Wir brauchen eine neue antikoloniale Bewegung!
Mrutyuanjai Mishra, Autor der Times of India, liefert wertvolle Überlegungen zum jüngsten, höchst symbolträchtigen Besuch des britischen Königs Charles III. in den Vereinigten Staaten – und zwar insbesondere aus der Perspektive einer ehemaligen Kolonie des Globalen Südens. In einem Gastbeitrag vom 1. Mai schreibt er:
„Der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit hätte ein Moment der Klarheit sein sollen, eine Bekräftigung der Prinzipien, aus denen die Republik hervorgegangen ist. Stattdessen hat er einen tiefgreifenden Widerspruch im Kern des heutigen politischen Lebens offenbart. In einer Zeit, die von Krieg, wirtschaftlicher Anspannung und dem Zusammenbruch von Institutionen geprägt ist, entschied sich Donald Trump, nicht die Ablehnung der Monarchie zu feiern, sondern deren Erbe.“
Eigentlich sollten die Amerikaner über diesen Verrat ebenso empört sein, wie Mishra es in ihrem Namen ausdrückt!
Dieses Thema wurde auch auf der wöchentlichen Sitzung der Internationalen Friedenskoalition am 1. Mai ausführlich behandelt. Professor Richard Falk, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für Palästina, sagte, ein Grund für Trumps Liebe zu Charles sei, dass er sich selbst als den „ersten amerikanischen König“ sehe, und verwies dabei auf die zunehmende Entfremdung der heutigen herrschenden Eliten von den normalen Bürgern, deren Lebensbedingungen sich zunehmend verschlechtern. Als Grund hierfür nannte er den Wandel des westlichen Finanzsystems von industrieller Produktivität hin zu Finanzspekulation, der einer wohlhabenden Elite enorme Gewinne beschert, den meisten aber Zerstörung gebracht habe. Selbst Kriege und Völkermorde seien „gut fürs Geschäft“ geworden, merkte Falk an, um die Amoralität dieses Systems zu verdeutlichten.
Helga Zepp-LaRouche, die Präsidentin des Schiller-Instituts, ging ebenfalls auf dieses Thema ein und meinte, Präsident Trumps Behauptung, die britische und die amerikanische Geschichte stellten eine Kontinuität derselben Traditionen dar, sei nicht nur eine „Farce“, sondern veranschauliche auch das Problem, mit dem die Welt heute konfrontiert ist. Nach Amerikas erfolgreicher antikolonialer Revolution – der ersten in der Geschichte – und der Erkenntnis der Briten, die USA im Krieg von 1812 und im Bürgerkrieg militärisch nicht zerstören zu können, verlegte sich die britische Aristokratie darauf, „das amerikanische Establishment davon zu überzeugen, das Modell des Britischen Empire als Grundlage für ein unipolares Weltreich zu übernehmen, basierend auf der ‚Sonderbeziehung‘.“ Die gleiche verräterische Fraktion, unterstützt von den Neokonservativen, sabotierte am Ende des Kalten Krieges die Chance auf eine neue Friedensordnung und drängte auf ein neues globales anglo-amerikanisches Imperium. „Und so hat sich die gegenwärtige Krise entwickelt, in der wir kurz davorstehen, den Dritten Weltkrieg zu riskieren“, sagte Zepp-LaRouche.
Tatsache ist, dass die gesamte Welt dies ablehnt. Oder, wie Ray McGovern auf der Sitzung der Internationalen Friedenskoalition sagte: „Die Welt verändert sich.“ Der unprovozierte Krieg gegen den Iran verfehlt jedes seiner Ziele, während er gleichzeitig weltweit wirtschaftliche Verwüstungen anrichtet. Darüber hinaus provoziert er Gegenreaktionen und eine Entfremdung selbst von einigen der engsten Verbündeten Amerikas in Europa. Und nun, da die 60-tägige Frist für die Zustimmung des Kongresses zum Krieg des Präsidenten abläuft, scheint Trump kein Interesse daran zu haben, die grundlegenden verfassungsrechtlichen Anforderungen zu befolgen, um ihn zu beenden. Wie Zepp-LaRouche sagte, das Einzige, was dieser Krieg bewirke, sei die „Zerstörung der Trump-Präsidentschaft“ und das Ende des Ansehens der Vereinigten Staaten als führender Weltmacht. Die USA seien wie „der nackte Kaiser vor den Augen der Welt“, betonte sie.
Die entscheidende Voraussetzung für eine Republik – im Gegensatz zu einer Demokratie – ist jedoch eine gebildete und verantwortungsbewusste Bürgerschaft. Wenn die zügellose und moralisch bankrotte Ordnung der Epstein-Klasse weiter zerfällt, wird es in den kommenden Tagen und Wochen genügend mutige Bürger geben, die sich für eine tragfähige Alternative einsetzen?
Inhalt
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- CENTCOM-Kommandeur informiert Trump über militärische „Optionen“ für den Iran
- U.S. Space Force entwickelt weltraumgestütztes Abfangprogramm
- Trump droht mit Abzug von US-Truppen auch aus Spanien und Italien
- Ukraine greift russische Ölraffinerien an – verzweifelter Versuch, eine Niederlage abzuwenden
- Israel stoppt die Friedensflottille in internationalen Gewässern
- Putin übermittelt offizielle Grüße an die Nichtverbreitungskonferenz
USA UND KANADA
- Trump überschreitet 60-Tage-Frist für das Kriegsbefugnisgesetz: Der Kongress solle sich keine Sorgen machen
- Senator bestreitet Kosten von 25 Milliarden Dollar für den Iran-Krieg
- Die Staatsverschuldung der USA übersteigt erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg das BIP
NEUES PARADIGMA
- Gastbeitrag in der Times of India: „250 Jahre später: Republik oder Imperium?“