Der Pfeil, der nach oben zeigt

Der Pfeil, der nach oben zeigt
Die Sojus-Rakete startet mit dem NASA-Astronauten Anil Menon und den Roskosmos-Kosmonauten Pjotr Dubrov und Anna Kikina an Bord, Dienstag, 14. Juli 2026, im Kosmodrom Baikonur in Kasachstan zur Internationalen Raumstation. Quelle: NASA/Bill Ingalls

Am 14. Juli standen in Baikonur die Leiter der amerikanischen und der russischen Raumfahrtbehörden Seite an Seite – das erste Treffen dieser Art an diesem Ort seit fast acht Jahren – und schickten eine Besatzung, bestehend aus zwei Russen und einem Amerikaner, zu jenem Außenposten, an dem ihre Nationen nie aufgehört haben, zusammenzuarbeiten. Am selben Morgen wurden in der Straße von Hormus ein Matrose getötet und acht seiner Besatzungskameraden verwundet, als Raketen ihre Tanker trafen – in einem Krieg darum, wer diesen 21 Meilen breiten Kanal passieren darf. Ein Tag, zwei Bilder der Weltlage. Welche Zukunft erwartet die Menschheit?

Der russisch-ukrainische Wissenschaftler Wladimir Wernadskij widmete sein ganzes Leben dem Nachweis, dass dies keine offene Frage ist. Über zwei Milliarden Jahre der Fossiliengeschichte hinweg spürte er einem Pfeil nach, der dem „Zeitpfeil“ der Physiker zuwiderläuft: Der Pfeil zeigt nach oben – die unumkehrbare Vervollkommnung des Nervensystems, die der amerikanische Geologe James Dwight Dana als “Zephalisation“ bezeichnete, denn „das Gehirn, das im Evolutionsprozess einmal ein bestimmtes Niveau erreicht hat, unterliegt keinem Rückschritt, sondern kann sich nur weiter entwickeln“ – und er nannte das Ziel der Entwicklung die Noosphäre, jene Epoche, in der „der Mensch zu einer starken geologischen Kraft wird“, zum ersten Lebewesen, das den Planeten bewusst und gezielt umgestaltet. Lyndon LaRouche gab diesem Pfeil ein wirtschaftliches Maß: den antientropischen Anstieg der Energieflussdichte, die Kraft einer Spezies, die die Biosphäre nicht bloß bewohnt, sondern ihre eigene Tragfähigkeit bewusst erhöht. Die Berufung des Menschen besteht nicht darin, sich der Welt, wie sie vorfindet, zu unterwerfen, sondern die Welt, in der er lebt, zu gestalten. Und genau vor zweihundertfünfzig Jahren wurde eine Republik als politische Form dieses Pfeils gegründet: „We the People“ der Vereinigten Staaten – ein Licht für die gesamte Menschheit.

Betrachtet man die heutige Gegenwart, so hat sich der Pfeil umgekehrt – absichtlich, von Eliten, die in den Korridoren der Macht den Wahnsinn Einzug halten ließen. Diese Umkehrung ist der Grund, warum Präsident Trump damit droht, „Pickaxe Mountain auszuschalten“, eine so tief vergrabene Nuklearanlage, die laut Expertenmeinung von keiner konventionellen Waffe zerstört werden könne. Das einzige Instrument, das dies könnte, bleibt unerwähnt: die Atomwaffe, die erstmals 1945 im Krieg eingesetzt wurde. Das ist der Grund, warum Raketen auf den Stützpunkt der Fünften Flotte abgefeuert wurden, warum die Blockade der iranischen Häfen wieder in Kraft ist und warum nun die ersten Seeleute in einer Meerenge ums Leben gekommen sind, durch die das Öl der Welt transportiert werden muss. Deshalb wird vom amerikanischen Kongress verlangt, die Abschnitte 219 und 1217 des National Defense Authorization Act zu verabschieden, wodurch das US-Militär dauerhaft mit dem israelischen verschmelzen würde – „mein Plan“, wie Netanjahu einem Kongressabgeordneten schrieb. Und deshalb opfert Europa seine Realwirtschaft, um die Aufrüstung zu bezahlen – Deutschland nimmt 838 Milliarden Euro auf, wobei der Schuldendienst bald das Vierfache seines Gesundheitsbudgets betragen wird. Deutschland marschiert auf dem Schachtschen Weg in den Weltkrieg. Gleichzeitig hat eine einzige Hitzewoche im Juni mehr als zehntausend Europäern das Leben gekostet, vor allem in Wohnungen und Einrichtungen, die über keine Klimaanlage verfügen.

