Londons Plan B: Hjalmar Schacht hoch 3
„Alles ist offen – alles ist äußerst ungewiss“ in der politischen Landschaft der USA, warnte das auf Insider-Informationen aus Washington spezialisierte Nachrichtenportal Axios am 25. Juni mit unverhohlener Besorgnis. In dem Artikel mit der Überschrift „Amerikas große politische Implosion“ werden die brisanten Probleme beleuchtet, mit denen das Establishment konfrontiert ist: „Beide Parteien werden von den Wählern gleichermaßen verachtet“, „ein generationsbedingter Einbruch der Unterstützung für Israel verändert beide Parteien grundlegend“ und „die populistischen Kräfte, die Trump geweckt hat, verschlingen das Establishment, angeheizt durch eine parteiübergreifende Mischung aus endlosen Kriegen, explodierenden Preisen und der Straffreiheit der Elite“.
Das Bild, das Axios zeichnet, ist weitestgehend zutreffend. „Alles ist offen“ bedeutet genau das: Alles steht auf dem Spiel, abhängig von den politischen Alternativen, die der amerikanischen Bevölkerung angeboten werden, und abhängig von den Entscheidungen, die an diesem 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung getroffen werden – in einer Welt, die auf eine katastrophale Wirtschaftskrise und einen möglichen Atomkrieg zusteuert.
In London, der Kommandozentrale des bankrotten transatlantischen Finanzsystems, wird derzeit fieberhaft die Umsetzung alternativer Optionen – von Plan B – vorangetrieben, für den Fall, dass die USA völlig außer Kontrolle geraten sollten. Im Mittelpunkt steht dabei die drastische Militarisierung des gesamten transatlantischen Wirtschaftssystems, um sich auf einen Krieg gegen Russland und China vorzubereiten. Um diese militärische Aufrüstung zu finanzieren und gleichzeitig die 2,4 Billiarden Dollar schwere spekulative Finanzblase am Leben zu erhalten, kündigte der britische Premierminister Mark Carney die umgehende Gründung einer neuen multilateralen Bank an, die von Spezialisten des Atlantic Council konzipiert wurde und ihren Sitz im kanadischen Commonwealth hat, um jährlich Finanzmittel in Höhe von etwa 1 Billion Dollar bereitzustellen – für den Krieg!
Carney nennt sie die „Bank für Verteidigung, Sicherheit und Resilienz“; ein ehrlicherer Name wäre jedoch die „Internationale Vernichtungsbank“.
Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts, erläuterte am 26. Juni auf der 160. wöchentlichen Sitzung der Internationalen Friedenskoalition, was dies bedeutet: „Genau das tat (Hitlers Zentralbankchef) Hjalmar Schacht mit den MEFO-Wechseln. Man schafft Geld aus dem Nichts, um eine Kriegsmaschinerie zu finanzieren, doch wenn diese Gelder dann fällig werden, steigt der Druck, die Situation tatsächlich durch Krieg zu lösen, und es wird zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.“
Außerdem würden diese 1 Billion Dollar pro Jahr, so Zepp-LaRouche, „eine Hyperinflation auslösen, und dies bedeutet den Todesstoß für das Finanzsystem, da diese Gelder nicht in die Realwirtschaft fließen; sie fließen in die Zerstörung realer Vermögenswerte, denn die Rüstungsproduktion ist kein Teil der realen produktiven Wirtschaft“, sondern reine Verschwendung.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte steht voll und ganz hinter diesem Vorhaben. „Wir befinden uns in den Anfängen einer industriellen Revolution im Verteidigungsbereich“, erklärte er am 25. Juni vor dem Atlantic Council. Auch Präsident Donald Trump hat die Botschaft verstanden und prahlte am 23. Juni gegenüber Reportern im Weißen Haus damit, dass er amerikanische Automobilhersteller dazu dränge, auf Rüstungsproduktion umzustellen. „Wir werden Waffen bauen… Wir befinden uns wirklich in einer großen, starken wirtschaftlichen Offensive, um Waffen zu produzieren, und einige der Automobilunternehmen … schließen gerade Verträge über den Bau von Raketen ab.“
Doch was wäre, wenn diese 1 Billion Dollar pro Jahr nicht in Zerstörung, sondern in Entwicklung fließen würden? Was wäre, wenn sich die USA den Ländern des Globalen Südens anschlössen, um in große Infrastrukturprojekte zu investieren, die sowohl der Norden als auch der Süden benötigen? Was wäre, wenn wir gemeinsam mit China daran arbeiteten, die Armut weltweit zu beseitigen? Was wäre, wenn wir die Herausforderung von Papst Leo XIV. annähmen, das Migrationsproblem zu lösen, indem wir den Menschen in ihren Heimatländern produktive Arbeitsplätze und einen würdigen Lebensstandard bieten?
Was wäre, wenn wir statt Carneys „Internationaler Vernichtungsbank“ den Vorschlag von Lyndon LaRouche umsetzten, eine Internationale Entwicklungsbank zu gründen, um nicht nur eine, sondern jedes Jahr Dutzende Billionen Dollar an gezielten Krediten für produktive wirtschaftliche Aktivitäten bereitzustellen?
Die City of London und die Wall Street würden zwar lautstark protestieren, aber was soll’s? Amerika hat schließlich 1776 Georg III. auch nicht um Erlaubnis gebeten, seine Unabhängigkeit erklären zu dürfen.
Inhalt
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Mark Carney schlägt neue Bank für Schachtsche Aufrüstung vor
- Rutte verspricht neue Rüstungsverträge in Milliardenhöhe
- Trump schließt sich den Europäern an und fordert, Pflugscharen in Schwerter zu verwandeln
- Rubio: „Es gab keine Einigung in Alaska“
ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM
- Handelskrieg zwischen den USA und der EU wegen EU-Umweltvorschriften?
- Axios: Das Establishment hat die Kontrolle über die US-Politik verloren
NEUES PARADIGMA
- Indien drängt die BRICS-Staaten, im Weltraum von Koordination zu „gemeinsamer Gestaltung“ überzugehen
- Umgekehrter Kolonialismus durch riesige nigerianische Ölraffinerie
- Kandidaten gegen den Völkermord gewinnen die Vorwahlen in New York mit großem Vorsprung