EIR-Krisenforum am 31. Juli

Die Gefahr von Trumps „Sieg“

Die Gefahr von Trumps „Sieg“
Präsident Trumps verrückte Karte über die Straße von Hormus. Quelle: @realDonaldTrump

Am 18. August veröffentlichte der Präsident der Vereinigten Staaten ein Bild der Straße von Hormus und schrieb dazu: „Neues US-Territorium.“ Am selben Tag verkündete er, dass „keine Gespräche oder Verhandlungen mit der Islamischen Republik Iran stattfinden oder geplant sind“, obwohl er in den vergangenen Tagen und Wochen das Gegenteil behauptet hatte. Zudem beharrte er erneut darauf, dass die Straße von Hormus „offen und befahrbar ist“, obwohl es dafür keine Belege gibt. Als er am Sonntag zu Omans Vorhaben befragt wurde, die Wasserstraße gemeinsam mit Teheran zu verwalten – eine Vereinbarung, die in seiner eigenen Absichtserklärung vorgesehen war –, sagte er: „Wenn sich Oman uns in den Weg stellt, werden wir das Land in Grund und Boden bombardieren.“

Dies sind nicht die Handlungen und Äußerungen eines Präsidenten, der das Sagen hat, sondern die eines Menschen, der unter gefährlichen Wahnvorstellungen leidet. Und genau hier liegt die wahre Gefahr des Augenblicks, nämlich in genau dieser Verzweiflung.

Das Versagen der Trump-Regierung war so gravierend und der Schaden, den der Iran den amerikanischen Stützpunkten zugefügt hat, so groß, dass das Pentagon einen vollständigen Rückzug aus dem Persischen Golf erwägt – ein Schritt, den die „Washington Post“ als „einmaligen“ Politikwechsel bezeichnet. Dies folgt auf die Zerstörung des Stützpunkts der 5. US-Flotte in Bahrain. Dadurch waren Schiffe gezwungen, die 2 200 Meilen lange Fahrt nach Diego Garcia anzutreten, um sich dort wieder zu versorgen. Es folgt auf eine Reihe von Krisen an Bord der Flaggschiff-Flugzeugträger der USA, der „Abraham Lincoln“ und der „Gerald Ford“. Nun wurde zudem berichtet, dass der Lenkwaffenzerstörer USS „Benfold“ Ende Juli im Südchinesischen Meer vier Tage lang ohne Antrieb im Wasser herumschwamm – der zweite derartige Ausfall in der Pazifikflotte in diesem Jahr.

Zudem mehren sich die Berichte, dass die Golfstaaten zunehmend frustriert über die Richtungslosigkeit Washingtons in der Region sind und selbst darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, weiterhin große US-Militärstützpunkte auf ihrem Territorium zu beherbergen. Ein Vertreter sagte, dass Anfang dieses Monats zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan unterzeichnete gegenseitige Verteidigungsabkommen sei „ein Signal an die USA“. Oder, wie der türkische Außenminister in Bezug auf das trilaterale Abkommen sagte: „Externe Großmächte, die in die Region kommen, lösen die Probleme nicht, sondern verschärfen sie.“ Stattdessen, so fuhr er fort, „müssen wir dies gemeinsam mit den Ländern der Region aufbauen“. Er verwies sogar auf die Notwendigkeit einer neuen „Sicherheits- und Wirtschaftsarchitektur“.

Vor diesem Hintergrund erhält die Aussage von Marjorie Taylor Greene vom 18. August, wonach Vertreter der Trump-Regierung „den Einsatz von Atomwaffen gegen den Iran diskutieren“, eine ganz neue Brisanz.

Die Gefahr, der die Welt heute ausgesetzt ist, hat möglicherweise einen der extremsten Punkte in der jüngeren Geschichte erreicht. Dies liegt nicht nur an der Unberechenbarkeit der Trump-Regierung – so erschreckend diese auch sein mag –, sondern auch an der offiziellen Politik des angloamerikanischen Establishments, die seit dem Ende des Kalten Krieges in der kompromisslosen Durchsetzung der weltweiten Vorherrschaft besteht. Dies geht mit der impliziten Androhung der Vernichtung jeder Nation oder Gruppe von Nationen einher, die es wagen sollte, diese Vorherrschaft infrage zu stellen. Auch wenn die Trump-Regierung eine der inkompetentesten sein mag, sollte man nicht glauben, dass sie nicht von denselben angloamerikanischen imperialistischen Kreisen angestachelt wird, die seit Jahrzehnten die Fäden in der Hand halten.

Daher sollte es keine Überraschung sein, dass der Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik, Elbridge Colby, am 5. August auf dem „Deterrence Symposium“ des Strategic Command erklärte, die USA prüften derzeit neue Strategien für den Einsatz von Atomwaffen. Ziel sei es, dem Präsidenten „glaubwürdige nukleare Optionen“ an die Hand zu geben. Diese Doktrin basiert auf dem potenziellen Einsatz „taktischer“ Atomwaffen.

Dies ist wahnsinnig und muss sofort gestoppt werden. Wie Helga Zepp-LaRouche am 17. August in einer Diskussion mit Mitarbeitern warnte, müssen wir „einen umfassenden Appell an die Welt richten. Wir müssen diesen so kraftvoll gestalten, dass er international in alle Medien vordringt. In den Medien des Globalen Südens muss es einen Durchbruch geben, um die Weltöffentlichkeit zu erreichen, damit sie weiß, wo wir stehen, dass wir im Begriff sind, die gesamte Zivilisation zu verlieren.“ Dies bekannt zu machen – und zwar schnell – ist die dringendste Aufgabe, die vor uns liegt.


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Die Gefahr eines Atomkriegs dringt in die Mainstream-Medien vor
  • Kiew griff Raketenwerk für Russlands Raumfahrtprogramm an

NEUES PARADIGMA

  • TASS-Interview mit Präsidentschaftskandidatin Sare sorgt in Skandinavien und im Iran für Schlagzeilen

KOLLABIERENDES IMPERIALES SYSTEM

  • US-Militär überprüft seine Präsenz in Südwestasien
  • Staaten am Persischen Golf zunehmend frustriert über Trump wegen des Iran-Debakels
  • Türkischer Außenminister erörtert neue „Sicherheits- und Wirtschaftsarchitektur“ für Westasien
  • Schiff der US-Marine trieb nach technischem Defekt vier Tage lang ohne Antrieb im Meer
  • Der Iran rät den USA, ihren Fehler einzugestehen und die Region zu verlassen

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