Wann werden wir endlich sagen, dass Kanonenboot-Kolonialismus nicht normal ist?

Wann werden wir endlich sagen, dass Kanonenboot-Kolonialismus nicht normal ist?
Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva spricht vor dem ersten CELAC-Africa High-Level-Forum in Bogota, Kolumbien. Quelle: Gov.br

Für Leser in Europa und Nordamerika ist es oft schwierig, über den Tellerrand der Massenmedien zu blicken, um zu verstehen, was auf der ganzen Welt geschieht. Schließlich machen die USA nur etwa 4 % und Europa 9 % der Weltbevölkerung aus. Das ist besonders wichtig, wenn wir den von London gesteuerten tödlichen Kurs hin zu einer nuklearen Konfrontation mit Russland und China stoppen wollen, wofür nun die Kriege im Iran und in der Ukraine als Stellvertreter dienen.

Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, betonte in ihrem Internetforum vom 25. März mit Blick auf die Lösung der Krise erneut: „Worüber wir hier diskutieren, wird in der ganzen Welt diskutiert, insbesondere von der Globalen Mehrheit. Diese Länder wollen die 500-jährige Ära des Kolonialismus beenden, im Wesentlichen durch die Belt and Road-Initiative, die BRICS und ähnliche Bemühungen. Ich glaube nicht, dass sie diese absolut legitimen Bemühungen aufgeben werden.“

Genau das war auch die Aussage des brasilianischen Präsidenten Lula da Silva am 21. März vor dem CELAC-Afrika-Forum in Kolumbien: „Wir sind keine kolonialisierten Länder mehr. Mit unserer Unabhängigkeit haben wir Souveränität erlangt. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich irgendjemand einmischt und die territoriale Integrität eines Landes verletzt… Wann werden wir Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass die mächtigsten Länder so tun, als gehörten die schwächsten ihnen? … Glaubt etwa derjenige, der mehr Kanonen hat, mehr Schiffe, mehr Flugzeuge, mehr Geld, dass ihm die Welt gehört?“

Lula forderte: „Wann werden wir sagen, dass das nicht normal ist? Wann werden wir sagen, dass wir zivilisierte Beziehungen zwischen den Nationen wiederherstellen wollen, dass wir das Ende des Multilateralismus nicht zulassen werden und dass wir dafür sorgen werden, dass nur der Frieden die Entwicklung der armen Welt ermöglichen kann?“

EIR wird ein Krisenforum über diese Themen und Lösungen veranstalten, voraussichtlich am 6. April. An diesem Tag endet Präsident Trumps „aufgeschobenes Ultimatum“ an den Iran; er hat gesagt, danach werde er die Bombardierung der iranischen Energieversorgung und Industrie wieder aufnehmen, sofern der Iran nicht den Kapitulation-Forderungen der USA nachgibt. Es gibt natürlich keine Garantie dafür, dass Trump nicht schon vorher eine neue Angriffswelle startet, während Israel die Bombardierung der iranischen Stahlwerke, des Kernkraftwerks Bushehr usw. fortsetzt. Und es besteht die Möglichkeit und vielleicht sogar die Wahrscheinlichkeit, dass Trump versuchen wird, im Iran Bodentruppen einzusetzen – so verrückt das auch ist.

Wir sind also in einem Wettlauf gegen die Zeit. Alternative politische Konzepte müssen in Rekordzeit vorgelegt, diskutiert und umgesetzt werden. Die gesamte Region, von Indien bis zum Mittelmeer, vom Kaukasus bis zum Persischen Golf, braucht eine Strategie für Wiederaufbau und für einen Dialog der Zivilisationen, wie den 1975 vom renommierten US-Ökonomen und Staatsmann Lyndon LaRouche vorgeschlagene „Oasenplan“, den Helga Zepp-LaRouche und das Schiller-Institut aktualisiert haben.

Zepp-LaRouche erläuterte dies auf der Sitzung der Internationalen Friedenskoalition am 27. März:

„Wir brauchen die Idee einer gemeinsamen wirtschaftlichen Entwicklung auf der Grundlage des Konzepts des Oasenplans für die gesamte Region. Zuerst müssen Kanäle vom Mittelmeer zum Roten Meer und zum Toten Meer angelegt werden; friedliche Kernenergie muss für die Entsalzung riesiger Mengen von Meerwasser genutzt werden, um damit die Wüste zu begrünen, Wälder anzupflanzen, Ackerland und Obstgärten anzulegen und Wasser zum Aufbau der Infrastruktur zu nutzen.

Auf diese Weise könnten wir Entwicklungskorridore schaffen, wie z.B. die Verbindung des China-Pakistan-Korridors mit dem Nord-Süd-Transportkorridor von St. Petersburg nach Chabahar und möglicherweise weiter nach Indien, und diese mit anderen Entwicklungskorridoren verknüpfen, um diese Länder mit der Türkei, mit Afrika und mit Europa zu verbinden. Denn in der Antike war diese Region der Ort der alten Seidenstraße, und damals war sie der Knotenpunkt, der die drei Kontinente durch Handel, den Austausch von Wissenschaft, Technologie, Kunst, Ideen und Philosophie verband. Und genau das kann diese Region wieder werden.“


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Pakistan bemüht sich um Deeskalation des Iran-Konflikts
  • Steht ein US-Bodenkrieg im Iran bevor?
  • Zwei iranische Universitäten bombardiert, Iran droht mit symmetrischer Reaktion
  • Trump beleidigt den saudischen Kronprinzen
  • Selenskij fordert erneut Atomwaffen

NEUES PARADIGMA

  • Lula: Afrika und Iberoamerika sollten gemeinsam für Entwicklung und Weltfrieden arbeiten

ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM

  • Israel hindert Patriarchen am Betreten der Grabeskirche – und muss sich entschuldigen
  • Irankrieg führt zu gefährlichem Düngemittelmangel

USA UND KANADA

  • Millionen Menschen bei Kundgebungen gegen Trump in den USA und weltweit

---------------------------

© E.I.R. GmbH 2024. Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.

Impressum und Offenlegung| AGB| Datenschutzerklärung