Gerangel in Davos: Wie sollen die kollabierenden Institutionen des Westens ersetzt werden?

Gerangel in Davos: Wie sollen die kollabierenden Institutionen des Westens ersetzt werden?
Das Weltwirtschaftsforum in Davos: Die liberale Weltelite traf sich Anfang dieser Woche, ohne auch nur die 2,4 Billiarden Dollar schwere Spekulationsblase zu erwähnen, die das transatlantische Finanzsystem aufgebläht hat. Quelle: CC/©2026 Weltwirtschaftsforum / Sandra Blaser

Es ist schwer, im Westen noch eine Institution zu finden, die nicht bereits ein Trümmerhaufen ist oder kurz vor dem Einsturz steht wie ein Gebäude, das von einem Erdbeben der Stärke 9 getroffen wurde. Nur wenige sind bereit, diese Tatsache zuzugeben; noch weniger verstehen die Ursache. Lyndon LaRouche veröffentlichte am 25. Februar 1994 einen langen Artikel mit dem Titel „Die Wissenschaft der physischen Ökonomie als platonische erkenntnistheoretische Grundlage für alle Zweige menschlichen Wissens“, in dem er die globale Krise, die er damals kommen sah, mit wissenschaftlicher Weitsicht ansprach:

„Die Abfolge von Änderungen in der Wirtschaftspolitik, die vor etwa 30 Jahren eingeführt wurden, hat eine systemische Störung in der gesamten Weltwirtschaft in Gang gesetzt: einen spiralförmigen Zusammenbruch der physischen Wirtschaft, der durch den unersättlichen Appetit einer bereits riesigen, schnell wachsenden Spekulationsblase verursacht wird, einen systemischen Zusammenbruchsprozess, der mit einem parasitären Krebsgeschwür vergleichbar ist, das sich von seinem sterbenden Opfer ernährt.

Die einzige wichtige wirtschaftspolitische Frage, mit der sich wirklich intelligente Denker in irgendeinem Teil der Welt heute konfrontiert sehen, lautet: Dieses Finanzsystem ist dem Untergang geweiht; können wir rechtzeitig ein neues, gesundes Wirtschaftssystem errichten, um den politischen Zerfall unserer Nationen zu verhindern, der im Gefolge der Finanzlawine, die die Welt als Ganzes zu erdrücken droht, eintreten muss?

Wir stehen also nicht vor einer dieser berühmten zyklischen Krisen auf den Finanzmärkten, sondern vor einer Systemkrise, bei der entweder die maßgebliche Wirtschaftspolitik oder die Wirtschaft selbst zerstört wird…

Jegliche wirtschaftliche Erholung hängt von der Schaffung und Umsetzung groß angelegter staatlicher Kreditmechanismen ab, die frei von dem alten System funktionieren, das dann nur noch im Rahmen einer Konkurssanierung existieren wird.

Der derzeitige Zusammenbruch der angelsächsischen Wirtschaftsordnung nach Jalta wurde durch ein Vierteljahrhundert falscher wirtschafts- und wissenschaftspolitischer Entscheidungen verursacht, durch eine falsche Politik praktisch aller Regierungen und anderer relevanter Institutionen dieses Planeten. Daran ist die schlechte Politik schuld, nicht die Natur. Wenn jemand vom Dach eines zweistöckigen Gebäudes springt und sich ein Bein bricht, dann seien Sie doch bitte so nett, keine Schadensersatzklage gegen das Gesetz der Schwerkraft einzureichen. Es war die schlechte Politik, die bis jetzt von den meisten vermeintlich gebildeten Bürgern der Vereinigten Staaten und anderer Nationen verteidigt oder toleriert wurde, die die direkte Ursache für das schreckliche Elend ist, das diesen Planeten heute heimsucht.“

In Davos traf sich Anfang dieser Woche das liberale Establishment der Welt, um darüber zu diskutieren, wie sie sich weiterhin über das Gesetz der Schwerkraft hinwegsetzen können. Dabei ignorierten alle den Elefanten im Raum – die 2,4 Billiarden Dollar schwere Spekulationsblase, die das transatlantische Finanzsystem gesprengt hat. Und sie erhoben den kanadischen Premierminister Mark Carney zu ihrem Bannerträger für eine Neuordnung ihres Systems in der Gestalt einer Anti-Trump-Allianz von Kräften, die er als „Mittelmächte“ bezeichnete.

Warum Carney? Weil Carney nach dem Finanzcrash von 2008 einer der Architekten der damaligen großangelegten Rettungsaktion war, zunächst in seiner Funktion als Chef der Bank of Canada, dann als Gouverneur der Bank of England und schließlich sieben Jahre lang als Chef des Financial Stability Board (FSB), das die Aktivitäten der bankrotten westlichen Zentralbanken koordinierte. Es war diese Politik, mit der die Spekulationsblase von 1,5 Billiarden Dollar im Jahr 2007 auf heute 2,4 Billiarden Dollar anwachsen konnte – ein Anstieg um 53 Prozent, der auf endlosen Kriegen, brutalen Plünderungen und Völkermord sowie der zunehmenden Unterdrückung der Meinungsfreiheit beruht.

Aber kann die heutige Krebsblase von 2,4 Billiarden Dollar noch einmal auf die gleiche Weise gerettet werden, ohne einen thermonuklearen Krieg auf dem Planeten zu entfesseln?

Das scheint das Risiko zu sein, das die Davos-Bande einzugehen bereit ist.


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Die mafiöse Verteidigungsstrategie des Pentagons
  • U.S. Space Force: Vorbereitungen für einen Krieg auf dem Mond
  • Wird Trumps Golden Dome überhaupt funktionieren?

ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM

  • Carney genießt Trumps Reaktion auf seine Davos-Rede
  • Kushners Plan für Gaza ist „absurd und obszön“

NEUES PARADIGMA

  • Rosatom: Grönland soll in einen arktischen Transportkreislauf eingebunden werden
  • Putin betont erneut die Wichtigkeit der Entwicklung der Arktis
  • Lula und Xi wollen Zusammenarbeit und Koordinierung intensivieren

DEUTSCHLAND

  • Rheinmetall-Aktien in drei Jahren um das 100-fache gestiegen
  • Schröder: Russland nicht dämonisieren, es ist kein Land der Barbaren!

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