Ist Trump in der Lage, den Krieg zu beenden?
US-Präsident Donald Trump hat ein Abkommen mit dem Iran unterzeichnet, dessen allererste Bedingung, noch vor Beginn der Verhandlungen, lautete, dass Israel seine Angriffe auf den Libanon einstellt und das die Souveränität des Libanon, einschließlich seines Hoheitsgebiets, nicht verletzt werden dürfe. Der Iran, der schon mehr als einmal durch Trumps Überheblichkeit vor den Kopf gestoßen wurde – Verhandlungen als Vorwand für Überraschungsangriffe zu nutzen –, hofft offenbar, dass Trump in den letzten Wochen etwas überlegter zu Werke gehen könntet, nicht zuletzt wegen seiner Unfähigkeit, Teheran in Panik zu versetzen, wegen seiner Probleme mit den erschöpften Rüstungsvorräten und insbesondere wegen des drohenden finanziellen Zusammenbruchs, der sich verheerend auf seine Beliebtheit auswirken würde. Der Oberste Führer des Iran, Mojtaba Khamenei, äußerte sich am 18. Juni erstmals öffentlich zu dem Abkommen und erklärte, dass er zwar skeptisch sei, der iranische Präsident Masoud Peseschkian habe ihn jedoch vom weiteren Vorgehen überzeugt, nachdem dieser ihm versichert habe, dass Teheran nicht auf irgendwelche Spielchen Washingtons eingehen werde.
Kurz darauf drang die israelische Armee weiter in den Libanon vor, die Hisbollah griff einen israelischen Panzer an und tötete dabei vier Soldaten. Daraufhin reagierte Israels Ministerpräsident Netanjahu mit seinem erwarteten infantilen Wutanfall und ordnete 150 Bombenangriffe an, bei denen mindestens 47 Libanesen (darunter mindestens sieben Frauen und zwei Kinder) ums Leben kamen. Trump forderte Netanjahu anschließend nicht etwa auf, sich aus dem Libanon zurückzuziehen und die Angriffe einzustellen, sondern verlangte lediglich, keine Zivilisten anzugreifen und vorsichtiger vorzugehen. Gegenüber Axios meinte er zudem, seine Beziehung zu Netanjahu sei „gut“ und betonte lediglich: „Man muss ihn ein wenig… bei Verstand halten.“ Trump behauptete weiter, er könne Israel davon abhalten, den Libanon anzugreifen. „Sie haben großen Respekt vor mir, und sie tun, was ich sage.“
Im Vorlauf zu den Angriffen am nächsten Tag meldete die israelische Armee, dass „etwa 50 Projektile“ (israelischer Deckname für Steine) auf israelische Soldaten geschleudert worden seien, allerdings ohne Verletzte. Dies hatte zur Folge, dass im Libanon Dutzende weitere Menschen getötet wurden. Weder am Donnerstag noch am Freitag hat der Waffenstillstand über die Nacht gehalten.
Netanjahu weiß, dass seine einzige Chance auf Wiederwahl darin besteht, die Krise endlos auszudehnen und weiteren Kriegsrausch zu schüren. Entsprechend erklärte die Armee heute, sie sei „dem Waffenstillstandsabkommen verpflichtet“ – natürlich „in Übereinstimmung mit den Anweisungen der politischen Führungsebene“.
Der iranische Außenminister Araghtschi versuchte, Trump und Vizepräsident Vance zur Vernunft zu bringen, indem er beide auf den Aufruf des israelischen Sicherheitsministers Ben-Gvir verwies, in dem es hieß: „Der gesamte Libanon muss brennen … [Wir] müssen wie Berserker alles auslöschen.“ Araghtschis Kommentar dazu: „Das ist kein Geschwätz eines x-beliebigen völkermordwütigen Wahnsinnigen. Es ist eine öffentliche Äußerung des nationalen Sicherheitsministers des israelischen Regimes. Der völkermordwütige Todeskult mit Hauptquartier in Tel Aviv ist eine Bedrohung für die gesamte Menschheit … Sein einziges Interesse ist der permanente Krieg.“
Diese Schocktherapie zeigte jedoch keine Wirkung. Heute gab das iranische Zentralkommando bekannt, Washingtons eklatanter Verstoß gegen das Abkommen führe dazu, dass die Straße von Hormus erneut gesperrt werde.
Der Sinn dieser kurzen Darstellung liegt nicht darin, zu zeigen, dass Trump labil ist, in seine viel gepriesene „Verhandlungskunst“ verliebt ist oder senil wird. Vielmehr zieht sich die Realität um Trump immer mehr zusammen, denn die fragile finanzielle Lage des Westens stößt auf eine immer größere Entschlossenheit im Globalen Süden, die sich am deutlichsten im beherzten Widerstand Teherans äußert, sich einer solchen irrationalen Herrschaft nicht länger zu unterwerfen.
Trump hat die Ausführungen des brasilianischen Präsidenten Lula da Silva auf dem G7-Gipfel als „volatil“ empfunden. Es ist unklar, was Trump damit gemeint haben mag. Lula versetzte den G7-Staats- und Regierungschefs auf liebevolle Weise einen Seitenhieb und ermahnte sie letztlich, endlich erwachsen zu werden. Er forderte sie auf, sich nicht länger über die chinesische „Konkurrenz“ zu beschweren, sondern sich gemeinsam mit China an Investitionen in die Entwicklung Afrikas und anderer Länder des Globalen Südens zu beteiligen. Das sei gut für ihre Volkswirtschaften, gut für unsere Volkswirtschaften und gut für die Welt.
Er betonte: „Wir müssen unsere Denkweise ändern, über unsere Grenzen hinausschauen und erkennen, dass nur Entwicklung das liefern kann, was wir wollen.“
Der LaRouche-Oasenplan bringt nicht nur diese Realität ins Denken zurück, sondern er überwindet auch die Fähigkeit von Wahnsinnigen, ihre Bevölkerung mit Rassenhass und Angst in Panik zu versetzen – und nur so können alle Bevölkerungsgruppen der Region eine Zukunft finden.
Am 21. Juni ist der 360. Geburtstag des Universalgenies Gottfried Wilhelm Leibniz, der so ähnlich wie LaRouche gedacht hat. Es ist zugleich der 250. Jahrestag, an dem Thomas Jefferson im Zuge der Ausarbeitung der Unabhängigkeitserklärung Benjamin Franklin um „seine umfassendere Sichtweise auf das Thema“ Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit gebeten hat. Franklin war in Deutschland gewesen, um sich mit Leibniz’ tiefgreifenden Gedanken auseinanderzusetzen. Doch nun, inmitten der Ausarbeitung des Entwurfs, wandte sich Jefferson an Franklin, um sicherzustellen, dass diese höheren Konzepte korrekt behandelt wurden.
Inhalt
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Britisch-deutsche Koordination fortgesetzter ukrainischer Angriffe auf Russland
- Iran erklärt die Straße von Hormus erneut für geschlossen
- Iranischer Beamter: Iran trotz Libanon-Angriffen bereit für weitere Diplomatie
- Selenskij gibt Weißrussland eine Woche Zeit, sich zu fügen – sonst droht ein Angriff
- Ukrainischer Bombenangriff auf Moskau – eine Hollywood-Spezialeffekt-Show?
NEUES PARADIGMA
- Usbekistan und die Neue Entwicklungsbank beraten über Kredite für regionale Entwicklungsprojekte
- Präsident Lula: G7 soll sich gemeinsam mit China für die Entwicklung des Globalen Südens einzusetzen