Lehren aus der Hybris der Kolonialmächte
Wie die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, in einer Erklärung betont, ist die jüngste Demütigung Deutschlands bei den Vereinten Nationen mit dem Scheitern der Kandidatur für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat eine Chance für Deutschland wie für die anderen ehemaligen Kolonialmächte, sich mit einem Kurswechsel bei den Ländern des Globalen Südens zu rehabilitieren.
Zwar tat die Berliner Regierung dies, wie zu erwarten war, zunächst nicht, sondern versuchte Russland die Schuld zu geben und suchte andere Ausreden. Aber Geschichte ist Geschichte, und nun, da für den Globalen Süden das Ende von fünf Jahrhunderten imperialer Kolonialisierung naht, werden diese Länder völlig zu Recht Deutschland selbst die Schuld geben. Zepp-LaRouche schreibt dazu:
„Die faktisch bedingungslose Unterstützung des israelischen Vorgehens in Gaza, das den Internationalen Strafgerichtshof veranlasste, Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Netanjahu und den ehemaligen israelischen Verteidigungsminister Joaw Gallant auszustellen, hat dem Ansehen Deutschlands einen Schaden zugefügt, der so lange zunehmen wird, wie die Regierungen in Berlin bei ihrer Haltung bleiben.
Denn während die Verbrechen der Nationalsozialisten erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs der allgemeinen Bevölkerung voll bekannt und bewusst wurden, fanden und finden die Verbrechen Israels in Gaza und zunehmend auch im Westjordanland und Libanon im grellen Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit statt. Dass Deutschland auf Druck Israels selbst der Verlängerung des Mandats für das Palästinenserhilfswerk UNWRA im Dezember 2025 nicht zugestimmt hat und mit brutaler Repression gegen pro-palästinensische Proteste in Deutschland selbst vorgegangen ist, hat das Deutschland-Bild weiter verdunkelt.“
Die vollständige Erklärung finden Sie hier.
Dieselben Vorwürfe gelten natürlich auch für die Vereinigten Staaten, die trotz Präsident Trumps Großspurigkeit wegen ihrer Unterstützung für die Netanjahu-Regierung zunehmend international verachtet werden.
Bei einer Anhörung des Streitkräfte-Ausschusses im Repräsentantenhaus am 4. Juni stellte der demokratische Abgeordnete Ro Khanna aus Kalifornien seinen Antrag vor, Abschnitt 224 des neuen Verteidigungsbudgets, der den militärisch-industriellen Komplex der USA und Israels zu einer einzigen Kriegsmaschine verschmelzen würde, zu streichen.
Eine neue Umfrage von Pew Research hat ergeben, dass 60 % der Amerikaner Israels Vorgehen in Südwestasien ablehnen und nur 37 % es befürworten.
Khanna wies die arroganten Leugner im Ausschuss darauf hin, dass Netanjahu die neue Strategie persönlich in einem Brief an den Abgeordneten Marlin Stutzman vorgeschlagen hatte. Sogar Präsident Trump soll laut Quellen aus dem Weißen Haus Netanjahu vor einigen Tagen in einem Streit am Telefon gewarnt haben: „Was zum Teufel machst du da? Alle hassen dich!“
Aber mindestens ein Dutzend Ausschussmitglieder, Republikaner und Demokraten, sprachen sich nachdrücklich für Abschnitt 224 aus, und Khannas Änderungsantrag wurde abgelehnt.
Der US-Kongress wird dafür weltweit Spott und Verachtung ernten, nicht zuletzt von den arabischen Scheichtümern, die gerade feststellen müssen, dass ihre Investition in amerikanische Waffen und Stützpunkte eine komplette Fehlinvestition war. Und Trump soll gestern Abend wieder mit Netanjahu telefoniert haben, nachdem dieser erneut Beirut bombardiert hat, um ein weiteres Mal zu versuchen, auf den verrückten Ministerpräsidenten Einfluß zu nehmen.
Zepp-LaRouche schließt ihre Erklärung mit einem Aufruf an die Deutschen:
„Die Abstimmungsniederlage in der UN ist der überfällige Weckruf an Deutschland, sich endlich aus seinem bejammernswerten Zustand als Kolonie der Anglosphäre zu befreien – die ganze Welt lacht über unsere Nicht-Reaktion auf die von Biden angekündigte Sabotage der Nordstream-Pipelines – und sich dauerhaft auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen. Dies kann nur die Kooperation mit den Staaten der Globalen Mehrheit – das sind 85 Prozent der Menschheit – auf Augenhöhe, als gleichberechtigte Partner, bedeuten. Anstatt rassistische Chimären zu verbreiten, wie Joseph Borrells Fiktion vom europäischen Garten, der vom Dschungel umgeben sei, sollten wir Afrika, Asien und Lateinamerika dabei helfen, ebenfalls schöne Gärten zu schaffen. Dann könnten wir übrigens ganz nebenbei dafür sorgen, dass unsere Brücken rechtzeitig instand gesetzt werden, die Industrie wieder den Anschluss findet und unsere Schüler wieder etwas lernen.
Dann hätte, wenn auch unabsichtlich, Annalena Baerbock durch ihren erschlichenen Vorsitz bei der UN-Vollversammlung, durch den sie die Niederlage bei der Abstimmung verkünden musste, doch noch etwas Positives zur deutschen Politik beigetragen.“
Inhalt
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- New York Times berichtet über israelische Spionage gegen die USA
- Finnlands Präsident: Die EU muss mit Russland reden
- Drohnenangriffe der Ukraine auf St. Petersburg enthüllen den wahren Grund für Kriege
- Reaktionen auf Israels Angriff auf die libanesische Armee
- Libanesischer Armeechef in Pakistan
ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM
- Fed-Studie zeigt: „Stablecoins“ werden nicht für Zahlungen in der Wirtschaft genutzt
- Strompreise in den USA steigen
WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE
- Das Roman-Teleskop der NASA soll die Wissenschaft revolutionieren
- Neue Waffen im Kampf gegen Krebs vorgestellt