UNGA-Generaldebatte: Höchste Zeit für ein neues Paradigma für Frieden durch Entwicklung!
In zwei Tagen beginnt bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Generaldebatte. Vom 22. bis 28. September werden die Staats- und Regierungschefs von fast 190 Nationen vor der UN-Generalversammlung sprechen, beginnend wie üblich mit Brasilien, das durch Präsident Luiz Inácio Lula da Silva vertreten wird. Als Nächster wird US-Präsident Donald Trump sprechen, danach geht es entsprechend der Tagesordnung weiter. Bereits am ersten Tag stehen drei Nationen des jüngsten BRICS-Gipfels auf der Rednerliste: neben Brasilien Südafrika und Indonesien. Am Rande der Generaldebatte werden Dutzende Treffen und Veranstaltungen stattfinden. Das Thema der diesjährigen Generaldebatte lautet: „Vertrauen wiederherstellen, Wandel gestalten: Vereinte Nationen, die für alle etwas bewirken.“
Werden sich diese und/oder andere Staats- und Regierungschefs für das dringend benötigte neue Paradigma von Entwicklung und Frieden zwischen den Nationen aussprechen? Werden sie das Prinzip des „Rechts des Stärkeren“ anprangern, wie es sich im US-israelischen Angriff auf den Iran, in der anhaltenden Unterstützung und Zerstörung der Ukraine durch Europa als Stellvertreter gegen Russland und im Vorgehen der USA in der westlichen Hemisphäre zeigt? Wird das Konzept vorgetragen werden, dass die Sicherheit aller Nationen daraus entsteht, gemeinsam für das Wohl der „einen Menschheit“ zu sorgen, was wiederum den Interessen aller dient?
Dies ist keine Frage, die sich mit einem Blick in die Kristallkugel beantworten lässt. Es geht auch nicht darum, auf den Zuschauerbänken zu sitzen und abzuwarten. Es geht darum, sich aktiv einzubringen und alles Menschenmögliche zu mobilisieren, um ein neues Paradigma für Sicherheit und Wohlstand herbeizuführen. Der Antrieb hinter der Kriegsführung liegt im Zusammenbruch des westlichen Finanz- und Wirtschaftssystems, das über Jahrzehnte durch die von den selbsternannten Eliten bzw. der „Epstein-Klasse“ auferlegten Kasino-Praktiken zugrunde gerichtet wurde. Zentren dieser Praktiken waren und sind die City of London, die Wall Street und deren finanzimperialistische Außenposten.
Am vergangenen Wochenende kamen beim jährlichen BRICS-Gipfel in Neu-Delhi die Staats- und Regierungschefs von 21 Nationen – elf Mitgliedern und zehn Partnern – sowie weitere Teilnehmer zusammen. Sie repräsentierten mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung und berieten darüber, wie man sich auf eine neue weltwirtschaftliche und sicherheitspolitische Architektur zubewegen könne. Der Geist des Austauschs war, wie Indiens Premierminister und Gastgeber Narendra Modi sagte, von „Partnern, nicht Rivalen“ geprägt – eine konkrete Bezugnahme auf Indien und China. Es ging ausdrücklich nicht darum, andere Nationen als Dämonen, wirtschaftliche Außenseiter oder Opfer darzustellen, wie es diejenigen tun, die im Westen weiterhin an der Macht sind.
Insbesondere der iranische Präsident Dr. Massud Peseschkian, dessen Land Mitglied der BRICS ist, nahm vollständig an den Beratungen und bilateralen Treffen mit den Staats- und Regierungschefs der BRICS-Länder in Neu-Delhi teil. Dies geschah trotz einer Verfügung Washingtons, nach der keine Person und keine Nation Kontakte zum Iran unterhalten dürfe. Präsident Peseschkian und der iranische Außenminister Abbas Araghchi haben zudem Visa erhalten, um an der UN-Generalversammlung in New York teilzunehmen. Gestern sprach Araghchi per Video bei einem Treffen des „Global Town Hall“ in Indonesien, dessen Präsident, Prabowo Subianto, ebenfalls nach New York reisen wird. Dabei stellte Araghchi die Forderung in den Mittelpunkt, die Entwicklung wieder ins Zentrum des internationalen Rechts zu rücken. Heute berieten er und Pakistans Außenminister Mohammad Ishaq Dar telefonisch darüber, wie die Diplomatie in der regionalen Krise wiederhergestellt werden könne.
