Online-Krisenforum des Schiller-Instituts am 1. September

Was geschieht mit einem Imperium, das zwar noch drohen, aber nicht mehr handeln kann?

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Was geschieht mit einem Imperium, das zwar noch drohen, aber nicht mehr handeln kann?
Zerstörung von Thomas Coles Gemälden "Der Lauf des Imperiums". Zerstörung von Thomas Coles Gemälden "Der Lauf des Imperiums".

Am Montag fragte ein Reporter US-Finanzminister Scott Bessent am Ende seiner Pressekonferenz, warum die Sanktionen gegen den Iran nicht sofort in Kraft treten sollen, wenn die „Operation Economic Outcast“ doch der größte finanzielle Angriff sei, der jemals gegen einen Gegner in Gang gesetzt wurde.

Der Finanzminister antwortete: „Nun, wir geben jedem die Gelegenheit, sein Fehlverhalten zu korrigieren. Warum sollte ich das globale Finanzsystem sprengen wollen?“

Er erklärt damit sehr genau, was seine finanzielle Waffe tatsächlich bewirken würde – nicht gegenüber dem Iran, sondern gegenüber der ganzen Welt. Kurz zuvor hatte er nicht nur Iran, sondern allen gedroht, die mit dem Iran Handel treiben: „Sie sollten damit rechnen, dass sie das Dollarsystem verlassen werden.“

Helga Zepp-LaRouche erklärte am Montag gegenüber Mitarbeitern, dass Bessent und seine Leute mit derartigen Sanktionen drohten, weil ihnen keine militärischen Optionen mehr zur Verfügung stünden. Fünf Monate Krieg haben den Iran nicht besiegt; die amerikanischen Bestände an Raketen und Abfangraketen sind gering; und der Iran verfügt über Routen, die Washington nicht sperren kann – auf dem Landweg nach China durch Zentralasien, über das Kaspische Meer nach Russland, über pakistanische Häfen.

Kanada reagierte auf Washingtons Zölle mit Ggegenzöllen auf 700 amerikanische Produkte, mußte jedoch eingestehen, mehr für die Unterstützung seiner Exporteure ausgeben zu müssen, als es einnehme – und beide Regierungen ließen Öl, Gas, Kali und Mineralien unberührt, da beide wissen, was die Konsequenzen wären.

Dies ist ein Imperium, das zwar noch drohen, aber nicht mehr handeln kann.

Was nach Vorstellung dieser Leute an seine Stelle treten soll, ist allerdings noch schlimmer: ein Neofeudalismus, in dem der Staat abgebaut wird und private Strukturen unter der Kontrolle von Milliardären die Macht übernehmen. Ihr Zivilisationsmodell wären Städte, in denen die Reichen in Villen auf Hügeln hinter Mauern und unter privater Bewachung leben, während alle anderen in Slums hausen.

Aber es geschieht noch anderes auf der Welt. In Moskau empfing Putin den indischen Außenminister, der einen Brief von Ministerpräsident Modi überbrachte, und hob dabei besonders die Düngemittellieferungen hervor: „Wir tun alles, um dieses Problem für die indischen Landwirte zu lösen“. In Peking traf der indische Sicherheitsberater Ajit Doval mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi zur 25. Runde der Grenzgespräche zusammen. Der chinesische Präsident Xi Jinping könnte nächsten Monat mit einer vierhundertköpfigen Delegation zum BRICS-Treffen nach Neu-Delhi reisen. In Teheran legte der Außenminister von Oman einen Plan zur Minenräumung in der Straße von Hormus vor.

Es gibt zwei Konzepte von Sicherheit. Die NATO beruht auf der absoluten Form: Der Sicherheit ihrer Mitglieder gegenüber allen, die nicht zu ihr gehören. Das Mekka-Abkommen zwischen der Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan, so Zepp-LaRouche, enthält eine Klausel zur kooperativen Sicherheit – die Sicherheit des einen darf nicht auf Kosten des anderen gehen –, wobei der Schwerpunkt auf der gemeinsamen Entwicklung liegt. Bangladesch hat nun sein Interesse an einer Teilnahme angemeldet. Und dieser Ansatz beruht auf belegten Fakten: Die Nanjing-Studie, über die wir am Montag berichteten, ergab, dass es den 146 Ländern, die im Rahmen der „Belt and Road“-Initiative mitarbeiten, besser geht und ihre Schulden eher besser als schlechter zu bedienen sind.

Was fehlt, sind nicht mehr Treffen. Was wir brauchen, ist eine höhere Ordnungsebene.

In einem offenen Brief, initiiert von Jack Gilroy, Peter Kuznick und Ivana Nikolić Hughes von der Nuclear Age Peace Foundation, mitunterzeichnet von der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, und vielen anderen, wird Papst Leo XIV. aufgefordert, die Staatschefs der drei wichtigsten Atommächte zu einem Gipfeltreffen einzuladen – so wie Johannes XXIII. während der Kubakrise im Oktober 1962 an die Mächte appellierte, den Dialog fortzusetzen. Der Brief ist jetzt ganz oben auf der Website des mexikanischen Journalistenclubs zu finden, und der Außenminister des Vatikans traf sich am Dienstag mit dem russischen Außenminister Lawrow und am Mittwoch mit Putins außenpolitischem Berater.

Den Brief selbst zu unterzeichnen, ist dabei nur der geringste Teil. Der Brief ist zugleich ein Instrument der Aufklärung, denn die meisten Menschen, die ausschließlich die Mainstream-Presse lesen, haben keine Ahnung, wie nah wir bereits einem Atomkrieg gekommen sind. Sorgen Sie dafür, dass dieser Brief in dieser Woche jedem Abgeordneten, jedem Redakteur, jedem Bischof und jedem Nachbarn vorliegt, den Sie erreichen können. Und mobilisieren Sie für das EIR-Diskussionsforum am 4. September, bei dem es um die bi-ozeanische Eisenbahn in Iberoamerika geht, die für die höhere Ordnung steht, wenn sie verwirklicht wird.

Die Instrumente der Zerstörung befinden sich in den Händen derer, die sie abfeuern könnten. Sie würden die ganze Welt treffen. Die Wahl steht nicht zwischen Ordnung und Unordnung. Werden wir eine Welt aus ummauerten Villen schaffen oder eine, in der die Sicherheit des einen nicht auf Kosten des anderen erkauft wird?


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Putin-Berater droht mit „halbmilitärischen“ Maßnahmen gegen europäische Drohnenfabriken
  • Vatikan-Gesandter und russischer Außenminister treffen sich in Moskau
  • Oman und Iran veröffentlichen einen Rahmenplan zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus
  • Aufruf zu einer Friedenskonferenz an Papst Leo verbreitet sich schnell

ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM

  • Bessent spielt mit der Sprengung des Dollar-Finanzsystems
  • Kanada antwortet Trump mit 50-prozentigen Zöllen; keine der beiden Seiten rührt jedoch Öl, Gas oder Kali an
  • Der „Nachhaltigkeits“-Wahn der EU schafft unproduktive Arbeitsplätze und verhindert Investitionen

WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE

  • Roboter-Sprinter halbieren ihre 100-Meter-Zeit innerhalb eines Jahres

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