Wie soll eigentlich ein Dialog der Zivilisationen geführt werden?
In den Hauptstädten weltweit waren an diesem Wochenende alle Augen auf Islamabad in Pakistan gerichtet. Die Sorge war groß, dass der seit dem 8. April bestehende fragile Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zusammenbrechen und ein totaler Krieg wieder ausbrechen könnte, sollten die Verhandlungen zwischen den beiden Ländern nicht zustande kommen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi reiste tatsächlich am Freitagabend nach Islamabad; er traf sich mit den pakistanischen Verhandlungsführern und bekräftigte die Position des Iran, dass man nicht verhandeln werde, solange Trump seine Seeblockade gegen den Iran aufrechterhalte; anschließend reiste er weiter nach Oman und Russland.
US-Präsident Donald Trump gab daraufhin am Samstagmorgen bekannt, dass er die geplante Reise der amerikanischen Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner nach Islamabad ausgesetzt habe, mit der Begründung, der 18-stündige Flug sei sinnlos – was durchaus zutrifft, da Trump keinerlei Neigung zeigte, die Blockade aufzuheben.
Wie geht es nun weiter? Wird der totale Krieg wieder aufgenommen, mit dem damit verbundenen Risiko einer Eskalation zu globalen thermonuklearen Auseinandersetzungen? Das könnte durchaus vom relativen Einfluss der britischen Hardliner und Kriegstreiber innerhalb der Trump-Regierung sowie der amerikanischen Neokonservativen und der israelischen Zionisten abhängen. Bezeichnend für das Problem sind die Äußerungen des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz, der am 23. April erklärte: „Wir warten auf grünes Licht aus den Vereinigten Staaten …, um den Iran ins Mittelalter und in die Steinzeit zurückzuschicken.“
Aufmerksame Beobachter werden auch die Tatsache bemerkt haben, dass ebenfalls am Freitagabend, als die Welt Araghtschis Ankunft in Islamabad erwartete, der englischsprachige pakistanische Fernsehsender PTV beschloss, die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, in seiner Abendnachrichtensendung ausführlich zu den Aussichten für die bevorstehenden Verhandlungen zu befragen. „Ich denke, dass man nur dann eine Lösung finden kann, wenn man das tiefer liegende Problem angeht“, erklärte sie, „und das bedeutet, dass wir eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur brauchen, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten berücksichtigt, sonst wird es nicht funktionieren.“ Zepp-LaRouche betonte: „Im Zeitalter der thermonuklearen Waffen müssen wir die Geopolitik überwinden und zu der Vorstellung gelangen, dass zuerst das Interesse der einen Menschheit im Vordergrund steht, und erst dann kann man die eigenen nationalen und regionalen Interessen definieren.“
Wie soll dann in der heutigen komplexen und gefährlichen Welt ein Dialog der Zivilisationen geführt werden, um diese Ziele zu erreichen?
Lyndon LaRouche ging auf dieses Problem in einem Vortrag vom 16. Oktober 2001 auf einer Konferenz in Rom zum Thema „Dialog der Zivilisationen“ ein:
„Das eigentliche Problem muss angegangen werden, nämlich die Finanz- und Währungskrise.… Hierzu müssen Vereinbarungen über die wirtschaftliche Entwicklung in Eurasien getroffen werden, und dann stehen wir vor dem Problem, wie wir die Wahrnehmung seitens Japans, Chinas, Indiens und Südostasiens verändern können, wie wir sowohl auf ihrer als auch auf unserer Seite ein Verständnis für Zusammenarbeit schaffen können. Welche Prinzipien, welche positiven Ideen der Zusammenarbeit gibt es – nicht nur des Handels? Wir müssen eine Vorstellung des Menschenbildes haben. Wir müssen einen Dialog der Kulturen führen, aber keinen Dialog innerhalb eines Pantheons, sondern einen Dialog der Kulturen über die Natur des Menschen.“
Für die Vereinigten Staaten stellt sich diese grundlegende Frage am kommenden Dienstag, wenn König Charles III. vor einer gemeinsamen Sitzung des US-Kongresses sprechen soll, gefolgt von einem Staatsbankett mit Präsident Trump im Weißen Haus. Diese Ehren sollen einem Mann zuteil werden, der nicht nur ein Insider der widerwärtigen „Epstein-Klasse“ ist, sondern auch Erbe und moderner Vertreter jahrhundertelanger imperialer Verbrechen gegen die Menschlichkeit: des Völkermords im kolonialen Indien, der Ausbeutung Afrikas und Iberoamerikas, der britischen Opiumkriege gegen China und des Gemetzels in Irland.
Charles wird den Amerikanern und ihrer Geschichte noch eins draufsetzen, indem er die angeblich enge Sonderbeziehung beider Länder hervorhebt – am 250. Jahrestag der Unabhängigkeit vom erstickenden kolonialen Würgegriff Britanniens und dem bestialischen Menschenbild, das es weiterhin propagiert!
Die Amerikaner sollten entsprechend handeln.
Inhalt
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STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Trump sagt Reise von Witkoff und Kushner nach Pakistan ab
- Lawrow: Krieg gegen Iran katastrophal für die Weltwirtschaft
NEUES PARADIGMA
- Afrikanische Staatschefs bekräftigen ihr Engagement für den Aufbau der strategischen Infrastruktur
- Russischer Think-Tank: „BRICS ist die wichtigste Alternative zur westlichen Finanzherrschaft“
USA UND KANADA
- US-Justizministerium weitet die Todesstrafe aus
LAROUCHE-BEWEGUNG
- Pakistan TV Evening News berichtet über Helga Zepp-LaRouche
ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM
- 60 Länder beraten über Ausstieg aus den fossilen Energieträgern
- BlackRock und die Bitcoin-Blase