Wann wird die Welt Gewalt ablehnen und zu ihrer vollen Menschlichkeit finden?
Gestern, am 28. Mai, war der letzte Tag einer zweitägigen UN-Sitzung unter dem Vorsitz des chinesischen Außenministers Wang Yi zum Thema „Wahrung der Ziele und Grundsätze der UN-Charta und Stärkung des UN-zentrierten internationalen Systems“. Wie Wang zu Beginn erklärte, bedeuten die vielfältigen Krisen und Konflikte in der heutigen Welt nicht, dass die UN-Charta überholt sei, sondern vielmehr müsse sie gestärkt werden.
Für die Mehrheit der Staats- und Regierungschefs weltweit ist es ganz offensichtlich, dass in der Außenpolitik mit zweierlei Maß gemessen wird: NATO-Mitgliedstaaten und Israel scheinen die eklatantesten Verstöße gegen das Völkerrecht und die Menschenwürde ungestraft begehen zu können, während weniger mächtige Länder mit Sanktionen belegt und militärisch bedrängt werden, wenn sie sich nicht an die Parteilinie halten.
Es gibt zahlreiche Beispiele für diese eklatante Diskrepanz, vom israelischen Völkermord am palästinensischen Volk und den jüngsten israelischen Angriffen auf Dutzende von Städten und Ortschaften im Libanon bis hin zum unprovozierten, illegalen Angriffskrieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran, aber auch die britische Bewaffnung und Steuerung ukrainischer Angriffe auf eine russische Schule im Donbass. Keine dieser Verstöße gegen das Völkerrecht wurde in den westlichen Mainstream-Medien als solche behandelt.
Innerhalb der Vereinigten Staaten breitet sich eine abscheuliche Kultur der Gewalt und des Zwangs aus. KI-generierte Bots in den sozialen Medien bejubeln ICE-Beamte, die vor Haftanstalten, in denen die Gefangenen keine angemessene Verpflegung oder medizinische Versorgung erhalten, auf Demonstranten schießen und diese mit Elektroschockern attackieren. Naive Amerikaner, die glauben, diese Bots würden die Meinungen ihrer Nachbarn widerspiegeln, stimmen ebenfalls ein und begrüßen das gewaltsame Vorgehen der Stärkeren gegen die Schwächeren.
Der Präsident der Vereinigten Staaten, der offensichtlich unter altersbedingtem geistigen Verfall leidet, will anlässlich seines 80. Geburtstags am 14. Juni – der in diesem Jahr, dem 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, zufällig auch der Gedenktag der US-Flagge ist – einen Wrestling-Kampf auf dem Rasen des Weißen Hauses veranstalten.
Der unmenschliche israelische Ministerpräsident Bibi Netanjahu wiederholt gerne die Vorstellung, Jesus Christus werde in der Geschichte gegenüber Dschingis Khan nicht bevorzugt. Doch tatsächlich irrt er sich, wie jeder große Dichter und Geschichtsstudent weiß.
In seiner Abhandlung “Über das Erhabene“ spricht Friedrich Schiller, der deutsche Dichter der Freiheit, das Paradoxon an: Wenn der Mensch ein Wesen mit freiem Willen ist, doch jeder Mensch sterben muss, wie kommt es dann, dass der Tod den „Begriff des Menschen“ nicht aufhebt?
Schiller löst dieses Paradoxon so auf: „Entweder realistisch, wenn der Mensch der Gewalt Gewalt entgegensetzt, wenn er als Natur die Natur beherrschet; oder idealistisch, wenn er aus der Natur heraus tritt und so, in Rücksicht auf sich, den Begriff der Gewalt vernichtet.“
Sokrates beschrieb diesen Seinszustand im letzten Gespräch mit seinen Freunden, bevor er den Schierlingsbecher trank, der sein Leben beendete; doch der Einfluss und das Werk des Sokrates haben sich über Jahrtausende hinweg bewahrt. Auch Martin Luther King hatte ein Verständnis davon, als er am 3. April 1968 in Memphis, Tennessee, seine letzte Predigt hielt, in der er in sein eigenes Nacherleben Christi in Gethsemane ausdrückte.
Wer glaubt, dass „Macht vor Recht geht“, hat bereits seine Unkenntnis der Prinzipien der Schöpfung des Universums und der Beziehung der Menschheit zu diesem wunderbaren Prozess der fortwährenden Entwicklung unter Beweis gestellt. Da diese Menschen unwissend sind, werden sie mit ihrem perversen Wunsch, den Fortschritt der Menschheit zu unterdrücken, niemals Erfolg haben. Die Gefahr besteht jedoch in der Zerstörung, die sie bei ihren verzweifelten Versuchen, den Naturgesetze zu trotzen, auslösen werden.
Mitstreiter des genialen Denkers Lyndon LaRouche sind auf beiden Seiten des Atlantiks und weltweit tätig, um die Menschheit in ein neues Paradigma zu führen, in dem sich die Staatsführer an die Prinzipien des Naturrechts halten. Dies wird zweifellos ein Schwerpunkt der Konferenz des europäischen Schiller-Instituts an diesem Wochenende sein, und ist das Leitprinzip der US-Wahlkampagnen der LaRouche-Kandidaten Diane Sare und Jose Vega.
Inhalt
NEUES PARADIGMA
- Putin unterzeichnet in Kasachstan wichtige Abkommen
- Celso Amorim aus Brasilien: „Frieden ist der neue Name für Entwicklung“
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Russlands Geheimdienstchef Naryschkin: Ein weltweiter Krieg hat möglicherweise „bereits begonnen“
- Tag 2 im UN-Sicherheitsrat: „Wir dürfen den Einsatz von Gewalt nicht normalisieren“
- Israel nimmt Tyros im Libanon ins Visier
- Wilde Spekulationen über Trumps Kriegspläne gegen Kuba
LAROUCHE-BEWEGUNG
- „Nicht wüten, sondern nachdenken!“ – LaRouche-Kandidatin Sare bei einer Antikriegskundgebung
ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM
- Reiches konstruktive Sicht von China versetzt Geopolitiker in Rage