Welchen Weg wird die Menschheit einschlagen?

Welchen Weg wird die Menschheit einschlagen?
Helga Zepp-LaRouche betonte auf der 117. Sitzung des IPC die Bedeutung, dass die Stimmen der Globalen Mehrheit deutlich stärker in den Vordergrund gerückt werden müssen. Bildnachweis: Schiller Institut

„Zwei Systeme stehen sich in der Welt gegenüber … Das eine führt zu Armut, Unwissenheit, Entvölkerung und Barbarei, das andere zu wachsendem Wohlstand, Komfort, Intelligenz, gemeinschaftlichem Handeln und Zivilisation. Das eine führt zu einem universellen Krieg, das andere zu universellem Frieden.“

Mit diesen Worten verglich der US-Nationalökonom Henry C. Carey im Jahre 1851 das britische Kolonialsystem mit dem amerikanischen System. Das ist die vielleicht treffendste Beschreibung der aktuellen historischen Situation, in der sich durch die Bemühungen der Globalen Mehrheit ein neues, postkoloniales System entwickelt, während das Nachkriegssystem der Geopolitik, der Wall Street und des Krieges rapide zerfällt.

In ihrer Rede vor der 117. Sitzung der Internationalen Friedenskoalition am Freitag, dem 29. August, betonte die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, wie wichtig es sei, dass die Stimmen dieser Globalen Mehrheit deutlich in den Vordergrund gerückt werden. Genau das geschieht derzeit in Tianjin, China, wo mehr als 20 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt vom 31. August bis 1. September zum Treffen der Shanghai Cooperation Organization (SCO) zusammenkommen. In Vorbereitung auf diesen Besuch gab der russische Präsident Wladimir Putin Xinhua ein schriftliches Interview, in dem er die Bedeutung der russisch-chinesischen Beziehungen für die Gestaltung einer neuen „gerechten, multipolaren Weltordnung mit Schwerpunkt auf den Nationen der Globalen Mehrheit“ hervorhob. Putin betonte, dass „ein wesentliches Element dieser globalen Vision die Schaffung einer Architektur der gleichen und unteilbaren Sicherheit in Eurasien ist, unter anderem durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den SCO-Mitgliedstaaten“. Ein Teil davon sei die Reform des IWF und der Weltbank: „Es ist unerlässlich, die Nutzung von Finanzen als Instrument des Neokolonialismus zu beenden, das den Interessen der Globalen Mehrheit zuwiderläuft.“

Auf das SCO-Treffen, am Rande dessen bilaterale Treffen zwischen den Präsidenten Xi, Putin, Premierminister Modi und anderen stattfinden werden, folgt am 3. September eine Gedenkfeier zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und vom 3. bis 6. September das Eastern Economic Forum in Wladiwostok. Dort werden Tausende von Delegierten aus mehr als 35 Ländern zum Thema „Der Ferne Osten: Zusammenarbeit für Frieden und Wohlstand“ mit Schwerpunkt auf der Entwicklung der Arktis zusammenkommen. Sollte Präsident Trump am 3. September nach Beijing reisen, könnte er mit Präsident Xi und Präsident Putin genau solch eine Kooperation beim Aufbau einer neuen Zukunft für die Menschheit – einschließlich des Baus des seit langem diskutierten Beringstraßentunnels – diskutieren, wie es Helga Zepp-LaRouche vorschlägt.

Man vergleiche diese menschenfreundliche Zusammenarbeit mit den Bemühungen der kolonialistischen Kriegstreiber unter den europäischen und westlichen Eliten, die alles in ihrer Macht Stehende tun, um ihr barbarisches System aufrechtzuerhalten. Das betrifft auch die Kriege in der Ukraine und in Südwestasien. Anfang dieser Woche haben die „E3“ (Großbritannien, Frankreich und Deutschland) ihre kolonialistische Pflicht erfüllt und die „Wiederaufnahme“ der UN-Sanktionen gegen den Iran eingeleitet. Dabei forderten sie vom Iran die Erfüllung von Bedingungen, die dieser bekanntlich nicht akzeptieren kann und daher als reine Provokation ansieht. Dies wurde vom iranischen UN-Botschafter Amir Saeid Iravani unmissverständlich zum Ausdruck gebracht: „Die rücksichtslose Entscheidung der E3 untergräbt die Zusammenarbeit des Iran mit der IAEO und stellt eine unnötige und provokative Eskalation dar. Wenn sie nicht gestoppt wird, wird der Kurs der E3 die Glaubwürdigkeit und Integrität des Sicherheitsrats schwer beschädigen und den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit ernsthaft gefährden.“