Die Lage in den Kriegsgebieten – in Südwestasien und der Ukraine – bleibt kritisch. Angesichts der offenen Kämpfe auf der Arabischen Halbinsel, die ursprünglich durch die US-israelischen Angriffe in der gesamten Region ausgelöst wurden, ist die Gefahr eines Übergreifens in weitere regionale Kriege extrem hoch. In den frühen Morgenstunden wurde ein Treibstofftank auf dem King Khalid International Airport in Riad getroffen und geriet in Brand. Auch ein Terminal des Unternehmens Aramco im Hafen von Yanbu wurde getroffen. Saudi-arabische Luftangriffe auf den Jemen gehen weiter. Allein in den vergangenen zwei Wochen wurden im Jemen rund 112.000 Menschen vertrieben, von denen 3.000 über das Rote Meer nach Dschibuti flohen. Unterdessen setzt Israel seine Angriffe auf Gaza und den Libanon sowie im Westjordanland fort. Gestern wurde der Sohn des Gesundheitsministers von Gaza bei einem Angriff der israelischen Streitkräfte getötet.
Auch in der Ukraine gehen die Angriffe und Gegenangriffe weiter. Der kanadische Premierminister und internationale Banker Mark Carney verschärfte die Situation, indem er in der vergangenen Woche Europa besuchte und für seine Idee einer neuen Bank zur Finanzierung weiterer Waffen warb – einer sogenannten „NATO-Bank“. Um sein Vorhaben glaubwürdiger zu machen, gab sich Carney als „Mittelmacht“ aus, die auf der Weltbühne Gutes bewirken wolle.
Im Gegensatz zu diesen Machenschaften fand in dieser Woche in China das Beijing Xiangshan Forum, eine internationale Konferenz über Sicherheitsfragen, statt. Die vom 15. bis 17. September laufende Veranstaltung brachte Militärangehörige und Experten aus zahlreichen anderen Fachgebieten zusammen. Es war die 20. Zusammenkunft des Forums, das inzwischen als eine führende internationale Plattform für Zusammenarbeit zur Förderung von Stabilität durch gegenseitigen Respekt und wirtschaftliche Entwicklung gilt. Helga Zepp-LaRouche, Präsidentin des Schiller-Instituts Deutschland und Gründerin der Internationalen Friedenskoalition, nahm daran teil. Weitere Informationen über ihren Beitrag und die Beratungen werden folgen. Das Thema des Forums lautete: „Konsens über Stabilität schaffen, gemeinsam die Sicherheits-Governance voranbringen.“
Während der Generaldebatte der UN-Generalversammlung wird EIR diese Woche eine Neuveröffentlichung einer geradezu prophetischen Rede von Lyndon LaRouche aus dem Jahr 1982 bringen. Darin weist er einen Weg aus den heutigen Konflikten. Im April jenes Jahres hielt LaRouche die Rede vor dem Indian Council of World Affairs in Neu-Delhi. Unter genauer Berücksichtigung der damaligen Situation – darunter das nukleare Wettrüsten und der Konflikt zwischen dem Westen und der Sowjetunion – sprach er darüber, wie man „wirtschaftliche Zusammenarbeit sowohl zwischen Ost und West als auch zwischen Nord und Süd organisieren“ müsse, „bis zu dem Punkt, an dem“ die Ziele zum Nutzen aller Beteiligten erfüllt würden. Er wiederholte diese politische und geografische Notwendigkeit mehrfach und erläuterte, wie wirtschaftliche Aktivität aufgebaut werden könne. Laut LaRouche müssten unsere politischen Beziehungen sowie die Lösung militärischer Konflikte und anderer Probleme „auf diesem kombinierten Ost-West-/Nord-Süd-Handel“ beruhen – auf einem Austausch von Waren, der der Entwicklung aller diene.
Inhalt
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Russischer Vertreter warnt den Westen davor, mit Atomwaffen zu spielen
- Huthi greifen Riad und Yanbu an – Kämpfe im Jemen verschärfen sich
- Iran trifft Tanker in der Straße von Hormus
- CNN berichtet: KI hätte beinahe einen Krieg zwischen den USA und China ausgelöst
LAROUCHE-BEWEGUNG
- Helga Zepp-LaRouche nahm am Beijing Xiangshan Forum 2026 teil
USA UND KANADA
- Elbridge Colby verweigert US-Senatoren Antworten zur US-Verteidigung
ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM
- Trump verkündet Einigung mit Dänemark über Grönland
- Heizölpreise in den USA seit Beginn des Iran-Krieges um 60 Prozent gestiegen
- VW-Aktien fallen. Kein Licht am Ende des Tunnels