Partner oder Rivalen? Die Entscheidung liegt bei uns
Die Menschheit ist mit zwei sehr unterschiedlichen, unvereinbaren Zukunftsszenarien konfrontiert, und wie die weltweiten Entwicklungen der letzten Wochen zeigen, beschleunigt sich das Tempo, mit dem wir in die eine oder andere Richtung getrieben werden. Einerseits streben die Staaten der „Globalen Mehrheit“ danach, geopolitische Spaltungen zu überwinden und ein neues System der globalen Governance auf der Grundlage einer Win-Win-Kooperation zu begründen. Dies zeigte sich zuletzt auf dem BRICS-Gipfel am vergangenen Wochenende in Neu-Delhi, bei dem deutlich wurde, dass externe Versuche, die BRICS-Staaten durch geopolitische Interventionen zu spalten, kläglich gescheitert sind. Stattdessen wurden engere Beziehungen zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Nationen der Welt geknüpft: „China und Indien sind Partner und keine Rivalen“, betonte Xi Jinping, „und stellen füreinander Entwicklungschancen und keine Bedrohungen dar.“ In einem anschließenden Treffen der Handelsminister beider Länder wurden bereits konkrete Schritte zur Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit eingeleitet.
Die äußerst ernste Gefahr, der wir gegenüberstehen, besteht darin, dass die andere Zukunft – die fortdauernde Hegemonie der westlichen Elite – eine Fantasie ist. Sie stimmt mit der Realität nicht überein. Das derzeitige transatlantische System ist wirtschaftlich, militärisch und moralisch am Ende, und wie immer mehr Staats- und Regierungschefs warnen, führt uns der Versuch, sich den Naturgesetzen zu widersetzen und dieses machtlose System aufrechtzuerhalten, an den Abgrund eines Atomkrieges.
Zur Veranschaulichung diene der Kontrast zwischen zwei aktuellen Stellungnahmen zur Nutzung des Weltraums: Am Montag gab US-Luftwaffenminister Troy Meink öffentlich bekannt, die USA hätten bereits Weltraumwaffen in der Umlaufbahn stationiert, um sich gegen „feindliche Gegner“ zu verteidigen. Am nächsten Tag bekräftigten Russland und China die Position ihrer Länder, dass der Weltraum entmilitarisiert werden müsse, und der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, verwies zudem darauf, dass China am 14. September die weltweit erste Bodenprobe von der Rückseite des Mondes den Vereinten Nationen geschenkt hätte: „China freut sich darauf, mit allen Ländern zusammenzuarbeiten, um das einschlägige Völkerrecht mit dem Weltraumvertrag als Eckpfeiler zu wahren, den obersten Grundsatz der Erforschung und Nutzung des Weltraums für friedliche Zwecke einzuhalten, Versuchen, den Weltraum zu militarisieren oder in ein Schlachtfeld zu verwandeln, entschieden entgegenzutreten, sicherzustellen, dass Fortschritte in Wissenschaft und Technik der gesamten Menschheit größeren Nutzen bringen, und zu gewährleisten, dass der Weltraum wahrhaftig zu einer Plattform für eine Win-Win-Kooperation wird.“
Im Gegensatz dazu steht Präsident Trumps wildes Gerede, dass die steigenden Ölpreise – die seiner Meinung nach nicht auf seinen Krieg gegen den Iran, sondern auf den Krieg in der Ukraine zurückzuführen sind – sinken würden, sobald die Kämpfe aufhörten. Die realwirtschaftliche Realität spricht dagegen. Brent-Rohöl erreichte am Dienstag 108 Dollar pro Barrel, einen Tag nachdem der durchschnittliche Dieselpreis in den USA auf über 6 Dollar pro Gallone gestiegen war – was verheerende und weitreichende Auswirkungen auf die Landwirtschaft, den Verkehrssektor und alle nachgelagerten Bereiche haben wird, noch lange in die Zukunft hinein. Führende Manager der Ölbranche bekräftigten letzte Woche zudem, dass alle üblichen Mechanismen zur Abwendung einer weiteren Eskalation der Ölpreise bereits ausgeschöpft seien.
Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, bezeichnete am Dienstag Trumps Vorschlag, die Ukraine und Russland sollten die gegenseitigen Bombardierungen ihrer jeweiligen Energieinfrastruktur einstellen, als „eine sehr gute Idee“, fügte jedoch hinzu: „Es ist sehr wichtig, Folgendes klarzustellen: Die Gewährleistung eines sicheren Betriebs von Ölraffinerien und die Steigerung des Produktionsvolumens von Erdölprodukten lösen keine globalen Probleme.“ Was könnte eine messbare Wirkung haben? „Die Sanktionen müssen aufgehoben werden – diese illegalen Beschränkungen der Energielieferungen an die Welt“, sagte er. Das heißt, der Versuch, Länder wirtschaftlich zu strangulieren, um politische Ziele zu erreichen, müsse beendet werden.
Eine weitere Maßnahme, die eine messbare Wirkung haben könnte, wäre die Beendigung der illegalen Kriege der letzten 25 Jahre nach dem 11. September 2001, beginnend mit dem illegalen Krieg gegen den Iran. Heute hat der US-Abgeordnete Thomas Massie Anklagepunkte für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Kriegsminister Pete Hegseth vorgelegt und ihm vorgeworfen, durch die fortgesetzte US-Militärkampagne gegen den Iran gegen die „War Powers Resolution“ verstoßen zu haben. Alle amerikanischen Bürger und Kongressabgeordneten sollten sich hinter diesen Antrag stellen.
Dies wirft die entscheidende Frage auf: Wie werden sich die Vereinigten Staaten in all diesen Fragen positionieren? Der chinesische Präsident Xi Jinping wird am 24. September zu einem Staatsbesuch in Washington erwartet, worauf wahrscheinlich ein weiteres Treffen mit Trump am Rande des APEC-Gipfels im November folgen wird – bei dem Trump möglicherweise auch mit dem russischen Präsidenten Putin zusammentreffen könnte.
Das derzeitige Verhalten der Vereinigten Staaten ist geprägt von „Rivalen statt Partnern“. Kann das neue Paradigma, das die anderen führenden Mächte der Welt antreibt, Einfluss auf das „beste Interesse“ der USA nehmen und sie aus dem imperialen Griff der britischen Geopolitik befreien? Werden das amerikanische Volk – und Bürger guten Willens auf der ganzen Welt – dies erkennen und einfordern?
Die Entscheidung der Menschheit über unser aller Zukunft hängt sehr wohl davon ab.
Inhalt
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Thomas Massie reicht Anklage gegen Verteidigungsminister Hegseth ein
- US-Luftwaffe: Die USA verfügen über Waffen im Weltraum
NEUES PARADIGMA
- Indien und China beginnen eine neue Ebene der Zusammenarbeit
- Dangote will in Afrika eine Handelsflotte mit in China gebauten Schiffen aufbauen
WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE
- IAEO prognostiziert eine Verdopplung oder Verdreifachung der Stromerzeugung aus Kernenergie
LAROUCHE-BEWEGUNG
- Aus der Geschichte lernen, um imperiale Kriegstreiber zu stürzen