Nicht mit dem imperialen Schiff untergehen!
„Das unipolare System bricht tatsächlich zusammen“, stellte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, am Dienstag während einer Pressekonferenz in Indien fest. „Und gleichzeitig versucht [es], wieder an Macht zu gewinnen … Das ist ein sehr gefährlicher Prozess.“
Die Dynamik, die den sogenannten aktuellen Ereignissen zugrunde liegt und von Peskow treffend beschrieben wurde, spielt sich auf der Weltbühne immer offener ab. Gleichzeitig wird versucht, zwei große regionale Kriege zu stoppen – die sich beide zu einem globalen, zivilisationsvernichtenden Krieg entwickeln könnten – und auch das größte Pulverfass zu entschärfen: die unhaltbare Spekulationsblase, die über dem bankrotten transatlantischen Finanzsystem hängt.
Das imperiale Gerangel um den Machterhalt zeigte sich sehr deutlich, als die europäischen Kriegstreiber am Sonntag den Tony-Blair-nahen „Vermittler“ Jonathan Powell hektisch nach Kiew entsandten, um sich dem amerikanischen Verhandlungsteam von Witkoff und Kushner auf dessen Rückreise aus Moskau anzuschließen, mit dem Ziel, sicherzustellen, dass die USA nicht von der Kriegsagenda abgehen. Darauf folgten am Montag ein Telefonat zwischen dem britischen Premierminister Burnham und Präsident Trump sowie am Dienstag ein Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe, bei dem der Ukraine noch mehr Raketen zugesagt wurden.
Andererseits ist die Mehrheit der Menschheit dabei, ein neues System zu schaffen, das die Gleichheit aller Nationen anerkennt, entsprechend dem, was Xi Jinping als „eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit“ bezeichnet hat.
Im Rahmen dieser Bemühungen sieht die Welt dem BRICS-Gipfel an diesem Wochenende in Neu-Delhi mit Spannung entgegen; dort werden sich unter anderem die Präsidenten Putin und Modi treffen. In seinem Gespräch mit indischen Medien im Vorfeld des Gipfeltreffens wies Peskow auf die zunehmende Tendenz der BRICS-Staaten hin, Zahlungen in nationalen Währungen anstelle des Dollars abzuwickeln – ein Prozess der „Entdollarisierung“, der seiner Aussage nach gar nicht von den BRICS-Staaten ausging: „Ich würde sagen, dass es eher Amerika ist, das gegen den Dollar als Reservewährung stellt … Amerika untergräbt das Vertrauen in den US-Dollar, und je mehr dieses Vertrauen untergraben wird, desto mehr verlagert sich das Vertrauen zugunsten nationaler Währungen.“
Das Scheitern des unipolaren Systems zeigt sich ebenso deutlich in Südwestasien: Die Konsequenz des amerikanisch-israelischen Angriffs gegen den Iran ist logischerweise, dass sich in der Region eine neue Sicherheitsarchitektur herausbildet, die nicht auf militärische Präsenz von außen angewiesen ist. Das Mekka-Abkommen ist ein Schritt in diese Richtung. „Selbstständigkeit in Sicherheitsfragen ist der einzige Weg nach vorn“, betonte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, al-Ansari, am Dienstag. „Ja, wir brauchen unsere Partner. Ja, wir brauchen unsere Verbündeten. Aber wir können uns in Sicherheitsfragen nicht allein auf sie verlassen.“
Angesichts dieser gegensätzlichen Entwicklungen stellt sich die Frage: Welchen Weg werden die Vereinigten Staaten einschlagen?
Putin und Trump führten am Dienstag ein einstündiges Telefongespräch, das laut dem Kreml-Berater Juri Uschakow „konstruktiv und recht offen“ verlief und sich auf die Beilegung des Ukraine-Konflikts konzentrierte. Putin verdeutlichte Trump, die „verbreiteten Mythen über die russische Bedrohung“ seien „ein Vorwand für die Europäer, ihre Unterstützung für die Ukraine zu verstärken“ und ihre eigene Aufrüstung voranzutreiben. Außerdem nannte er „konkrete Maßnahmen, die die Amerikaner ergreifen könnten, um die Beendigung der Feindseligkeiten zu beschleunigen.“
Russland hat darüber hinaus deutlich gemacht, dass beide Länder trotz der vielen destruktiven Handlungen seitens der USA eine gemeinsame Geschichte im Kampf gegen den von Europa ausgehenden Kolonialismus teilen. In einem Interview in der Sendung „Bolschaja Igra“ am 8. September umriss der russische Außenminister Sergej Lawrow einen Teil dieser Geschichte: „Als europäische Kolonisten sich auf den Weg nach Amerika machten… spielte Katharina II. eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der Kolonisten gegen die britischen Kolonialherren. Wir sollten uns der historischen Wurzeln unserer Beziehungen bewusst sein… Man muss sich nur die Wochenschauaufnahmen vom Elbetag ansehen, um zu verstehen, dass es sich um eine sehr aufrichtige Verbundenheit unter jenen handelte, die den Nationalsozialismus mit Waffen in der Hand bekämpften. Das war der Geist der Elbe, wenn Sie so wollen.“
Kurz vor dem 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September, die eine neue Phase des Faschismus und des Krieges einläuteten, wurde die unabhängige Präsidentschaftskandidatin der LaRouche-Bewegung, Diane Sare, in der Jack-Stockwell-Show interviewt – fast ein Vierteljahrhundert nach Lyndon LaRouches beeindruckendem Interview in dieser Sendung am Morgen des 11. September 2001. Dort zeichnete Sare ein Bild dieses besseren Amerikas – verwurzelt in dem Wissen, der Führungsstärke und dem Mut von Lyndon LaRouche, der heute 104. Jahre alt geworden wäre.
Geschichte ist kein passiver Prozess. Dieser Kampf kann gewonnen werden – lassen wir nicht zu, dass die unipolare Weltordnung uns alle mit sich in den Abgrund reißt.
Inhalt
LAROUCHE-BEWEGUNG
- Die Weichen für die Präsidentschaft stellen – Diane Sares Interview mit Jack Stockwell
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Trump und Putin erörtern „konkrete Maßnahmen“, die die USA „ergreifen könnten“, um den Frieden zu fördern
- Lawrow: Es gibt einen Gegensatz zwischen Washington und Europa im Umgang mit den „Grundursachen des Konflikts“
- Burnham drängt Trump zu Waffenstillstand in der Ukraine
- Ukraine-Kontaktgruppe verspricht Kiew weitere Raketen
ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM
- Peskow: „Es ist Amerika, das gegen den Dollar ist“
- Deutsches Establishment: Angst vor echtem Wandel, Festhalten an altem Paradigma
- Osnabrück: VW-Werk soll für das israelische Militär produzieren