250 Jahre später: Wer braucht noch Könige?

250 Jahre später: Wer braucht noch Könige?
Die Welt ist müde von den alten, imperialen Wegen des britischen Königs Charles III. und seiner Bewunderer.

Das Jahr 2026 war bislang geprägt von Krieg, Chaos, Wirtschaftskrise und imperialer Überheblichkeit. Die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump führen weiterhin einen illegalen und aussichtslosen Krieg gegen den Iran, der weltweit wirtschaftliche Verwüstung anrichtet und eine Eskalation weit über die Region hinaus auslösen könnte. Viele europäische Regierungen befinden sich in einer Zwickmühle: Einerseits haben sie es mit dem Wahnsinn der Vereinigten Staaten zu tun, andererseits ist ihre eigene Politik nicht weniger absurd – besonders deutlich wird dies an Deutschlands neuer Militärstrategie, mit der die stärkste Armee Europas für einen Krieg gegen Russland aufgebaut werden soll.

Der Zerfall globaler Institutionen und Normen schreitet in Rekordtempo voran. Gleichzeitig wehren sich jedoch immer mehr Kräfte weltweit dagegen. Auf der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag am 27. April wurde der Iran trotz lautstarker Proteste der USA zu einem der 34 Vizepräsidenten gewählt. Und Thailand, ein starker Verbündeter der USA, hat durchblicken lassen, man müsse wegen des Krieges gegen den Iran „einige Beziehungen überdenken“, unter anderem durch Annäherungsversuche an Russland und China.

Aber das Schreckgespenst kriegerischer Katastrophen breitet sich rasant weiter aus. UN-Generalsekretär Antonio Guterres eröffnete die erwähnte Überprüfungskonferenz mit einer Warnung: „Zum ersten Mal seit Jahrzehnten steigt die Zahl der Atomsprengköpfe. Atomtests stehen wieder zur Debatte. Einige Regierungen erwägen offen den Erwerb dieser schrecklichen Waffen.“ Er erinnerte die Welt an die Gefahr von Atomwaffen und bemerkte, es habe sich ein Zustand kollektiver Amnesie breitgemacht. In ähnlicher Weise berichtet das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut, dass die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2025 einen neuen Rekord von fast 2,9 Billionen Dollar erreicht haben – das elfte Jahr in Folge mit einem Anstieg –, während gleichzeitig die Armut weltweit steigt und die Menschen überall auf der Welt mit steigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert sind.

Doch selbst dieser düstere Ausblick verblasst im Vergleich zu dem empörenden Empfang, den US-Präsident Trump dem britischen König Charles III. diese Woche in Washington bereitete – prominent begleitet von Aktivisten der LaRouche-Bewegung. Trump empfing den britischen König zu einem grandiosen Staatsbesuch, mit feierlichen Zeremonien, einer Militärparade und sogar einer Einladung, vor einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses zu sprechen. Trotz seiner jüngsten harten Worte und seines aggressiven Tons gegenüber dem britischen Premierminister Keir Starmer bewies Trump, dass es sich hierbei nur um oberflächliche Meinungsverschiedenheiten handelt, denn er versicherte, die USA seien im Kern „majestätische Erben“ Großbritanniens. Trump lobte schamlos die „Kultur“, den „Charakter“ und das „Credo“ des Britischen Empires und behauptete sogar, dass „unsere Vorfahren sicherlich voller Ehrfurcht und Stolz wären, dass sich die anglo-amerikanische Revolution der menschlichen Freiheit“ über die ganze Welt ausgebreitet habe. Offensichtlich ist Trump mittlerweile eine vollständig kontrollierte britische Marionette.

Jeder, der die wahre Geschichte der Amerikanischen Revolution kennt, weiß, dass dies eine Verhöhnung der Vereinigten Staaten darstellt – noch verschlimmert dadurch, dass dies zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung geschieht. Trump lobte nicht nur die Geschichte des blutigen Britischen Empire – jenes Imperiums, das während des Zweiten Weltkriegs drei Millionen Inder verhungern ließ und unter seiner Kolonialherrschaft Dutzende Millionen andere brutal unterdrückte –, sondern behauptete auch fälschlicherweise, die Vereinigten Staaten seien durch den geistigen und philosophischen Einfluss Großbritanniens entstandeni. In seiner Ansprache vor dem Kongress brachte König Charles dieselben Punkte vor, wofür er von den an Amnesie leidenden Abgeordneten wiederholt mit stehenden Ovationen bedacht wurde.

Im Gegensatz zu britischen „liberalen“ Philosophen wie Thomas Hobbes, John Locke und Adam Smith, die die Sklaverei mit dem „Recht auf Eigentum“ rechtfertigten, sowie zum Konzept des positiven Rechts der Magna Charta bestanden die Gründerväter der Vereinigten Staaten darauf, dass sich jede Regierung auf das Naturrecht gründen müsse. Demnach werden Menschen nicht allein von persönlichen Bedürfnissen und Begierden getrieben, was sie in einen ständigen Konflikt miteinander treibt und einen Herrscher oder ein „Commonwealth“ erforderlich macht, um sie alle in Schach zu halten. Vielmehr sind alle Menschen nach dem Ebenbild des Schöpfers geschaffen und mit der Fähigkeit ausgestattet, bewusst „Gutes zu tun“ und die Beherrschung der Natur durch die Menschheit voranzutreiben. Oder, um es mit den Worten des Artemis-II-Astronauten Jeremy Hansen bei seiner Rückkehr von der Mondumrundung zu sagen: „Menschen sind im Allgemeinen einfach großartige Wesen. Wir vollbringen nicht immer Großes … aber unser Grundanliegen ist es, gut zu sein und gut zueinander zu sein.“

Eine solche Einstellung, die die Welt zunehmend erfasst, während gleichzeitig die Überreste des sterbenden britischen Imperiums immer deutlicher hervortreten, muss die Schaffung einer neuen gerechten Weltordnung vorantreiben. Die Welt muss endlich das verdorbene Menschenbild abschütteln, das in der in Washington zur Schau gestellten Arroganz zum Ausdruck kommt und sich in den zerstörerischen Angriffskriegen im Namen des „Friedens“ zeigt.


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Eröffnungsrede von Guterres auf der NPT-Konferenz
  • Globale Militärausgaben stiegen 2025 auf fast 2,9 Billionen Dollar
  • Elbridge Colby lobt neue deutsche Verteidigungsstrategie
  • Deutschland muss wieder in den Dialog mit Russland eintreten
  • Japan treibt Remilitarisierung voran und überarbeitet Sicherheitspolitik
  • Weißes Haus unzufrieden mit neuem iranischen Vorschlag

ZUSAMMENBRUCH DES IMPERIALEN SYSTEMS

  • König Charles will die Vereinigten Staaten zurückerobern
  • Trump lobt britisches Erbe während des Besuchs von König Charles

NEUES PARADIGMA

  • Thailand „überdenkt“ globale Beziehungen nach US-Krieg gegen den Iran

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