Die Welt am Scheideweg: Die Menschheit wieder menschlich machen
Zwar mag die Gefahr einer Eskalation in Südwestasien durch den fragilen Waffenstillstand im Iran leicht abnehmen, doch steht die Menschheit weiterhin am Rande des Abgrunds, wenn das aktuelle Paradigma der internationalen Beziehungen und des geopolitischen Denkens nicht bald geändert wird.
Bezeichnend dafür ist der Wahnsinn, der von den europäischen führenden Ländern ausgeht. Sie steuern auf einen neuen Krieg mit Russland zu und verteidigen mit aller Macht ihre zusammenbrechende Weltanschauung. So trafen sich Staats- und Regierungschefs aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Polen und Italien, um über Russland zu schwadronieren und ihr Bekenntnis zu bekräftigen, „die Abschreckungs- und Verteidigungshaltung des Bündnisses [der NATO] zu stärken“. Durch angebliche Erfolge der Ukraine bei der Terrorisierung russischer Bürger durch Drohnenschwärme motiviert, suchen die Europäer nach neuen Wegen, ihr Engagement zu eskalieren und die sich zurückhaltenden Vereinigten Staaten wieder ins Boot zu holen. In einer Reihe neuer, absichtlich provokativer Schritte haben sowohl Frankreich als auch Großbritannien in den vergangenen zwei Wochen angebliche russische Öltanker beschlagnahmt, obwohl diese sich in internationalen Gewässern befanden. Es gibt sogar Berichte, dass Großbritannien plant, das Öl auf dem beschlagnahmten Schiff zu verkaufen und die Erlöse der Ukraine zu überlassen.
Währenddessen kannibalisieren die Militärhaushalte im gesamten Westen weiterhin wertvolle Produktionskapazitäten und füttern eine neue, tödliche Spekulationsblase. Der Volkswagen-Konzern hat sein produktivstes Motorenwerk, Everllence, an die Private-Equity-Firma Bain Capital verkauft. Wird dies genutzt, um die massive Aufrüstungswelle anzutreiben, die im gesamten Westen zu beobachten ist, wie es bereits in anderen Industrien der Fall war? Das Weiße Haus hat zudem weitere 87 Milliarden Dollar für den Krieg gegen den Iran beantragt, obwohl das Kriegsvollmachten-Gesetz (War Powers Act) in beiden Kammern des Kongresses beinahe verabschiedet wurde. Und das alles, während unzählige Geldsummen in neue, erschreckende inländische Überwachungsprogramme gepumpt werden, die von Unternehmen wie Palantir betrieben werden und die gesetzlichen Rechte ausradieren, die die Bürger traditionell geschützt haben.
Die Wahl, vor der die Welt steht, wird für alle zunehmend klarer. Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow es am 23. Juni bei einem Treffen mit Botschaftern und Diplomaten aus der ganzen Welt ausdrückte: „Die USA, Großbritannien und Europa streben nach totaler globaler Dominanz, damit niemand sie daran hindern kann, weiterhin Ressourcen auf der ganzen Welt zu extrahieren und auf Kosten anderer zu leben.“ Ob sich die Welt dem unterwerfen wird oder den „objektiven historischen Prozess der Formierung einer gerechten multipolaren Weltordnung“ anerkennen wird, ist, wie er anmerkte, „etwas, von dem ohne Übertreibung die Zukunft der Weltordnung abhängt“.
Die tragischen Erdbeben, die Venezuela erschütterten, veranschaulichen diesen Punkt auf eindrucksvolle Weise. Während eine massive Such- und Rettungsaktion im Gange ist, werden noch viele vermisst. Doch obwohl es sich zweifellos um eine schreckliche Naturkatastrophe handelt, dürfen die vom Menschen verursachten Aspekte dieser Tragödie nicht ignoriert werden. Jahrzehnte harter US-Sanktionen haben Venezuela absichtlich in einem Zustand der Unterentwicklung gehalten. Ohne diese Sanktionen hätte das Land eine viel bessere Chance gehabt, eine solche Katastrophe zu überstehen.
Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob es an wissenschaftlicher Erkenntnis über diese Phänomene mangelt und ob diese früher hätten entdeckt oder vorhergesagt werden können. Innerhalb von 24 Stunden nach den Beben in Venezuela ereigneten sich Beben der Stärke 7,2 in Japan, der Stärke 5,6 in Nordkalifornien und der Stärke 5,4 in Papua-Neuguinea – die alle am berühmten Pazifischen Feuerring liegen. Läuft hier ein größerer Prozess ab, den die Menschheit noch nicht kennt? Hätte sie mehr kreativen Energien darauf verwendet, diese Prozesse zu verstehen, anstatt Bomben und Kampfflugzeuge zu bauen, hätten wir vielleicht mehr verlorene Leben in Venezuela retten können.
Diese Fragen verdienen es, in einem Moment gestellt zu werden, in dem die Menschheit eindeutig mit einer moralischen und Identitätskrise konfrontiert ist, wie sie sich in der aktuellen politischen Krise so deutlich manifestiert. Es ist jedoch eine durchaus machbare Aufgabe, und angesichts des Ausmaßes der aktuellen Transformation könnte die Zeit dafür kaum reifer sein. Wie Helga Zepp-LaRouche in ihrem wöchentlichen Webcast am 24. Juni abschließend sagte: „Wir müssen eine globale Bewegung von Weltbürgern aufbauen, die sich für Entwicklung als neuen Namen für Frieden einsetzen. Ich vertraue keiner anderen demokratischen Kombination, um dieses Problem zu lösen, denn ich denke, wir brauchen bessere Menschen. Die Menschen müssen sich erheben und wieder menschlicher werden. Sie dürfen keine Strukturen der Sünde mehr tolerieren. Und das kann nur durch eine internationale Bewegung von Weltbürgern erreicht werden. Machen Sie mit!“
Schalten Sie sich in das Treffen der Internationalen Friedenskoalition ein, das am heutigen Freitag um 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnt.
Inhalt
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Großbritannien und Frankreich drohen mit Krieg und eskalieren die Kaperung von Schiffen mit russischem Öl
- Lawrow: Europa fordert Russlands Kapitulation, während die USA ihre Rolle als objektiver Vermittler aufgeben könnten
- Der E5-Gipfel in Berlin verspricht „verstärkte Abschreckung“ gegen Russland und bringt die Ukraine näher an die NATO
- USA und Iran uneinig über die Straße von Hormus
ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM
- Zwei schwere Erdbeben verwüsten Venezuela – starke internationale Reaktionen
- Volkswagen-Tochter für 7,8 Milliarden Dollar an Bain Capital verkauft
USA UND KANADA
- Zweite Abstimmung über Kriegsvollmachten-Gesetz im Senat scheitert, nachdem Trump Senatoren zum Einlenken zwingt