EIR-Krisenforum am 31. Juli

Diplomatie ist Vernunft

Diplomatie ist Vernunft
USSTRATCOM-Kommandant Adm. Richard Correll informierte die Medien am 7. August in Dr. Strangelove-Sprache, dass man in Bezug auf „Erweiterungsoptionen“ denken muss Credit: USSTRATCOM

Die ersten Augusttage markieren den 81. Jahrestag des amerikanischen Atombombenabwurfs 1945 auf Hiroshima (6. August) und Nagasaki (9. August); während dieser Gedenkwoche fand in diesem Jahr in Nebraska die jährliche Konferenz des US Strategic Command zum Thema „Strategische Abschreckung“ statt, auf der der heutige Einsatz von Atomwaffen erörtert wurde.

US-STRATCOM-Kommandeur Admiral Richard Correll erklärte vor der Presse am 7. August praktisch in den Worten von „Dr. Seltsam“, man müsse im Sinne einer dem Präsidenten zur Verfügung stehenden „Erweiterung der Optionen“ denken und „Entscheidungsspielraum für jedes denkbare Eskalationsszenario“ schaffen. Er sagte: „Ich betrachte das viel umfassender als nur [mit Blick auf] unsere nuklearen Fähigkeiten … [Es] reicht von unseren hochentwickelten nicht-kinetischen Fähigkeiten über unsere konventionellen Fähigkeiten bis hin zu – wenn Sie sich das vorstellen können – einer Art begrenztem nuklearem Schlagabtausch bis hin zu einer Eskalation auf höchster Ebene.“ Die unterschiedlichen Anforderungen der Einsatzgebiete, erklärte er, erforderten eine „Vielfalt“ an Plattformen und Abschussvorrichtungen, während gleichzeitig für die Gegenseite „Unklarheit“ darüber geschaffen werde, was tatsächlich in der jeweiligen Region vorgehe.

Die Aussagen des Vier-Sterne-Admirals stehen im Einklang mit Äußerungen des sogenannten militärtheoretischen Experten Elbridge Colby, Unterstaatssekretär für Politik im US-Verteidigungsministerium. Colby sprach auf der Veranstaltung darüber, dass die Vereinigten Staaten mehr „rationale Optionen im Bereich der Atomwaffen“ benötigten.

In Wirklichkeit gibt es keinen „rationalen“ Einsatz von Atomwaffen. Im Atomzeitalter ist Diplomatie die einzig vernünftige Reaktion auf Konflikte und Meinungsverschiedenheiten – was Milliarden von Menschen weltweit verstehen, die jedoch weiter einer tödlichen Bedrohung ausgesetzt sind, solange die erweiterte Epstein-Klasse in ihren Machtpositionen verbleibt.

Diese gefährliche Situation unterstreicht die historische Bedeutung von Plattformen und Initiativen wie der Internationalen Friedenskoalition (IPC), die im Juni 2022 von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts, ins Leben gerufen wurde, um alle Menschen guten Willens für Frieden und Entwicklung im gegenseitigen Interesse zusammenzubringen. Bei der gestrigen IPC-Sitzung, der 166. dieser wöchentlichen Online-Treffen, sprachen zwei renommierte Waffenexperten über die Gefahren der strategischen Lage: Dr. Ted Postol, emeritierter Professor vom MIT, und Scott Ritter, ehemaliger UN-Waffeninspekteur und Offizier der US-Marines.