Eine Zivilisation, die vergisst, dass ihr Zweck darin besteht, eine wachsende Welt aufzubauen, wird unweigerlich damit beginnen, sich um eine schrumpfende Welt zu streiten.

Doch der Pfeil ist noch nicht zum Stillstand gekommen. China und Indien – mehr als ein Drittel der Menschheit – wollen wieder zueinander finden. Und in Castel Gandolfo, in den Gärten der Sommerresidenz des Papstes, versammelten sich dreißig Nobelpreisträger und die führenden Wissenschaftler des KI-Zeitalters im Geiste der Enzyklika Magnifica Humanitas von Leo XIV. – „großartige Menschheit“. In der Eröffnungssitzung wurde die Forderung erhoben, dass niemals eine Atomwaffe durch einen Vorgang ausgelöst werden dürfe, an dem kein Mensch beteiligt ist – auf dem Weg zu einer „„Erklärung von Rom für einen unbewaffneten und entwaffnenden Frieden“, die am Freitag vorgestellt werden soll. Vor zwei Tagen hatte der Papst bereits bei seinem sonntäglichen Angelus-Gebet deutlich gesagt: „Leider wehen im Nahen Osten, in der Ukraine und in vielen anderen Teilen der Welt wieder die Winde des Krieges“, und er betete für die Seeleute, „die Angst vor den Konflikten haben, die die Seewege durchziehen“ – Worte, die eine iranische Rakete innerhalb von achtundvierzig Stunden buchstäblich wahr werden ließ. Seine Antwort – und unsere – besteht nicht in der Bewältigung einer schrumpfenden Welt, sondern in der Entwicklung einer wachsenden Welt: das Recht jedes Menschen, in seiner Heimat zu bleiben, dort etwas aufzubauen und sich zu entfalten.

Genau diesen Standpunkt wird EIR der Welt bei seiner Diskussionsrunde am 31. Juli unter dem Titel „Die Einwanderungskrise durch Entwicklung lösen“ darlegen, und genau diesen Standpunkt vertritt Diane Sare im Präsidentschaftswahlkampf mit einer einzigen Frage: Wie werden Amerika und die Welt im Jahr 2076 aussehen?

Mit Wernadskijs Pfeil wurde das Leben vom Meer ans Land getragen, und aus einer Wildnis wurde eine Republik geschaffen. In der dunkelsten Stunde des letzten Weltkriegs zögerte er nicht, zu schreiben: „Unsere demokratischen Ideale stehen im Einklang mit den elementaren geologischen Prozessen, mit den Naturgesetzen und mit der Noosphäre. Deshalb können wir der Zukunft zuversichtlich entgegensehen. Sie liegt in unseren Händen. Wir werden sie nicht aus den Händen geben.“ Möge dies unsere Aufgabe sein.


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Der Krieg zwischen den USA und dem Iran weitet sich aus: Tote Seeleute in der Straße von Hormus, erneute Blockade und Drohung mit Atomwaffen
  • Nach dem Tod von Lindsey Graham: Russland-Falken in Washington wollen erneute Sanktionen gegen Russland
  • Neun europäische Staaten schließen sich dem ukrainischen Raketenabwehrprogramm „Freya“ an

LAROUCHE-BEWEGUNG

  • Präsidentschaftskandidatin Sare spricht bei Kundgebung vor Schumers Büro

NEUES PARADIGMA

  • Am ersten Tag der KI-Konferenz im Vatikan stand „Magnifica Humanitas“ im Mittelpunkt
  • Peking geht gegen anti-indische Fremdenfeindlichkeit vor
  • „Sojus MS-29“ startet planmäßig, während Isaacman und Bakanow über „Die Zukunft der ISS“ sprechen

ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM

  • 10.000 Hitzetote in einer Woche: Europa kämpft gegen CO₂-Emissionen, kühlt aber die Wohnungen nicht
  • Tschechisches Unternehmen stellt Traktorenproduktion ein und wendet sich nach Indien und China

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