Konferenz des Schiller-Instituts in Berlin: „Die dringende Notwendigkeit einer neuen globalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“

Konferenz des Schiller-Instituts in Berlin: „Die dringende Notwendigkeit einer neuen globalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“

Das Schiller-Institut veranstaltete am 30. und 31. Mai in Berlin eine internationale Konferenz, deren Eröffnungssitzung von den Teilnehmern aus vielen Nationen angesichts der vielfältigen Gefahren und des wirtschaftlichen Zerfalls als „inspirierend“ beschrieben wurde. Im Laufe der zweitägigen Veranstaltung sprachen Redner aus 15 Nationen in drei Sitzungen über wichtige Aspekte der internationalen Beziehungen, der Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst,. Ein Kulturabend boten Musik und Poesie aus verschiedenen Kulturen und Nationen. Rund 150 Teilnehmer kamen aus Ländern in ganz Europa zusammen, darunter auch Studenten aus Afrika und anderen Kontinenten.

Das erste Panel mit dem oben genannten Titel wurde von Helga Zepp-LaRouche, Präsidentin des Schiller-Instituts und Chefredakteurin von EIR, eröffnet. Es folgten Redner aus China, Italien, den Vereinigten Staaten, Indien und Deutschland. Mit ihrer Aussage „Wir werden die europäische Zivilisation nicht untergehen lassen!“ setzte Zepp-LaRouche den Ton für die ernsthaften und engagierten Ausführungen vieler Redner aus anderen Ländern. Mehrere von ihnen würdigten die Rolle des Schiller-Instituts, die dafür notwendigen Ideen entwickelt zu haben.

„Wir befinden uns derzeit in einer umgekehrten Kubakrise“, lautete Zepp-LaRouches einleitende Einschätzung, und sie betonte, dass es kurzfristig zum Ausbruch eines Weltkrieges kommen könnte, ausgelöst durch den Stellvertreterkrieg, den die NATO über die Ukraine gegen Russland führt. Sie schilderte die Geschichte, die zu dieser Krise geführt hat, einschließlich der Tatsache, dass sich die NATO immer weiter nach Osten ausgedehnt habe, obwohl Russland das Gegenteil zugesichert worden war. Heute habe sich die Krisensituation soweit entwickelt, dass die europäische Koalition der Willigen alle Friedensbemühungen aus Russland und sogar aus den Vereinigten Staaten unterläuft. Gleichzeitig verschärften sich auch andere Krisenherde, wobei sie auch auf den politischen Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China hinwies. Die unipolare Ordnung, so erklärte sie, definiere sich insbesondere damit, permanente Kriege zu führen und Feindschaften aufrechtzuerhalten. Sie schloss mit einem Appell: Die Vereinigten Staaten und Europa müssten ihre Seele wiederfinden.

Zhang Weiwei aus China, Direktor des China-Instituts an der Fudan-Universität und weltweit bekannter Kommentator, erklärte, dass die Einbeziehung aller Nationen eine Voraussetzung für eine gemeinsame Zukunft der Welt sei. In seinem Vortrag mit dem Titel „Aufbau einer multipolaren Weltordnung zum gegenseitigen Vorteil“ erörterte er die chinesische Politik der „Win-Win-Zusammenarbeit“ zur Verbesserung der weltweiten politischen und wirtschaftlichen Ordnung und führte dabei konkrete Beispiele für die Zusammenarbeit Chinas mit den ASEAN-Staaten an. Dies erfordere Zusammenarbeit und Neutralität. Im Einklang mit dem Grundsatz der Konferenz betonte er, dass ein solcher Wandel „transformative Ideen und Mut“ erfordere,

Prof. Pino Arlacchi aus Italien, ehemaliger stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Nationen, ging auf die wesentliche die Rolle der Vereinten Nationen ein und bekräftigte, dass die UNO einer grundlegenden Modernisierung bedürfe, um die Realität und die Interessen der globalen Mehrheit widerzuspiegeln. Er selbst bewerbe sich deshalb um den Posten des UN-Generalsekretärs.

Chas Freeman aus den Vereinigten Staaten, Wissenschaftler und ehemaliger US-Botschafter in Saudi-Arabien, hielt per Video eine eindringliche Rede, in der er unter dem Titel „Die Entstehung, der Untergang und die voraussichtliche Wiedergeburt der Weltordnung“ deutliche Worte über sein eigenes Land fand. Er erklärte ganz offen: „Leider ist mein Land, die Vereinigten Staaten von Amerika, zu einem Monster geworden und zerlegt törichterweise die Weltordnung, die es ursprünglich selbst gefördert hat.“ Aus dieser Perspektive analysierte er die verheerende Rolle der Vereinigten Staaten seit dem Ende des Kalten Krieges. In den letzten 500 Jahren der europäischen Zivilisation sei es trotz positiver Momente wie dem Erbe des Westfälischen Friedens von 1648 zu einem immer weiteren Niedergang gekommen. Derzeit seien die Vereinigten Staaten isoliert und in der Philosophie gefangen, dass „Macht vor Recht“ gehe. Die Lösung? Es müsse die richtigen Ideen geben, und diese Ideen müssten in die Tat umgesetzt werden. Freeman äußerte mehrere Ideen, darunter die Notwendigkeit, das spekulative Finanzkapital einzudämmen. Er erklärte: „Ideen können zu Taten werden, die die Welt verbessern. Diejenigen, die den Mächtigen die Wahrheit sagen, werden bestätigt, wenn ihre wohlüberlegten Urteile Gehör finden und Gesellschaften in Richtung Gerechtigkeit bewegen.“

Sanjay Tripathi aus Indien, ehemaliger hochrangiger Beamter in indischen Ministerien, ging unter dem Titel seiner Rede „Die dringende Notwendigkeit einer neuen globalen Sicherheit“ ebenfalls auf zentrale Punkte der Beziehungen zwischen den Nationen ein.

Dr. Wolfgang Bittner aus Deutschland, Wissenschaftler und Autor, unterstützte ausdrücklich den Aufruf von Zepp-LaRouche nach einer neuen Sicherheitsarchitektur und betrachtete unter dem Titel „Souveränität, Neutralität, Kultur“ viele Aspekte der Lage Deutschlands. Deutschland sei derzeit nicht souverän, erklärte er, doch trotz der derzeit düsteren Lage in Deutschland schöpfe er aus dem Austausch mit dem Schiller-Institut Hoffnung.

„Lassen Sie uns gemeinsam auf der Grundlage gemeinsamer Idee handeln, dass wir andere verändern, uns selbst verändern und die Kultur verändern“ – so fasste Zepp-LaRouche den Eröffnungspanel zusammen, der alle „beflügelt“ habe.


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Ukraine bestreitet Angriff auf russisches Kernkraftwerk
  • Der Irankrieg beeinträchtigt weiterhin Getreideproduktion und -handel
  • Trump verschärft Friedensangebot, um den Druck auf den Iran zu erhöhen
  • Der neue ungarische Ministerpräsident Magyar: Ungarn wird keine Waffen an die Ukraine liefern
  • Polen protestiert gegen Selenskijs Ehrung der UPA, die für das Massaker an Polen verantwortlich ist

ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM

  • Amerikaner müssen entscheiden: Sollen die USA mit Israel fusionieren?
  • Exxon Mobil warnt vor „wirklich niedrigen Beständen“ an globalen Ölvorräten
  • Die Krise bei elektrischen Transformatoren in den USA verschärft sich

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