Oase statt Sintflut!

Oase statt Sintflut!
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Bevor die Welt in einen Strudel des totalen Krieges gerät, der vielleicht die gesamte Zivilisation vernichtet, muss ein neuer Weg eingeschlagen werden. Morgen, am 26. Mai, veranstalten die Vereinten Nationen auf Veranlassung Chinas als amtierendem Vorsitzenden des Sicherheitsrats die Sitzung „Wahrung der Ziele und Grundsätze der UN-Charta und Stärkung des auf die UNO ausgerichteten internationalen Systems“. Seit letzter Woche verbreiten wir dazu den Vorschlag „An die Regierungen der Vereinten Nationen: Eine Politik für Frieden und Entwicklung in Südwestasien“.

Dieser Vorschlag enthält Ergebnisse des EIR-Krisenforums vom 15. Mai, „Der Iran-Krieg und der ‚kontrollierte Zerfall‘ der Weltwirtschaft“. Teilnehmer waren die Gründerin des Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche; der ehemalige türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu; der iranische Botschafter in Mexiko Abolfazl Pasandideh; und der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für Palästina Richard Falk. Professor Davutoğlu legte dort einen Vier-Punkte-Vorschlag zur Förderung des Friedens in Südwestasien vor, und Zepp-LaRouche schlug vor, dies mit einem „Erweiterten Oasenplan“ zu kombinieren – einem Programm für Entwicklungskorridore in ganz Südwestasien und zur Umkehrung der Wüstenbildung nach dem Vorbild der erfolgreichen Transformation der nordwestlichen Wüste in der chinesischen Provinz Xinjiang.

Wie dringend solche Lösungen für die Welt sind, zeigen die Ereignisse des Wochenendes, wenn man sie unter dem Gesichtspunkt der existentiellen Bedrohung betrachtet. Das russische Verteidigungsministeriums erklärte, dass am 24. Mai bei dem Vergeltungsschlag für den Drohnenangriff der NATO und der Ukraine auf die Berufsschule in Starobelsk in Lugansk Oreschnik-Raketen zum Einsatz kamen. Abgesehen von den Schäden in der Ukraine, die in den nächsten Stunden und Tagen gemeldet werden, ist wichtig zu bedenken, dass die Oreschnik eine atomwaffenfähige Rakete ist. Im NATO-Arsenal gibt es keine Abwehr gegen sie, und kein Mensch mit offenen Augen und Ohren wird ignorieren, dass sie auch „nicht-konventionell“ eingesetzt werden kann.

Aber was ist mit den Blinden, Tauben und unheilbar Dummen, wie dem amerikanischen „Lego-Kriegsminister“ Hegseth? Die „Epstein-Klasse“ ist unfähig zu begreifen, dass ihre verschiedenen vermeintlich „erfolgreichen Unternehmungen“ der letzten acht Jahrzehnte in den Bereichen Finanzen, „Technokratie“ und ganz besonders der Geopolitik eine gesellschaftliche Kultur hervorgebracht haben, die moralisch nicht mehr überlebensfähig ist. Deshalb erkennt sie auch nicht die eindeutige, akute Gefahr ihrer eigenen, vielleicht unmittelbar bevorstehenden thermonuklearen Auslöschung.

Die Wurzeln dieses Verfalls reichen tiefer. Schon 1994 stellte der Staatsmann und Ökonom Lyndon LaRouche fest: „Spätestens seit 1905 ist das Gesamtbild dieses Jahrhunderts, trotz einiger Fortschritte, darunter sogar bewundernswerter, von einem globalen Verfall der Zivilisation durch zwei verheerende Weltkriege geprägt. In der Zeit seit der Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy kam es zu einem noch schlimmeren, derzeit andauernden Zusammenbruch, hin zu einem neo-malthusianischen ‚neuen dunklen Zeitalter‘, hin zu einer ‚postindustriellen Utopie der New-Age-Bewegung‘.“

Man vergleiche dazu etwa den Fortschritt in den Vereinigten Staaten in den 63 Jahren vor Kennedys Ermordung, von 1900 bis 1963, mit den 63 Jahren, die seitdem vergangen sind – die Fortschritte oder Rückschritte in Bezug auf Lebenserwartung, materiellen Lebensstandard, Produktivität in Bergbau, Industrie und Landwirtschaft, Familiengründungen, innergesellschaftlichen Fortschritt, weltweites Ansehen und grundlegende Forschung. Amerika braucht seinen eigenen „Oasenplan“.

