EIR-Krisenforum am 31. Juli

Ein Koloss auf tönernen Füßen

Ein Koloss auf tönernen Füßen
Vor 55 Jahren kündigte Richard Nixon das Ende des internationalen Finanzsystems mit festem Wechselkurs an.

Genau heute vor 55 Jahren sprach Lyndon LaRouche seine berühmte Warnung vor den Folgen der Entscheidung der Nixon-Regierung vom 15. August 1971 aus. Diese Entscheidung versetzte dem internationalen Finanzsystem der Nachkriegszeit mit festen Wechselkursen den Todesstoß und ersetzte es durch ein für Spekulationen geöffnetes System mit flexiblen Wechselkursen, einschließlich der Abkopplung des Dollars vom Gold. LaRouche warnte, dass es äußerst schwierig sein würde, irgendwann wieder ein System fester Wechselkurse einzuführen. Ein System flexibler Wechselkurse würde Spekulationen Tür und Tor öffnen, die letztlich den Wert des Dollars und anderer „konkurrierender“ Währungen zerstören würden.

Schlimmer noch, so LaRouche, würde der allgemeine Übergang zu einem spekulativen Finanzsystem in Verbindung mit Schacht‘scher Raubwirtschaft die realwirtschaftliche Basis der westlichen Nationen aushöhlen und schließlich zerstören. Dies würde, so LaRouche, zu Eroberungskriegen führen, ähnlich denen Nazi-Deutschlands. Die einzige systemisch tragfähige Alternative, so LaRouche, wäre eine grundlegende Insolvenzsanierung des transatlantischen Finanzsystems und dessen Ablösung durch ein neues, technologiefreundliches System nach dem Vorbild von Alexander Hamilton.

LaRouche – das müssen wir noch einmal betonen – hatte Recht.

Der vor 55 Jahren in den Entwicklungsländern beginnende spekulative Krebs hat sich zu einem 2,4-Billiarden-Dollar-Moloch ausgeweitet und ist nun auch in das Fundament des westlichen Finanzsystems, den Markt für US-Staatsanleihen, metastasiert.

Die Vereinigten Staaten sind heute nicht einmal mehr in der Lage, die Waffen herzustellen, die sie in ihren verschiedenen Angriffskriegen rund um die Welt verschießen. Sie können keine Schiffe bauen und vergeben daher deren Bau an Subunternehmer im Ausland. Seit 2001 haben die USA mehr als 147 000 Kriegsveteranen durch Selbstmord verloren – mehr als die Gesamtzahl der amerikanischen Gefallenen in allen Kriegen seit Vietnam.

Und wir haben einen US-Präsidenten, der abwechselnd verkündet, er verhandle erfolgreich mit dem Iran, er werde das Land von der Erdoberfläche löschen und zuletzt, er beabsichtige, die Straße von Hormus zu US-Territorium zu machen. Der stellvertretende iranische Außenminister musste Trump daran erinnern, dass „die Straße von Hormus nicht per Tweet erobert werden kann“.

Und so befinden sich die Vereinigten Staaten und die NATO, die im Rahmen der britischen Kolonialpolitik agieren, 55 Jahre nach LaRouches ernster Warnung in einem Sumpf von Iran und Ukraine, der den Vietnamkrieg im Vergleich dazu trivial erscheinen lässt. Die Briten sorgen dafür, dass Trump aus diesen nicht zu gewinnenden Kriegen keinen ehrenvollen Rückzug antreten kann. Die einzige Option, flüstern sie ihm ins Ohr, sei ein Atomkrieg – zunächst einmal ein „taktischer“ Atomkrieg.

Sie argumentieren, dass leichtere Siege in der westlichen Hemisphäre zu erringen seien, indem man verheerende finanzielle und militärische Interventionen startet, wie sie es in Venezuela getan haben. Das nächste große Ziel ist Brasilien und die Präsidentschaftswahl am 4. Oktober, bei der sie entschlossen sind, eine Wiederwahl von Präsident Lula zu verhindern.

Die Uhr lässt sich nicht zurückdrehen, um 55 Jahre voller Kriege, Finanzspekulationen, Plünderungen und kulturellen Verfalls ungeschehen zu machen. Es ist jedoch möglich, zu dem Scheideweg vom 15. August 1971 zurückzukehren, die Politik wieder aufzunehmen, für die sich LaRouche damals einsetzte, und dafür zu sorgen, dass sie heute realisiert wird. Wie Lyndon LaRouche es selbst in einer Rede am 11. Juni 2002 in Rio de Janeiro, Brasilien, formulierte:

„Wir leben in einer dekadenten Kultur, einem dekadenten System, das uns zerstört! Ihr werdet keine Lösungen in einem System finden, das bewiesen hat, dass seine Definitionen, Axiome und Postulate die Zerstörung geradezu garantieren. Aber die Leute sagen: ‚Man muss sich doch an die Regeln halten!‘ Was sind die Regeln? Die Regeln sind genau die Axiome, Definitionen und Postulate, die uns zerstört haben!

Warum können wir die Regeln nicht ändern? Sind wir keine Menschen? Vertreten wir nicht Nationen? Lest nach, das steht im ersten Kapitel der Genesis: Sind Mann und Frau nicht gleichermaßen nach dem Ebenbild des Schöpfers des Universums geschaffen und mit diesen Kräften ausgestattet? Haben wir nicht die Autorität, über allem auf diesem Planeten zu stehen und die Regeln zu ändern? Wir haben die Macht. Das ist es, was Souveränität bedeutet. Souveränität bedeutet, die Regeln aufzustellen, durch die wir überleben können. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir beliebige Regeln aufstellen können. Es bedeutet, dass wir Verantwortung und Kompetenz haben müssen. Wir haben das Recht, gemeinsam darüber nachzudenken.“


Inhalt

NEUES PARADIGMA

  • Die Finanzminister und Zentralbankpräsidenten der BRICS-Staaten treffen sich in Indien
  • Putin wird am 1. September auf dem Östlichen Wirtschaftsforum eine wichtige Grundsatzrede halten

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Trump: Die Straße von Hormus wird amerikanisches Territorium
  • Trump ordnet dampfbetriebene Katapulte auf Ford-Trägern an
  • Die Straße von Hormus bleibt gesperrt; drei weitere Schiffe sollen getroffen worden sein
  • Lawrow: Eine Beendigung des Ukraine-Konflikts an der Kontaktlinie „kommt nicht in Frage“

ZUSAMMENBRUCH DES IMPERIALEN SYSTEMS

  • Schiffbruch in Sicht: 30-jährige US-Staatsanleihen mit dem höchsten Zinssatz seit 25 Jahren

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