Die Dinglichkeitsinitiative, die Ende Juli ins Leben gerufen wurde und gemeinsam vom IPC, dem Schiller-Institut sowie weiteren Akteuren – insbesondere dem amerikanischen Aktivisten Jack Gilroy – getragen wird, richtet sich an Papst Leo XIV. mit der Forderung nach einer Friedenskonferenz zur Beendigung der weltweiten Kriege. Sie gewinnt zunehmend an Dynamik. In dem „Brief an Erzbischof John Wester,” wird Papst Leo aufgefordert, eine Friedenskonferenz einzuberufen, um die Atomkriegsgefahr zu stoppen – unterzeichnet von namhaften Friedensorganisationen und Aktivisten. Heute wurde er bei einem Konklave in Italien in Umlauf gebracht. In den Vereinigten Staaten veröffentlichte Consortium News am 6. August den Text unter der Überschrift „Hiroshima 81: Ein Appell an Papst Leo zum Atomkrieg“, mit allen Unterzeichnern.

Helga Zepp-LaRouche sprach am 4. August auf einem internationalen Symposium in München unter anderem über das Fehlen von Diplomatie in Europa – ein Punkt, der genauso auch auf Washington zutrifft. „Weltweit, insbesondere aber unter den Nationen des Globalen Südens, wird mit Bestürzung beobachtet, dass die Diplomatie als Methode der Konfliktlösung in Europa offenbar verschwunden ist. Stattdessen scheint das angestrebte Ziel ihrer derzeitigen Politik ein Nullsummenspiel zu sein, bei dem nur eine Seite als Sieger hervorgehen kann, während der vermeintliche Gegner eine ‚strategische Niederlage‘ erleiden muss – obwohl die einzig mögliche Folge einer solchen Politik darin besteht, dass alle verlieren. Einige in Europa erkennen nun schmerzlich, dass wir in einer Welt, die vom Gesetz des Dschungels beherrscht wird und in der Macht vor Recht geht, nicht zu den Gewinnern gehören werden.“

Kombiniert man die Androhung der „nuklearen Option“ mit dem Fehlen jeglicher Diplomatie, scheint der Untergang der Zivilisation vorprogrammiert. Tatsächlich hat der US-Senat gestern einen Schritt in diese Richtung unternommen, indem er mit 86 zu 11 Stimmen den berüchtigten Gesetzentwurf des verstorbenen Senators Lindsey Graham für extreme Sanktionen gegen Drittstaaten, die mit Russland Handel treiben, verabschiedete. (Die Entscheidung des Repräsentantenhauses hierzu steht noch aus.)

Die Abstimmung im Senat ging einher mit einer medialen Propagandaflut, Russland müsse finanziell in die Knie gezwungen werden, da erwiesen sei, Russland werde Europa sehr bald angreifen. Dieselbe narrative Täuschung wird in Europa verbreitet, um den Wahnsinn der Wiederaufrüstung zu rechtfertigen.

Zu den aktuellen Stimmen, die sich gegen diese Lügen und die Gefahr einer Abkehr von der Diplomatie erheben, gehört Brigadegeneral a. D. Erich Vad, ehemaliger Sicherheitsberater von Angela Merkel. In Interviews prangert er ausführlich an, dass sich die politische Debatte in Deutschland ausschließlich um Kriegführung drehe, ohne dass eine diplomatische Lösung mit Russland erwogen werde, wobei er betont, als Militärstratege, nicht als Pazifist zu sprechen.

Wir brauchen eine dringende Mobilisierung für Diplomatie und Vernunft , was den Einsatz von jedem Einzelnen und jede Art von Initiativen erfordert.


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • STRATCOM-Chef und Verteidigungsstaatssekretär Colby wollen mehr „Optionen“ für den Einsatz von US-Atomwaffen
  • US-Senat stimmt für Lindsey Grahams Gesetzentwurf zu Sanktionen gegen Russland
  • Russland reagiert auf die Hysterie um „Putins Drohnen“ in Deutschland
  • General Vad: Deutschland spielt mit dem Feuer

ZUSAMMENBRUCH DES IMPERIALEN SYSTEMS

  • Der FAO-Preisindex dokumentiert Anstiege bei den Getreidepreisen
  • Saudi-Arabiens Ölexporte geraten unter Druck
  • Marco Rubio: Kuba kann der „Schlinge“ verschärfter Sanktionen nicht entkommen

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