In Europa sieht es nicht besser aus. Wie sind die Geburtenraten? Ist der verbreitete Aufschrei, etwa in Großbritannien, über das angebliche „Verschwinden der westlichen Zivilisation“ durch eine „Invasion des Islam“ – von den offensichtlichen rassistischen Untertönen einmal abgesehen – nur ein Deckmantel für einen Hass auf die Menschheit, wie ihn König Charles und der Club of Rome seit 60 Jahren mit Kampagnen für ein negatives Bevölkerungswachstum betreiben? Aus demografischer Sicht – ob eine Gesellschaft eine Zukunft hat oder nicht, basierend auf dem Wachstum ihrer Bevölkerung und einer Verbesserung ihres Lebensstandards – sind fast alle NATO-Staaten gescheiterte Staaten. Die Tötung von Kindern, wie im Gazastreifen, bei dem ukrainischen Angriff in Lugansk, in dem „Krieg bis zum letzten Ukrainer“ und den Perversionen der „Epstein-Klasse“, sind Ausdruck dieser zugrunde liegenden Realität. Auch Europa braucht einen „Oasenplan“.

Einige drängen darauf, dass Russland alle militärischen Mittel einsetzt, um die Ukraine zu „enthaupten“, wie Israel es mit dem Iran versucht hat, oder mehr, „was ich tun würde, wenn ich an der Spitze Russlands stünde“. Diese Menschen sollten darüber nachdenken, warum sie gerade wegen solcher „vorschnellen Urteile“ keinesfalls qualifiziert wären, die Verantwortung für das mächtigste thermonukleare Arsenal der Welt zu tragen. Ein Staatsführer, der mit einem einzigen Fehler alles menschliche und andere Leben auslöschen könnte, muss die gesamte Menschheit im Blick haben. Er hat aber auch die Macht, den Einsatz fortschrittlicher Technologien zum Wiederaufbau der Erde zu fördern und die Menschheit in neue Welten voranzubringen. Zivilisation in der Führung ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.

Eine barbarische Gesellschaft, die thermonukleare Waffen besitzt, wird diese Waffen früher oder später einsetzen. Und die Idee, solche Entscheidungen Maschinen zu überlassen, würde erst recht das Ende der Menschheit bedeuten. Die Welt kann sich heute nur noch Gesellschaften leisten, die fähig sind, die Menschheit zu vereinen und das Denken und Fühlen aller Menschen darin zu schulen, dass das eigene Überleben nur dann gesichert ist, wenn wir zum Wohle des anderen handeln.

Die Internationale Friedenskoalition erreicht diese Woche einen Meilenstein, ihr 156. wöchentliches Treffen nach genau drei Jahren. Die „Diplomatie der Weltbürger“, die in diesen Treffen durch praktischen sokratischen Dialog geschmiedet wird, dient der Erziehung der nötigen Emotionen, um „Frieden durch Entwicklung“ voranzubringen – den einzigen sicheren Weg, unsere Nationen aus dem Strudel des totalen Krieges zu befreien.

Wie Martin Luther King einmal sagte: „Wir sind in einem unausweichlichen Netz der Gegenseitigkeit gefangen, verbunden in einem einzigen Gewand des Schicksals. Was einen direkt betrifft, betrifft alle indirekt.“ Die „Oase“ des Erweiterten Oasenplans, zu dessen Erörterung die Vereinten Nationen diese Woche von allen ermutigt werden sollten, ist die Quelle eines begründeten Optimismus. Entscheiden wir uns für das „Unpraktische“ – das Wohl des anderen.


Inhalt

NEUES PARADIGMA

  • China und Pakistan bereiten Phase 2 des CPEC-Projekts vor
  • Putin und Xi eröffnen die russisch-chinesischen Bildungsjahre mit langfristiger Perspektive
  • Neue ungarische Regierung verhängt erneut Einfuhrverbot für ukrainische Lebensmittel
  • Russische Weizenexporte nach Afrika stiegen 2025 sprunghaft an

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Russland schlägt hart zurück
  • NPT-Überprüfungskonferenz endet ohne Konsensdokument
  • Deutscher Militäranalyst: „Die NATO weiß, dass die Osterweiterung die roteste aller roten Linien ist“
  • Tschechischer Präsident fordert die NATO auf, Russland „die Zähne zu zeigen“

ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM

  • Ebola-Virus breitet sich weiter aus; Zahl der Todesopfer steigt rapide

WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE

  • China-ESA-Raumsonde soll Erdmagnetfeld erforschen

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