Wenn du das Spiel nicht gewinnen kannst: ändere die Regeln!
Geopolitik tötet. „Sind wir verrückt geworden, dass wir die Zivilisation der Menschheit mit diesen geopolitischen Spielen riskieren?“, fragte Helga Zepp-LaRouche während ihres internationalen Webcasts am 6. Mai. „Wofür? … Es ist höchste Zeit, dass wir die gesamte strategische Lage überdenken und erkennen, dass konventionelle Kriege einfach nicht mehr zu gewinnen sind. Wenn es einen Beweis dafür braucht, dann wurde dieser gerade vom Iran geliefert, der erfolgreich verhindert hat, dass die weit überlegenen Streitkräfte der USA und Israels den Sieg davontragen. Einen solchen Krieg kann man nicht gewinnen … und wenn man die Schwelle zum Atomkrieg überschreiten will, riskiert man die Existenz der gesamten menschlichen Zivilisation. Warum also nicht die Schlussfolgerung ziehen, dass diese interventionistischen Kriege nicht gewonnen werden können? Sie wurden in Vietnam nicht gewonnen, nicht in Afghanistan, nicht im Irak, nicht in Libyen, nicht in der Ukraine und jetzt auch nicht im Iran. Warum also nicht ein Spiel beenden, das nicht gewonnen werden kann? Ich halte es für dringend notwendig, ernsthaft die Diskussion über die neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur zu beginnen, über die wir seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor vier Jahren sprechen.“
Genau das ist die Denkweise „vernünftiger Köpfe“, die versuchen, nicht nur die Lage in Südwestasien, sondern das gesamte globale Paradigma in stabilere Gewässer zu lenken.
Die russische Regierung unterstützt eine Lösung des Iran-Konflikts „unter gebührender Berücksichtigung der Interessen aller Staaten der Region“, wie die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, am 5. Mai, betonte. Sie schlug dabei erneut Russlands „Konzept der kollektiven Sicherheit für den Persischen Golf“ vor.
Auch China spielt eine entscheidende Rolle. Während der iranische Außenminister Abbas Araghchi sich am 6. Mai in Peking mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi traf, erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, auf Fragen zur Rolle Chinas bei der Lösung des Konflikts: „Wir … unterstützen eine regionale Architektur für Frieden und Sicherheit, die von den Ländern der Region gemeinsam für gemeinsame Interessen und gemeinsame Entwicklung geschaffen wird.“
Nur diese Art eines antikolonialen, nicht-geopolitischen Ansatzes kann die Menschheit aus der Gefahr befreien, die ein erneutes Aufflammen des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran bedeuten würde und möglicherweise sogar zu einem Nuklearkrieg eskalieren könnte.
Diese Sorge ist keineswegs unbegründet. Am 5. Mai, kündigte US-Präsident Donald Trump auf Ersuchen Pakistans und anderer Nationen an, dass er das „Projekt Freiheit“ aussetzen werde. Damit waren gerade einmal zwei Schiffe aus dem Persischen Golf eskortiert worden. Man wolle „prüfen, ob das Abkommen“ – ein Memorandum-Entwurf der USA zur Beendigung des Krieges – „fertiggestellt und unterzeichnet werden kann“. Am Mittwoch, dem 6. Mai, bestätigte die iranische Seite, dass sie den amerikanischen Vorschlag prüfe. Fast zeitgleich postete Trump: „Wenn sie nicht zustimmen, beginnen die Bombardements, und sie werden leider auf einem viel höheren Niveau und mit größerer Intensität stattfinden als zuvor.“
Gleichzeitig gehen die Provokationen in Richtung eines Krieges gegen noch größere Ziele, nämlich gegen Russland und China, weiter. Am 6. Mai nahm Japan an gemeinsamen Militärübungen mit den USA und den Philippinen teil, bei denen es erstmals seine Offensivrakete vom Typ 88 in ausländischen Gewässern abfeuerte. China reagierte scharf und erklärte, dass das „böswillige Aufkommen des Neomilitarismus in Japan … den regionalen Frieden und die Stabilität bedroht“. Der Council on Foreign Relations hatte tags zuvor in einem Artikel Japans Remilitarisierung und seine Abkehr von einer pazifistischen Sicherheitspolitik gepriesen.
„Die Situation ist äußerst gefährlich“, betonte Zepp-LaRouche. „Die Menschen haben vielleicht die Illusion, weil die große Katastrophe noch nicht eingetreten ist, dass die Dinge immer so weitergehen werden. Aber aus historischer Sicht kann man klar den Zeitpunkt bestimmen, an dem es zu spät war, den Ersten Weltkrieg zu stoppen, und an dem es zu spät war, den Zweiten Weltkrieg zu stoppen. Ich glaube, wir befinden uns in einer solchen Vorkriegssituation, in der schicksalhafte Ereignisse schneller eintreten könnten, als irgendjemand vermutet. Die Notwendigkeit, zu einem neuen Paradigma überzugehen, ist dringender denn je.“
Die Internationale Friedenskoalition und die Nachrichtenagentur Executive Intelligence Review veranstalten am 15. Mai eine Dringlichkeitssitzung, um genau für ein solches neues Paradigma zu mobilisieren. Nehmen Sie an diesem Treffen teil und mobilisieren Sie andere dafür.
Hier können Sie den aktuellen deutschsprachigen Webcast mit Helga Zepp-LaRouche ansehen: America for Sale? https://www.youtube.com/watch?v=gp5EjmTJKj4vern
Inhalt
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Russland fordert ausländische Diplomaten auf, Kiew zu verlassen
- Merz: territoriale Zugeständnisse der Ukraine für Friedensvertrag nötig
- Iranischer Außenminister zu Gesprächen in Peking
- Trump setzt „Projekt Freiheit“ aus
- Iran kündigt neue ‚Persian Gulf Strait Authority‘ an
- Coouncil on Foreign Relations feiert Japans Remilitarisierung
USA UND KANADA
- Präsidenten Lula da Silva und Trump treffen sich in Washington
NEUES PARADIGMA
- Ehemaliger indischer Top-Diplomat: Der Westen „zerfällt in Barbarei“
- Vietnams Präsident besucht Indien