Eine Welt und zwei Systeme

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Eine Welt und zwei Systeme
Die Vereinigten Staaten gehen für das falsche System in ihrem imperialen Abkommen für Grönland. Quelle: CC/Silvan Leinss

Der natürlichste Zustand des Menschen ist der des Genies: ein grundlegender kreativer Zustand, der mit der Entdeckung wahrer universeller Prinzipien sowie der Liebe zur Schönheit verbunden ist. Der Zustand des Krieges, ein geopolitisches System ohne diese menschliche Eigenschaft, wird nun von der Mehrheit der Menschheit auf der Weltbühne abgelehnt. Der Kontrast zwischen diesen beiden Zuständen unserer Spezies ist in dieser Woche auf der UN-Generalversammlung in New York deutlich zu beobachten.

Der brasilianische Präsident Lula da Silva brachte das Thema in seiner Rede am Dienstagmorgen klar auf den Punkt: „Die UNO versagt bei einer ihrer wichtigsten Aufgaben: die Menschheit von der Geißel des Krieges zu befreien.“ Auf die drängende Frage, für welche Art von System sich die Menschheit zur Selbstverwaltung entscheiden wird, sagte Lula: „Führen bedeutet, die Interessen der Nation mit denen der Menschheit in Einklang zu bringen… Die Generalversammlung… muss sich auf Themen konzentrieren, die für die Zukunft der Menschheit entscheidend sind. Wir sind aufgerufen, uns zwischen Multilateralismus und Unilateralismus, Demokratie und Extremismus, Souveränität und Unterordnung zu entscheiden.“

Als wenig überraschender, aber dennoch schockierender Gegenpol zu Lulas Rede erging sich Präsident Trump anschließend in einer 40-minütigen imperialen Tirade darüber, wie großartig die amerikanische Hegemonie sei und wie sehr er sich für den Frieden engagiere, einschließlich einer fantastischen Auflistung aller Kriege, die er angeblich beendet habe (wobei er jene, die er selbst begonnen hatte, praktischerweise ausließ). Zum Beispiel sagte er über die illegale Operation gegen Venezuela: „Es war ein Krieg, aber es ist vielleicht das größte Geschäft, das je abgeschlossen wurde. Dem Sieger gehört die Beute.“ Dem Iran drohte Trump mit einem ähnlichen „Deal“ und forderte alle Nationen auf, die USA in ihrem illegalen Krieg gegen den Iran zu unterstützen, wobei er drohte: „Ich muss eine Entscheidung treffen. Schicke ich sie in die Hölle, oder schließen wir einen Deal?“

US-Außenminister Marco Rubio, der Trump diese Woche nach New York begleitete, fügte dem seine eigene Logik zur Verteidigung dieses imperialen Gehabes hinzu. In einem Interview mit NBC auf die explodierenden Dieselpreise angesprochen, tat Rubio zunächst überrascht, meinte dann aber, dass die Preise tatsächlich doppelt so hoch wären, wenn die USA den Iran nicht angegriffen hätten, da der Iran dann über eine Atomwaffe verfügen würde. Derselbe Rubio brüstete sich später am Tag mit dem neuen „Deal“ um Grönland, mit dem sich die USA de facto die militärische und wirtschaftliche Kontrolle über Grönland verschaffen – als Vorbereitung auf die von der NATO geplanten Kriege gegen Russland und China.

Vor dem Hintergrund, dass die große Mehrheit der Nationen mittlerweile das neokoloniale System ablehnt, wird das imperiale Getöse immer mehr als das entlarvt, was es ist, und der zunehmend marode Zustand der westlichen Eliten liegt für alle offensichtlich zutage. Ein typisches Beispiel dafür sind die jüngsten Wahlen in Deutschland, bei denen die CDU von Bundeskanzler Merz es in einem Bundesland noch nicht einmal schaffte, die 5-Prozent-Hürde zu überspringen. Unter Hinweis auf diese Entwicklungen wird in einer Pressemitteilung des russischen Auslandsgeheimdienstes (SWR) auf das erneute EU-Vorhaben verwiesen, Russlands eingefrorenes Staatsvermögen an die Ukraine zu übergeben. Offenbar verspürten die europäischen Kriegstreiber nicht nur die Dringlichkeit, die Gelder zu stehlen, bevor sie abgewählt werden, aber dieses Vorgehen selbst sei kontraproduktiv: „Dieser Schritt würde die Fähigkeit der EU untergraben, die Stabilität ihres Finanzsystems aufrechtzuerhalten“, heißt es in der Erklärung. „Der Dieb wird also auf jeden Fall bestraft werden.“

Das Naturrecht, das sich im gesetzmäßigen Zusammenbruch der imperialen Strukturen zeigt, ist auch in dem neuen Paradigma spürbar, das sich unter den Nationen der „Globalen Mehrheit“ abzeichnet. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, hat einen offenen Brief an die Staatschefs und Delegationen der in dieser Woche stattfindenden UN-Generalversammlung gerichtet und sie darin aufgefordert, den Moment zu nutzen, um ein neues System zu etablieren:

„Diese UN-Vollversammlung ist der richtige Ort, um das Konzept einer ,Neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur’ auf die Tagesordnung zu setzen, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf diesem Planeten berücksichtigen muss,” schrieb Zepp-LaRouche. Hunderte Exemplare des Briefes wurden am Dienstag bei der Eröffnung der Sitzung vor der UNO und in ganz New York verteilt, wobei für die kommenden Tage noch weitere Aktivitäten und Interventionen geplant sind.

Die Frage dabei lautet: Welchen Weg werden die USA einschlagen? Die Gründungsprinzipien der USA und ihre Mission als Nation bildeten einmal den Keim für genau jenes postkoloniale neue Paradigma, das sich heute weltweit durchsetzt. Der chinesische Präsident Xi Jinping, dessen vier globale Initiativen den Rahmen für den Aufbau eines solchen neuen Paradigmas bilden, wird diesen Donnerstag nach Washington kommen, um sich mit Präsident Trump zu treffen. Die Frage, vor der die Welt steht, lautet: Können die USA die Fesseln des imperialen Systems abschütteln und sich gemeinsam mit der „Globalen Mehrheit“ dazu bekennen, dass Sicherheit, Entwicklung und Frieden eine Einheit bilden?


Inhalt

NEUES PARADIGMA

  • Lula vor der UN-Generalversammlung: Wandel heißt nicht, den Globalen Süden zu rekolonisieren!
  • Das vierte China-Afrika-Forum für Frieden und Sicherheit fand in Peking statt

ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM

  • Bei der UNO spielt Trump den Kaiser der Welt – mal wieder
  • EU hat erneut das russische Staatsvermögen im Visier
  • Lawrow: Westliche Eliten instrumentalisieren die Medien, um die unipolare Weltordnung aufrechtzuerhalten

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Rubio über das nun veröffentlichte „Abkommen“ über Grönland

DEUTSCHLAND

  • 175.000 deutsche Metallarbeiter gehen auf die Straße

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