Mit den „Stimmen der Vernunft“ eine Eskalation zum Atomkrieg verhindern

Mit den „Stimmen der Vernunft“ eine Eskalation zum Atomkrieg verhindern
Der US-Angriff störte die Wasserversorgung von 30 Dörfern im Süden des Iran. Quelle: CC/Tasnim Nachrichtenagentur

Heute haben die Außenminister der elf Mitgliedstaaten der Vereinigung Südostasiatischer Staaten (ASEAN), die insgesamt 690 Millionen Menschen vertreten, eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der sie ein Ende der Kriegshandlungen in Südwestasien fordern. Zu Beginn ihres dreitägigen Treffens in Manila kamen sie zu einer nichtöffentlichen Sitzung zusammen und veröffentlichten anschließend umgehend ihre acht Punkte umfassende Erklärung „Zur sich entwickelnden Lage im Nahen Osten“. Sie verweisen darin auf die zerstörerischen Auswirkungen des Krieges und erklärten: „Wir bekräftigen ferner die Verpflichtung aller Staaten, ihre Differenzen mit friedlichen Mitteln beizulegen und die Souveränität sowie die territoriale Integrität aller Nationen zu achten… im Einklang mit dem Völkerrecht, einschließlich des humanitären Völkerrechts, der Charta der Vereinten Nationen und der einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.“

Südostasien war im März – zusammen mit vielen Regionen in Afrika – als erstes und am stärksten von den wirtschaftlichen Schocks im Zuge der Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus betroffen. Die potenziellen Auswirkungen sind nun noch tiefgreifender und weitreichender, nicht nur angesichts der erneuten Blockade der Straße von Hormus, sondern auch angesichts der drohenden Blockade der Straße von Bab el-Mandeb, der faktischen Sperrung der Schifffahrtsrouten im Schwarzen Meer, der Turbulenzen auf der Ostseeroute für russische Öl- und Getreideexporte sowie der Zerstörung der landgebundenen eurasischen Energie- und Verkehrsinfrastruktur.

Darüber hinaus besteht jedoch die Realität, dass mit der Fortsetzung der Kriegshandlungen – der zehnten Runde amerikanischer Angriffe auf den Iran am Dienstag – die Gefahr eines Weltkriegs oder gar eines nuklearen Schlagabtausch und die Vernichtung der Zivilisation weiter wächst. Dennoch erklärte Präsident Trump heute im Weißen Haus, wo er sich mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun traf: „Wir sind [mit dem Iran] noch lange nicht fertig“.

Auf die Gefahr eines Atomkriegs verweist auch ein aktueller geopolitischer Artikel aus London – dem historischen Zentrum des Imperiums. Der am 10. Juli vom Royal United Services Institute (RUSI), dem Verteidigungs-Thinktank der britischen Monarchie, veröffentlichte Artikel trägt die Überschrift „Der nächste globale Schock könnte unendlich schlimmer sein“. Darin wird ganz unbekümmert über das Szenario diskutiert, dass jemand aus den Reihen der „weniger verantwortungsbewussten Staats- und Regierungschefs“ auf den Einsatz von Atomwaffen zurückgreifen könnte, und man täte gut daran, die „Vorstellungskraft“ aufzubringen, tatsächlich damit zu rechnen. Der Autor Tim Willasey-Wilsey, Senior Associate Fellow am RUSI, stellt dies nicht dar, um eine solch katastrophale Möglichkeit zu verhindern; er stellt sie als reale Eventualität dar, als Unvermeidbarkeit, die der „nächste globale Schock sein wird, der mit Pearl Harbor und dem 11. September vergleichbar ist“.

Diese Sichtweise mag extrem erscheinen, doch sie ist bezeichnend für das Denken der Kriegsfraktion im kollektiven Westen, so zersplittert diese auch sein mag, denn sie ist ebenso inkompetent wie unmoralisch.

Man betrachte nur die derzeitigen hektischen Aktivitäten von Präsident Donald Trump. Als Oberbefehlshaber erteilt er nicht nur Befehle, den Iran weiterhin anzugreifen, er verhängt auch immer wieder wilde Anordnungen zu Zöllen, zur Eindämmung der Lebensmittelinflation in den USA und zu anderen Themen.

Unterdessen ist in der US-Wirtschaft nach wie vor sehr viel nicht „Made in America“. Beispielsweise wird nicht einmal die tägliche Nahrungsmittelversorgung in den Vereinigten Staaten im eigenen Land produziert. Die USA sind bei vielen Grundnahrungsmitteln ein Nettoimporteur von Lebensmitteln, sowohl gemessen am Geldwert als auch am absoluten Volumen. Unabhängige Familienbetriebe werden durch eben jenen militärisch-agroindustriell-finanziellen Komplex aus dem Geschäft gedrängt, der die Kriege am Laufen hält.

Es ist unabdingbar, gegen diese unmittelbare Bedrohung aufzustehen, zu demonstrieren und auf jede erdenkliche Weise aktiv zu werden. Dies ist nicht nur die besondere Verantwortung der Amerikaner, es ist die Pflicht aller Menschen, überall, Maßnahmen zu ergreifen, um die westliche Kriegsfraktion zu stoppen und die Welt in Richtung einer neuen Architektur für Entwicklung, Sicherheit und Frieden zu führen.

Angesichts der Kriegseskalation, des wirtschaftlichen Zusammenbruchs und der nuklearen Bedrohung steht unsere Existenz selbst auf dem Spiel. Diese Perspektive wird am 31. Juli bei einem von diesem Nachrichtendienst und der Internationalen Friedenskoalition gemeinsam veranstalteten Dringlichkeits-Rundtisch in allen Aspekten erörtert: „Die Einwanderungskrise durch Entwicklung lösen; Was Sie über die strategische Bedeutung der Enzyklika von Papst Leo wissen müssen.“


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Weitere US-Flugzeuge in Südwestasien konzentriert
  • Trump zum Iran: „Wir sind noch lange nicht fertig“
  • Israel will, dass der „Pickaxe Mountain“ im Iran bombardiert wird
  • Thinktank der britischen Monarchie spricht von Atomkrieg als „nächstem 11. September“
  • Peskow: Keine Anzeichen dafür, dass Europa eine Wiederaufnahme des Dialogs will

NEUES PARADIGMA

  • ASEAN-Außenminister fordern ein Ende der Kriegshandlungen in Südwestasien
  • ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM
  • Deutschland: Neues Geldwäschegesetz zielt auf „politisch exponierte Persönlichkeiten“
  • Noch größere Verluste für US-Landwirte im Jahr 2027 prognostiziert

GESCHICHTE UND KULTUR

  • Jeffrey Sachs: Brzezinski schuld am Desaster der amerikanischen Vorherrschaft

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