„Hoffen bedeutet Nichtwissen“

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„Hoffen bedeutet Nichtwissen“
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) erwartet einen Rückgang der Mittel um 34%. Bildnachweis: WFP Facebook Page

„Die Verschlechterung der internationalen Sicherheitslage kann eine stärkere Abhängigkeit von Atomwaffen nicht rechtfertigen. Im Gegenteil, sie macht das Streben nach deren Beseitigung umso dringlicher… Die einzige dauerhafte Antwort auf die von Atomwaffen ausgehenden Gefahren ist deren vollständige Beseitigung. Maßnahmen zur Verringerung nuklearer Risiken sind zwar notwendig, können jedoch die Abrüstung nicht ersetzen.“ So äußerte sich gestern Erzbischof Christophe El Kassis, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, im Rahmen einer Ausschussdebatte über Atomwaffen bei der 81. Sitzung der UN-Generalversammlung in New York.

Am 23. März 1983 schlug Präsident Ronald Reagan – in Anlehnung an einen Vorschlag des Ökonomen und Staatsmanns Lyndon LaRouche – genau dies vor: ein gemeinsames Programm der USA und der UdSSR zur Beseitigung von Atomwaffen weltweit. Er unterbreitete diesen Vorschlag Juri Andropow, dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. „Atomwaffen unwirksam und überflüssig zu machen“, wie Reagan vorschlug, hätte damals eingeleitet werden können. Heute, 43 Jahre später, hat sich vieles verändert – Umstände, die eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur erfordern.

Die Grundsätze hierfür wurden von Helga Zepp-LaRouche, der Ehefrau des verstorbenen Lyndon LaRouche, formuliert. Sie gründete auch die Internationale Friedenskoalition, um diese Grundsätze in die Diskussion zu bringen. Ihre Grundsätze sollten unter zwei Gesichtspunkten betrachtet werden: der dringenden aktuellen Gefahrenlage und der unmittelbaren Aussicht auf eine Veränderung dieser Lage, so unwahrscheinlich diese Veränderung auch erscheinen mag.

Das nun wahrscheinliche Treffen in Shenzhen beim APEC-Gipfel vom 18. bis 19. November, an dem die Präsidenten Donald Trump, Xi Jinping und Wladimir Putin teilnehmen werden, ist eine äußerst wichtige Nachricht für die Menschheit. Das lässt sich daran erkennen, wie verärgert, ratlos, fassungslos und verwirrt das Wall Street Journal darauf reagierte, insbesondere gegenüber China.

„Ein möglicher Dreierdialog auf chinesischem Boden wäre für Xi ein großer Schritt in seinen Bemühungen, Chinas Rolle als diplomatischer Machtvermittler zu stärken, sagten Analysten, die sich mit China befassen“, schrieb das Journal. „Russische Regierungsvertreter haben Peking diese Idee über diplomatische Kanäle vorgeschlagen, und die chinesische Seite hat signalisiert, dass sie keine Einwände hätte, wenn Trump mit an Bord wäre, sagten andere Personen, die mit den jüngsten Gesprächen zwischen Moskau und Peking vertraut sind.“ Trump habe angedeutet, dass er „über Waffen und Denuklearisierung“ sprechen möchte.

Man sollte allerdings nicht naiv sein. Es besteht die sehr reale Aussicht, dass auf der Weltbühne alles im übertragenen und wörtlichen Sinne schon lange vor dem Gipfel und in jedem beliebigen Moment in die Luft fliegen könnte. Es stehen Wahlen in Brasilien, Israel und den Vereinigten Staaten bevor. Oberst (a. D.) Larry Wilkerson wies während eines Interviews gestern darauf hin, dass der Krieg in Südwestasien unkontrollierbar eskalieren könnte – und zwar auf unerwartete, unkalkulierbare Weise.

Wilkerson beschrieb die tatsächlichen Einsatzzwecke der sogenannten „Mutter aller Bomben“, die nicht dafür ausgelegt sei, ein Bergmassiv zu durchschlagen. Sie sei vielmehr darauf ausgelegt, eine große Panzerkolonne auszulöschen oder eine enorme Anzahl von Menschen zu töten, indem sie ganze Stadtviertel dem Erdboden gleichmacht. Abgesehen von den erheblichen Problemen, eine solche Bombe mit einem C-130-Transportflugzeug durch den iranischen Luftraum zu befördern, lautet die relevantere Frage: Welche Denkweise steckt hinter dem Vorschlag, sie einzusetzen? Wilkerson widersprach zudem der Vorstellung, dass der Einsatz mehrerer Atomwaffen durch Israel klug wäre – und dabei würde nicht nur „eine kleine Atombombe“ zum Einsatz kommen.

In weniger als einer Woche werden sich über achtzig Geistliche und Hunderte weiterer prominenter Persönlichkeiten aus aller Welt in Assisi mit Papst Leo XIV. treffen und einen neuen Friedensappell verkünden. Papst Leo XIV. hat sich bereits an die Staats- und Regierungschefs der Welt gewendet, obwohl er sich gerade von einer schweren Operation erholt. Können die dort stattfindenden Gespräche Einfluss auf die späteren Beratungen der Staatschefs nehmen? Am 25. Oktober jährt sich zum ersten Mal der Tag, an dem der Papst anlässlich seiner Jubiläumsrede sagte: „In einer nicht weniger turbulenten Zeit – im 15. Jahrhundert – hatte die Kirche einen Kardinal, der bis heute wenig bekannt ist. Er war ein großer Denker und Diener der Einheit. Sein Name war Nikolaus, und er stammte aus Kues in Deutschland: Nikolaus von Kues. Er kann uns lehren, dass Hoffen auch ‚Nichtwissen‘ bedeutet. Denn wie der heilige Paulus schrieb: ‚Denn wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht?‘ (Röm 8,24.)“

Kues’ Ansatz des „Zusammenfalls der Gegensätze“ – die geistige Fähigkeit, durch Dialog scheinbar unlösbare Konflikte auf eine höhere Ebene der Lösung zu heben – zeigt sich in dem Aufruf an Papst Leo XIV. einen Weltgipfel zu organisieren, um die Fragen des Friedens und der nuklearen Abrüstung anzugehen, der von Mitgliedern des Schiller-Instituts, der Internationalen Friedenskoalition und anderer Organisationen unterzeichnet und verbreitet wird. Dies ist der Moment, den Opportunismus der Verzweiflung zugunsten der Staatskunst der Hoffnung aufzugeben. „Denn wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht?“


Inhalt

NEUES PARADIGMA

  • Vertreter des Vatikans fordert nukleare Abrüstung und eine neue Sicherheitsarchitektur

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Während Milliarden in die Verteidigung fließen, steigt die weltweite Ernährungsunsicherheit um 31%
  • Selenskij trifft sich in Oslo mit Witkoff
  • Lawrows Gespräche in Teheran unterstreichen die Zusammenarbeit zwischen dem Iran und Russland
  • Kallas will nicht nur „den Bären reizen“, sondern nun auch China ins Visier nehmen
  • Hegseth zu geheimem Besuch in Israel

ZUSAMMENBRUCH DES IMPERIALEN SYSTEMS

  • „Mogelpackung“: Trump verspricht Landwirten Entlastung bei den Kraftstoffkosten
  • Proteste auch in mehreren Städten Portugals
  • Italienische Regierung will Truppen nach Mailand entsenden
  • Deutschland ist an der japanischen Weltraummission zum Marsmond Phobos beteiligt

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