Lyndon LaRouche: „Man könnte es Neokolonialismus nennen“

Lyndon LaRouche: „Man könnte es Neokolonialismus nennen“
USS Gerald R. Ford (CVN 78) durchquert das Karibische Meer. Bildnachweis: Foto von Matrosenlehrling Nathan Sears

Am 3. Januar haben die USA Venezuela überfallen und Präsident Nicolás Maduro entführt, den sie bis heute als Geisel festhalten, während sie der erpressten Regierung der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez alle wichtigen politischen Entscheidungen diktieren. Am 29. Januar erließ Präsident Trump eine Verordnung, die hohe Zölle für Länder vorsieht, die Kuba noch mit Öl beliefern. Das soll die auf diese Energieimporte angewiesene Insel in ein „Gaza des Westens“ verwandeln, wenn die Kubaner sich nicht fügen und einem Regimewechsel zustimmen. Doch genauso wie die Palästinenser werden wahrscheinlich auch die Kubaner lieber kämpfen und Hunger ertragen, als sich zur Satrapie machen zu lassen.

Unbestätigten Berichten zufolge will Washington als nächstes Venezuela zwingen, am 1. März seine Landeswährung, den Bolívar, aufzugeben und durch den Dollar zu ersetzen.

Diese Dollarisierung wird nachweislich seit mindestens März 2025 in Washington und an der Wall Street aktiv geplant. Small Wars Journal, ein Forum für militärpolitische Diskussionen, das sich selbst als Urheber einer „intellektuellen Transformation“ der US-Streitkräfte und ihrer Verbündeten rühmt, beschreibt das Drehbuch in einem Artikel vom 12. Februar mit dem Titel „Vor dem zukünftigen Kampf sollte Washington regionale Partnerschaften für die Dollarisierung gewinnen und ausbauen“. Folgendes ist vorgesehen:

• Einsatz militärischer und finanzieller Kriegsführung, um die Länder der westlichen Hemisphäre zu zwingen, ihre Landeswährungen aufzugeben und zu dollarisieren. Die erzwungene Dollarisierung Ecuadors im Jahr 2000 nach massiver finanzieller Kriegsführung gegen das Land ist das wichtigste Fallbeispiel, das in dem Artikel als Modell für die Gegenwart angeführt wird.

• Beschlagnahmung ihrer Rohstoffe und anderer natürlicher Ressourcen, um sicherzustellen, dass „die Hemisphäre als echte Rückzugsregion im Großmachtkrieg“ gegen China fungiert, sowie Aufbau „robuster Lieferketten, die mit dem industriellen Hinterland der Hemisphäre verbunden sind“.

• Bindung dieser Länder an das US-Finanzsystem, um zu garantieren, dass China „Regierungen nicht unter dem Deckmantel des Fortschritts der Belt and Road Initiative in die Falle lockt“.

Diese neokoloniale Politik, die Ressourcen des Globalen Südens mit Gewalt zu beschlagnahmen, ist natürlich nichts Neues. Eine der modernen Versionen war Henry Kissingers berüchtigtes Memorandum NSSM 200 aus dem Jahr 1974, das schamlos eine malthusianische Bevölkerungsreduktion in den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde forderte, damit die USA und der verbündete Westen deren Rohstoffe für sich vereinnahmen konnten.

Im NSSM 200 hieß es: „Der wichtige potenzielle Zusammenhang zwischen schnellem Bevölkerungswachstum und der Verfügbarkeit von Bodenschätzen … ergibt sich aus den negativen Auswirkungen eines übermäßigen Bevölkerungswachstums auf die wirtschaftliche Entwicklung und den sozialen Fortschritt. … Die wirklichen Probleme der Versorgung mit Bodenschätzen liegen nicht in der physischen Verfügbarkeit, sondern in den politisch-wirtschaftlichen Fragen des Zugangs, der Bedingungen für die Exploration und Ausbeutung sowie der Aufteilung der Gewinne zwischen Produzenten, Konsumenten und den Regierungen der Gastländer.“

Heute geht diese Politik mit dem Ziel der faktischen Auslöschung souveräner Nationalstaaten einher, wie sich in der Strategie der Dollarisierung widerspiegelt.

Niemand sollte glauben, dass das auf die westliche Hemisphäre beschränkt sein soll. In dem Dokument zur Nationalen Sicherheitsstrategie der Trump-Regierung vom 4. Dezember 2025 heißt es im Abschnitt über den Globalen Süden:

„Mit den reservereichsten und effizientesten Kapitalmärkten der Welt kann Amerika einkommensschwachen Ländern helfen, ihre eigenen Kapitalmärkte zu entwickeln und ihre Währungen enger an den Dollar zu binden, um die Zukunft des Dollars als Weltreservewährung zu sichern.“

Mit anderen Worten: Der gesamte Globale Süden soll als Geisel genommen und gezwungen werden, die Last der 2,4 Billiarden Dollar schweren Spekulationsblase zu tragen, die sich wie ein Krebsgeschwür über das gesamte transatlantische Finanzsystem ausgebreitet hat.