In ähnlich provokativer Weise nutzte die EU-Kriegsbefürworterin Kaja Kallas das informelle Treffen der EU-Außenminister heute in Kopenhagen, um die Beschlagnahmung eingefrorener russischer Vermögenswerte in Europa zur Finanzierung der Verteidigung in der Ukraine weiter voranzutreiben, während das US-Außenministerium den Kongress über eine neue Tranche von Waffenverkäufen an die Ukraine informierte, die von Dänemark, den Niederlanden, Norwegen und aus Mitteln der Foreign Military Financing der Vereinigten Staaten finanziert werden sollen.

Und dann ist da noch die grauenhafte Lage in Gaza. Dazu sagte Helga Zepp-LaRouche auf der IPC-Sitzung: „Wenn die gesamte Weltgemeinschaft sich als unfähig erweist, einen Völkermord zu stoppen, der sich vor den Augen der ganzen Welt abspielt … dann ist das meiner Meinung nach das Ende der Zivilisation, wenn man das nach all dem noch Zivilisation nennen kann. Es ist also die letzte Chance.“ Alle Augen werden auf die UN-Generalversammlung gerichtet sein, die im September zusammentritt, um zu sehen, ob wir als Weltgemeinschaft unter dem Motto der Resolution 377 „Vereint für den Frieden“ aktiv werden können, um den Völkermord zu stoppen.

Was hier auf dem Spiel steht, ist die menschliche Evolution. Können wir die Rückständigkeit des kolonialen Systems überwinden, das Menschen wie Tiere behandelt? Können wir ein neues System schaffen, das die Macht der Menschheit im und über das Universum als kreative Wesen erhöht, ein Konzept, das in der christlichen Theologie mit „Mensch als Ebenbild Gottes“ ausgedrückt wird?

Im Westen müssen wir jetzt unser „besseres Selbst“ wachrufen und uns mit der Globalen Mehrheit verbünden, bevor es zu spät ist. Dies ist auch die Gründungsmission der USA, wie sie Henry Carey (1793-1879) als Prinzip des „American System“ beschrieb, „dessen Tendenz darin bestand, die Lebensbedingungen der Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern und gleiche Bedingungen zu schaffen.“ Eine Dokumentation und Würdigung der weltweiten Bedeutung von Henry C. Carey finden Sie in dem 2010 bei E.I.R. erschienenen Buch „Das Geheimnis der Wirtschaft“, u.a. einen Aufsatz von Wilhelm von Kardorff gegen den Freihandel (1875), der sich auf Carey stützt.).


Inhalt

NEUES PARADIGMA

  • Putin: Beziehungen zwischen Russland und China dienen „Aufbau einer gerechten multipolaren Ordnung“
  • China empfängt Modi mit besonderen Ehren

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Russischer Diplomat warnt vor Sabotage der amerikanisch-russischen Vereinbarungen durch Brüssel/Kiew
  • Spanien schlägt EU Aktionsplan für Gaza vor

KOLLABIERENDES IMPERIALES SYSTEM

  • Neonazi-Schlüsselfigur des Staatsstreichs von 2014 ermordet
  • Iran lehnt E3-Bedingungen zur Vermeidung internationaler Sanktionen ab
  • US-Außenministerium informiert Kongress über Waffenverkauf an die Ukraine
  • Wie sieht Haitis Zukunft aus? 50 % Kinder in bewaffneten Gangs
  • US-Seuchenbekämpfungsbehörde in Aufruhr: Peter Thiels Vertrauter Jim O‘Neill jetzt an der Spitze

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