelegt, als dieser von US-Streitkräften entführt wurde. Gimenez schrieb: „Was Ihnen bevorsteht…“

Auf den Philippinen hielt der US-Staatssekretär für (Kriegs-)Politik, Elbridge Colby, am 10. August in Manila einen langen Vortrag über die Vorherrschaft der Vereinigten Staaten. „Wir meinen, was wir sagen, und sagen, was wir meinen. Wir werden uns nicht in prahlerischen oder moralisierenden Reden ergehen. Wir werden weiterhin mit sanfter Stimme sprechen. Aber wir werden weiterhin den größten Stock der Welt schwingen. Wir werden unsere unvergleichliche und beeindruckende Stärke hier in dieser Schlüsselregion der Welt aufrechterhalten…“ Die USA würden auch in anderen Regionen ihre Vorherrschaft ausüben, beispielsweise durch einen neuen Kalten Krieg in Europa. Nach Manila reist Colby weiter nach Singapur, Indonesien, Thailand und Kambodscha.

Um den Wahnsinn und die Theatralik noch zu toppen, veröffentlichte das US-Außenministerium am 11. August ein YouTube-Video, in dem die „Trump-Version“ der Monroe-Doktrin herausgestellt wird. Der fünfminütige Pseudo-Dokumentarfilm behauptet, die ursprüngliche Monroe-Doktrin von 1823, die eigentlich darauf abzielte, räuberische Europäer aus Amerika fernzuhalten, werde nun unter Trump und der Kriegspartei in ihrer ganzen Pracht erfüllt werden, indem die Vereinigten Staaten die gesamte westliche Hemisphäre dominieren.

Dieser überdrehte Militarismus der Kriegspartei im asiatisch-pazifischen Raum kontrastiert mit zwei eklatanten Realitäten: Erstens zeigen die ungelösten Konflikte in und um die Ukraine sowie im Iran das strategische Versagen der Vereinigten Staaten und der transatlantischen Kriegsfraktion; und zweitens verschärft sich hinter der militaristischen Fassade die Lage der westlichen Volkswirtschaften zu einer immer größeren Katastrophe.

Wie reagiert Staatssekretär Elbridge Colby auf diese Realitäten? In seiner Rede in Manila kanzelte er Kritiker des US-Triumphalismus als bloße Werkzeuge der weltweiten „Kommentar-Szene“ ab. Andererseits ist er ein führender Verfechter der gefährlichen Auffassung, Atomwaffen sollten für Präsident Trump eine „rationale Option“ darstellen, wie Colby am 4. August auf dem jährlichen STRATCOM-Symposium zur Abschreckung erklärte.

Was wir derzeit beobachten, ist die Ausweitung der Geopolitik – insbesondere die Ausdehnung der NATO – auf den Pazifikraum. Eine Warnung davor sprach gestern Präsident Wladimir Putin während seines Besuchs im Nordpazifik aus. Er besuchte die Insel Iturup, die größte der Kurilen-Inseln, die zwischen Russland und Japan umstritten ist. In seinen deutlichen Warnungen wies er aber gleichzeitig auch auf die positiven Auswirkungen der multilateralen Zusammenarbeit hin, wie sie sich in der Region durch Indien, China und Russland zeige, etwa bei der Nutzung der Nordostpassage. Auch territoriale Streitigkeiten habe man bisher auf diplomatischem Wege beizulegen versucht – was zwischen Russland und Japan in Bezug auf die Kurilen-Inseln seit Jahren auf gutem Wege war, bis zu Japans jüngster, feindseliger geopolitischer Kehrtwende.

Die aktive Initiative jedes einzelnen Bürgers ist erforderlich, um die Wahrheit über das Weltgeschehen ans Licht zu bringen und Lösungen vorzuschlagen, die der gesamten Menschheit dienen. Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition, äußerte sich in ihrem wöchentlichen Live-Webdialog am 12. August entsprechend: „Wir erleben den Zusammenbruch der alten Ordnung und die Entstehung einer neuen Ordnung. Was wir noch nicht wissen, ist, ob es zum Dritten Weltkrieg kommen wird oder zu einem neuen Paradigma der friedlichen Zusammenarbeit der Nationen auf diesem Planeten. Und die Frage ist: Gibt es genügend Menschen, die sich mobilisieren, um tatsächlich eine Alternative auf den Tisch zu bringen? Denn in Zeiten wie diesen ist der subjektive Faktor entscheidend; denn er kann die Situation in die eine oder andere Richtung wenden. ”

Nehmen Sie am 4. September am internationalen EIR-Krisenforum mit dem Titel „Eine Alternative zu Krieg und Plünderung in den Amerikas“ teil und laden Sie andere dazu ein.

Und schließen Sie sich jeden Freitag dem wöchentlichen Treffen der Internationalen Friedenskoalition an, aus dem eine wichtige Initiative hervorgegangen ist: Der Brief an US-Erzbischof Wester, in dem Papst Leo XIV. dazu aufgefordert wird, eine weltweite Friedenskonferenz einzuberufen, um einen Atomkrieg zu verhindern.


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • US-Staatssekretär Colby: Die USA beherrschen die Welt mit dem „big stick“
  • Putin besucht die Kurilen-Inseln, Takaichi protestiert, Medwedew warnt Japan
  • US-Weltraumkommando plant den Einsatz von Waffen im Weltraum
  • Deutscher Journalist fragte Selenskij: Wie können wir Ihnen helfen, mehr Russen zu töten?

ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM

  • Rheinpegel sinkt, Krupp Stahl produziert weiter – aber wie lange noch?

NEUES PARADIGMA

  • Russische Kosmonauten senden Indien Glückwünsche zum Unabhängigkeitstag am 15. August

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