Wer ist eigentlich der Ausgestoßene?
Haben die Kriegstreiber in der Trump-Regierung – und die dahinter stehenden Eliten des Britischen Empire – wirklich erwartet, dass sich die Welt fügen und der anmaßenden Forderung nachkommen würde, den Iran zu einem Paria-Staat zu machen?
Auch wenn nur schwer nachzuvollziehen ist, was in den Köpfen der Verantwortlichen im Weißen Haus vor sich geht, dürfte es für jeden, der den gerade zu Ende gegangenen Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in Bischkek verfolgt hat, sonnenklar sein, dass die imperiale Taktik „Macht schafft Recht“ in der Welt nicht mehr vorherrscht.
„Die SCO ist heute tatsächlich der größte regionale Zusammenschluss … weltweit“, stellte der russische Präsident Putin vor den versammelten Staatschefs in Bischkek fest. Der chinesische Präsident Xi Jinping ging in seinen Reden näher auf das Leitmotiv des gesamten Gipfels ein: Der Trend hin zu einer multipolaren Welt sei unumkehrbar, erklärte er, und er forderte die SCO auf, zusammenzuarbeiten, um ein gerechteres und ausgewogeneres globales Regierungssystem zu erreichen.
Weit davon entfernt, ein Außenseiter der „Globalen Mehrheit“ zu sein, stand der iranische Präsident Peseschkian im Mittelpunkt des Dialogs in Bischkek; er führte nicht nur Einzelgespräche mit seinen Amtskollegen, sondern benannte in seiner Ansprache vor dem Rat der Staatschefs auch das unverzichtbare Grundprinzip, auf dem das neue Paradigma beruht: Sicherheit und Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden.
Das Hauptdokument des Gipfels, die Bischkek-Erklärung, machte die entschiedene Solidarität der SCO mit dem Iran unmissverständlich deutlich und verurteilte die illegalen Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran sowie die „einseitigen Zwangsmaßnahmen, die im Widerspruch zur UN-Charta und zum Völkerrecht stehen“.
Kurz nach Abschluss des Gipfels begannen die USA eine neue Welle von Luft- und Raketenangriffen gegen Ziele im Süden des Iran. „Sollte die gescheiterte Nation Iran Vergeltung für diesen gerechtfertigten Angriff üben“, drohte Trump auf Truth Social, „wird sie erneut getroffen werden – und zwar viel härter und in größerem Ausmaß; doch dies wird nicht der größte Angriff von allen sein – der steht noch in den Startlöchern, und wenn er vorbei ist, wird von der Islamischen Republik Iran nur noch sehr wenig übrig sein!“
Und da ist noch der armselige US-Finanzminister Scott Bessent – dessen Sanktionen im Rahmen der „Operation Economic Outcast“ fast ebenso kläglich gescheitert sind wie seine verzweifelten Versuche, das Dollarsystem zu stabilisieren, das nun auf einen Zusammenbruch zusteuert. Am Dienstagabend schossen die Renditen für Schatzanweisungen in die Höhe, trotz Bessents fortlaufendem Rückkaufprogramm, da seine ehemaligen Hedgefonds-Kollegen die Renditen weiter in die Höhe treiben, um die unhaltbare spekulative Blase in Höhe von 2,4 Billiarden Dollar aufrechtzuerhalten.
Wer ist also wirklich der Ausgestoßene?
Wer mit „die USA“ antworten würde, hat den größeren Zusammenhang übersehen; es ist das unipolare Imperialsystem, die Seuche der Geopolitik des „kollektiven Westens“, die nun von der Mehrheit der Menschheit abgelehnt wird. Die Gefahr, die über uns allen schwebt, ist jedoch der Wahnsinn eines sterbenden Imperiums – eines, das über Atomwaffen verfügt und sich möglicherweise dazu entschließen könnte, diese einzusetzen, anstatt seine Macht über das Weltgeschehen abzugeben.
Was ist also zu tun? In einem Seminar am Dienstag mit dem Titel „Der freie Fall der deutschen Wirtschaft muss gestoppt werden!“ betonte die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, dass die Menschheit zwar vor einer beispiellosen Krise stehe, die Lage jedoch nicht hoffnungslos sei – es gebe einen Ausweg, doch es müsse eine öffentliche Debatte stattfinden, um die Menschen aus ihrer Lethargie und ihrer Selbstzufriedenheit herauszuholen.
Zu diesem Zweck mobilisiert das Schiller-Institut auch für die Unterstützung der jüngsten Initiative „Aufruf an Papst Leo XIV., einen Weltgipfel zu organisieren, um die Fragen des Friedens und der nuklearen Abrüstung anzugehen“, in der der Papst aufgefordert wird, „einen internationalen Notgipfel einzuberufen, um die Welt von ihrem derzeitigen Kriegskurs und einer potentiellen nuklearen Katastrophe abzubringen und um die größten Krisen, denen die Menschheit heute gegenübersteht, friedlich zu lösen“. Unterzeichnen Sie den Aufruf und bringen Sie andere – einschließlich die Vertreter Ihrer Regierung – dazu, ihn zu lesen, zu unterzeichnen und sich dafür einzusetzen.
Und am kommenden Freitag, dem 4. September, veranstalten EIR und die Internationale Friedenskoalition eine Diskussionsrunde zum Thema „Eine Alternative zu Krieg und Plünderung in den Amerikas“. Darin liegt die Lösung: Die USA, Europa und alle Nationen des „kollektiven Westens“ könnten die Fesseln des Imperialsystems abschütteln und gemeinsam mit dem Rest der Menschheit ein neues Paradigma schaffen – eines, das auf die Entwicklung und den Fortschritt der gesamten Menschheit ausgerichtet ist. Das ist die Alternative zum Atomkrieg. Denn wie wir vom iranischen Präsidenten Peseschkian auf dem SCO-Treffen gehört haben, sind Entwicklung und Sicherheit untrennbar miteinander verbunden.
Inhalt
LAROUCHE-BEWEGUNG
- Der freie Fall der deutschen Wirtschaft muß gestoppt werden!
NEUES PARADIGMA
- Neue, gerechte Weltordnung auf der Tagesordnung des SCO-Treffens
- SCO-Gipfel: Schwerpunkt auf Entwicklungsbank und Handel mit nationalen Währungen
- Die Verbreitung des Aufrufs an Papst Leo nimmt weiter zu
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- USA starten neue Angriffswelle auf Ziele im Süden des Iran
ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM
- Werden mehr als 50.000 Stellen bei Volkswagen gestrichen?