Das Prinzip Hoffnung

Wir wissen nicht alles, was zwischen dem CEO des Russian Direct Investment Fund, Kirill Dmitrijew, einem engen Vertrauten von Präsident Wladimir Putin, und Steven Witkoff und anderen Vertretern der Trump-Administration während seines gerade beendeten zweitägigen Besuchs im Weißen Haus besprochen wurde. Wir wissen, dass Dmitrijew den Vereinigten Staaten im März zweimal eine Zusammenarbeit bei einer gemeinsamen Mission zum Mars vorgeschlagen hat. Er sagte, die Russen könnten ein „kleines Kernkraftwerk“ für die amerikanische Marsmission liefern, die später in diesem Jahrzehnt geplant ist. Die Russen arbeiten auch an Raumfahrzeugen mit Nuklearantrieb und haben angeblich das weltweit fortschrittlichste Forschungsprogramm in diesem Bereich.
Die Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Russland und den USA – Dmitrijew, für den die Sanktionen aufgehoben werden mussten, damit er in die USA reisen konnte, ist seit Februar 2022 der ranghöchste russische Beamte, der die USA besucht hat – ist von höchster Bedeutung, um die Welt vor einem thermonuklearen Krieg zu bewahren. Der ausführliche Artikel in der New York Times mit dem Titel „Die Partnerschaft: Die geheime Geschichte des Krieges in der Ukraine“ macht deutlich, dass der Krieg gegen Russland, der ab April 2022 weitgehend von Wiesbaden aus koordiniert wurde, direkt von der NATO und der Biden-Administration gesteuert wurde. All das geht weit über die Kubakrise von 1962 hinaus.
Durch die aktuellen Gespräche könnte die Vernunft gerade noch rechtzeitig zurückkehren, wenn sie nicht sabotiert werden. Durch den blutigen Nebel von Kriegen (Jemen, Ukraine) und Kriegsgerüchten (Iran), durch den anhaltenden Massenmord in Gaza (sowie die anhaltende moralische Gleichgültigkeit gegenüber dem Massensterben im Kongo, Sudan usw.) klingen die Worte von Dmitrijew, wenn nicht poetisch, so doch zumindest beruhigend vernünftig: „Unabhängig von der politischen Einstellung – der Dialog zwischen den USA und Russland ist wichtig. Es geht darum, eine sicherere und wohlhabendere Welt für alle zu schaffen.“
Wenn nur das amerikanische System der physischen Ökonomie in den Vereinigten Staaten noch besser verstanden würde! Ein Sofortprogramm für produktive Vollbeschäftigung in energieintensiven Spitzentechnologien; Projekte wie der Bau eines nationalen Hochgeschwindigkeitsschienennetzes für den Güter- und Personenverkehr auf der Basis der Magnetschwebetechnologie; eine nordamerikanische Wasser- und Energieallianz unter Einbeziehung Kanadas und Nordmexikos; ein auf 15 Jahre angelegtes chinesisch-russisches Sofortprogramm zum Bau von Kernreaktoren der „fünften Generation“ bis hin zu kommerziell nutzbaren Spaltungs- und Fusionsanlagen und ein ähnliches „Apollo-Programm“ zur Mond-Mars-Industrialisierung, an dem neben Russland, China und den USA auch Indien, Japan, Brasilien, Südafrika und andere Nationen beteiligt sind – dies sind die Grundlagen für eine neue Sicherheitsarchitektur, die die Zukunft der Menschheit sein könnte.
Das kann es wieder werden. Dafür müssen jedoch die Drohungen aufhören. Es muss wieder verhandelt werden, aber nicht wie bei einem Kuhhandel mit vorgehaltener Waffe.
Der Dichter Friedrich Schiller schrieb in seinem Gedicht „Die Hoffnung“, „zu was Besserm sind wir geboren.“ Von dieser Überzeugung geht die Konferenz des Schiller-Instituts am 24. und 25. Mai aus, die unter dem Titel „Eine schöne Vision für die Menschheit in Zeiten großer Turbulenzen!“ stattfindet. Diese interkontinentale Konferenz wird sich an den amerikanischen Kontinentalkongressen von 1774-76 vor 250 Jahren orientieren, auf denen die Prinzipien festgelegt wurden, die schließlich zur amerikanischen Unabhängigkeitserklärung führten. Für das Schiller-Institut ist dies kein fremdes Thema, hat es doch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung als Grundlage für sein Gründungsdokument, die Erklärung der unveräußerlichen Menschenrechte, im Jahr 1984 verwendet. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, die diese Erklärung verfasst hat, hat auch die „Zehn Prinzipien für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ geschrieben, die als Anleitung dienen können, wie die Prinzipien der universellen Menschenrechte auf die heutigen, strategischen Umstände angewendet werden können. Um die Manipulationen der verschiedenen britischen und anderen Geheimdienste zu verhindern, die derzeit versuchen, die Trump-Regierung dazu zu bringen, sich selbst zu enthaupten, brauchen wir die Hoffnung und die Vision einer besseren Welt, anstatt eine verzweifelte und selbstzerstörerische Macht zur Schau zu stellen. Inspiration, nicht Zwang, ist das, was die Menschheit braucht.
Inhalt
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Britisch-französische „Koalition der Willigen“ will Zugang zum NATO-Kommando
- Hochrangiger iranischer Diplomat: Der Iran strebt nach wie vor keine Atomwaffen an
- Ungarn und Serbien unterzeichnen Militärpakt
ZUSAMMENBRUCH DES IMPERIALEN SYSTEMS
- EU verweigert der Agentur RIA Novosti die Akkreditierung
- Trump erwägt angeblich indirekte Verhandlungen mit dem Iran
USA UND KANADA
- Putins Top-Gesandter Dmitrijew im Weißen Haus: Gemeinsamkeiten in der wirtschaftlichen Entwicklung
NEUES PARADIGMA
- Russland und China müssen dem zusammenbrechenden Westen neuen Halt verschaffen