Der berühmte Ökonom und Naturwissenschaftler Lyndon LaRouche fand treffende Worte, um eine solche Politik der Dollarisierung zu beschreiben. Nur wenige Tage nach Ecuadors Ankündigung der Dollarisierung am Jahresanfang 2000 warnte LaRouche am 23. Januar 2000, man habe Ecuador die Dollarisierung als bewußte Politik der „Sklaverei“ und des „Völkermords“ aufgezwungen. „Die Absicht ist, das Land zu zerstören“, so LaRouche. „Sie wollten dem Land nicht nur die Bedingungen diktieren. Das bewusste Ziel von Leuten des Inter-American Dialogue ist es, die Existenz des Nationalstaates Ecuador zu beseitigen. Und wenn wir sie nicht aufhalten, dann werden sie es tun.“

Und in einem Interview mit dem peruanischen Magazin Gente vom 21. Juni 2000 warnte LaRouche erneut: „Die internationale Politik der Wall Street besteht darin, die Dollarisierung in der Hemisphäre durchzusetzen … und den Staaten in der Region eine immer eingeschränktere Souveränität aufzuzwingen. Man könnte es Neokolonialismus nennen … Das läuft auf eine regelrechte Plünderung des Volkes und des Landes hinaus, indem eine Währung manipuliert wird, über die das Volk keine Kontrolle hat. Wenn man sich die unvermeidlichen Folgen ansieht, ist das im Grunde eine Methode des Massenmords.“

LaRouche fuhr fort: „Die Dollarisierung ist nur ein weiterer Versuch, fiktive Währung zu drucken, die sie in die Banken der Banker stecken können, damit die einen Tag länger so tun können, als wären sie nicht bankrott. Im übrigen kann man es mit der John-Law-Blase im 18. Jahrhundert oder der Tulpenblase im 17. Jahrhundert vergleichen. Das ist dasselbe Prinzip, das auch bei der Dollarisierung zum Tragen kommt.“

Aber glücklicherweise ist all das nicht das Ende der Geschichte. Die große Mehrheit der Weltbevölkerung, nicht zuletzt derjenigen, die mit den BRICS und der SCO verbunden sind, hat keinerlei Absicht, ihre Souveränität aufzugeben, und ist fest entschlossen, 500 Jahren Kolonialismus in all seinen Formen ein Ende zu setzen. Wenn die Wall Street und die City weiter den Wert des Dollars durch ungehemmte Spekulation zerstören und dann versuchen, dies auch allen anderen Ländern, angefangen mit dem amerikanischen Kontinent, aufzuzwingen, dann werden sie nur ihren eigenen Untergang beschleunigen. Die Globale Mehrheit wird alternative Handelsmuster schaffen, um ihre wirtschaftliche Entwicklung zu fördern, und ein neues Kreditsystem entwerfen, um den Fluss von Zig-Billionen Dollar für dringend benötigte große Infrastrukturprojekte sicherzustellen. Sie wird auf Grundsätze einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur einigen.

Und sie wird die Menschen in den USA und Europa nachdrücklich auffordern, sich diesen Bemühungen anzuschließen und das Erbe der perversen „Epstein-Ökonomie“ für immer zu begraben. Das ist das zentrale Thema der internationalen Zoom-Sonderkonferenz am 2. März: „Epstein und die grenzenlose Verkommenheit der ‚Eliten‘ – Wir brauchen dringend eine kulturelle Renaissance!“ Unterzeichnen Sie die Erklärung und gewinnen Sie andere dafür, nehmen Sie an der Online-Veranstaltung teil und laden Sie andere ein, sich anzuschließen!


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • China warnt die Welt vor wiederauflebendem japanischem Militarismus
  • USA und Israel wollen „maximalem Druck“ auf den Iran
  • Trump drängt auf Regimewechsel im Iran
  • Großbritannien will Flugzeugträger in die Arktis entsenden
  • Russischer Botschafter: 20.000 ausländische Söldner haben für die Ukraine gekämpft

WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE

  • Die unsinnige 60.000-Jahre-Prognose eines Online-Magazins

NEUES PARADIGMA

  • Rjabkow: BRICS ist kein Militärbündnis

USA UND KANADA

  • Warum versenkte Boote Amerika nicht vor Drogen schützen
  • Realitätsverlust: US-Regierung beansprucht alle Ressourcen, Streitkräfte und Währungen der Hemisphäre für sich

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