EIR-Diskussionsrunde: Eine Alternative zum Wahnsinn

Teilen
EIR-Diskussionsrunde: Eine Alternative zum Wahnsinn

4. September 2026 (EIRNS) – Die Welt befindet sich derzeit in einer der gefährlichsten Phasen der modernen Geschichte. Einerseits stolpert eine Nero-ähnliche Trump-Regierung in ihrem Krieg gegen den Iran von einer Krise in die nächste – angefeuert von den schlimmsten Neokonservativen im angloamerikanischen Establishment. Andererseits stürzen sich „liberale“ europäische Regierungen völlig unüberlegt in einen direkten Krieg gegen Russland, während ihre ukrainischen Stellvertreter eine Politik des regelrechten Staatsterrorismus betreiben. Vor diesem Hintergrund wird der US-Anleihemarkt von Tag zu Tag instabiler, da globale Lieferketten erstickt werden und ein spekulatives Finanzsystem daran zweifelt, ob seine Schulden noch einen weiteren Monat lang refinanziert werden können.

Alle drei Spannungen drohen, die Zivilisation in den Abgrund zu stürzen. Alle drei haben zudem dieselbe unmittelbare Ursache: den Mangel an rationaler Führung im Westen, die fähig wäre, ihre Nationen durch eine Phase globaler historischer Transformation zu lotsen.

Am Freitag, dem 4. September, veranstalteten EIR und die Internationale Friedenskoalition (IPC) eine Diskussionsrunde mit internationalen Experten unter dem Titel „Eine Alternative zu Krieg und Plünderung in Amerika“. Zu Beginn der Veranstaltung wurde ein kurzer Auszug aus einer Rede des verstorbenen Ökonomen und Staatsmannes Lyndon LaRouche gezeigt, die er im Juni 2002 bei einer Veranstaltung in Brasilien gehalten hatte:

„Es gibt einige Leute, die noch nicht daran glauben, dass das gegenwärtige weltweite Währungs- und Finanzsystem dem Untergang geweiht ist. Es gibt eine Tendenz, die zwei Aspekte hat: Der eine ist die Angst an sich, und der andere ist die Konditionierung, die dazu führt, dass Menschen die Existenz eines Problems leugnen, von dem ihnen ihr Verstand sagen würde, dass es existiert … [W]o findet man die Führungspersönlichkeiten, die sich der Verleugnung entziehen, der hässlichen Wahrheit ins Auge sehen … und sagen: ‚Ich werde alles tun, was nötig ist, um diese Nation und diese Zivilisation zu retten?‘“

Die Podiumsteilnehmer versuchten jeweils, der Situation ins Auge zu sehen, als sie sich mit der systemischen Krise befassten, mit der die Welt konfrontiert ist. Roberto Amaral, ehemaliger brasilianischer Minister für Wissenschaft und Technologie, beschrieb die Lage, in der sich Brasilien und der gesamte Globale Süden befinden, da die offenen Drohungen der Trump-Regierung gegen ihre Souveränität eine neue Ebene der Führung erforderlich gemacht haben. General a. D. Edwin Patterson Monsalve, Professor für Geopolitik und Geostrategie in Peru, erörterte die Bedeutung von Entwicklungsprojekten in einer Region, die von geopolitischen Mächten unter Druck gesetzt wird, und ging dabei näher auf den peruanischen Hafen Chancay an der Pazifikküste sowie den geplanten bi-ozeanischen Eisenbahnkorridor ein, der diesen mit brasilianischen Häfen am Atlantik verbinden soll. Paulo Nogueira Batista Jr., ehemaliger Exekutivdirektor des IWF für Brasilien und ehemaliger Vizepräsident der BRICS-Entwicklungsbank, stellte fest, dass die westliche Politik des Krieges und des Unilateralismus, die sich gegen Russland, den Iran und China richtet, nun auch Brasilien auf ihre Liste gesetzt habe, was die Lage in Iberoamerika grundlegend verändere. Und Oberst (a. D.) Pedro Baños, ein geopolitischer Analyst aus Spanien, beschrieb die Politik der Konfrontation der NATO mit Russland nach dem Ende der UdSSR und stellte fest, dass Spanien sich daran nicht beteiligen sollte und dass diese Politik um jeden Preis besiegt werden müsse.

Gleichzeitig lässt sich der derzeitige historische Wandel immer schwerer ignorieren. Die EIR-Diskussionsrunde fand im Anschluss an zwei bedeutende Gipfeltreffen statt – die Tagung der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek und das Östliche Wirtschaftsforum im russischen Wladiwostok –, bei denen sich ein wachsender Teil der Nationen der „Globalen Mehrheit“ einer für alle Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit als einzigem Weg nach vorn für eine Welt zuwendet, die durch Jahrhunderte britischer Geopolitik in eine Sackgasse geraten ist.

Die EIR-Veranstaltung widmete sich insbesondere der Lage im Vorfeld der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Brasilien im Oktober, wo Präsident Lula da Silva zunehmend unter Beschuss der Trump-Regierung, der Wall Street und der Londoner City gerät. Wie EIR berichtete, ist das eigentliche Ziel dieser Operationen jedoch nicht Brasilien an sich, sondern vielmehr seine Rolle als führendes Mitglied der BRICS und Lula als treibende Kraft einer völlig anderen Politik in Amerika. Diese Alternative wird durch die kürzlich erfolgte Fertigstellung des Hafens von Chancay in Peru – der mit chinesischer Hilfe gebaut wurde – und die zunehmende Diskussion über den lang ersehnten Bau des bi-ozeanischen Eisenbahnkorridors zwischen dem brasilianischen Atlantik-Hafen Ilhéus und Chancay am Pazifik verkörpert. Dieses Projekt wird, sollte es realisiert werden, tiefgreifende Auswirkungen auf die Volkswirtschaften Iberoamerikas haben und würde die weltweit voranschreitende Zurückweisung des Kolonialismus weiter vorantreiben.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Mitinitiatorin des IPC, wies darauf hin, dass es ein wichtiges Signal für andere Länder der Region wäre, „sich zu einer Entwicklungsstrategie zusammenzuschließen, die allen Menschen des Kontinents zugutekommt“, sollte Brasilien eine führende Rolle bei der Förderung eines wegweisenden Entwicklungsprojekts wie des bi-ozeanischen Eisenbahnkorridors übernehmen. Sie schloss mit folgenden Worten:

„Während die alte Kolonialordnung, die auf Herrschaft und Unterdrückung beruhte, zerfällt, entsteht eine neue Ordnung, die auf den fünf Prinzipien des friedlichen Zusammenlebens, der UN-Charta und der Idee basiert, dass alle Nationen ein gleiches Recht auf Entwicklung haben. Damit zerfällt auch die barbarische, typisch brutale Vorstellung von Winston Churchill, dass Länder keine Freundschaften, sondern nur Interessen hätten. Das neue Paradigma wird auf wahrer Freundschaft zwischen den Nationen und dem Respekt vor ihrem einzigartigen Beitrag zur universellen Geschichte der Menschheit beruhen. Schließlich sind wir die einzige kreative Spezies im bisher bekannten Universum.

Wenn sich die Nationen Iberoamerikas für ihre eigene Entwicklung vereinen und dabei Länder zusammenbringen können, die andernfalls in eine geopolitische Konfrontation verwickelt wären, können sie die Wegbereiter einer neuen Ära der Menschheit sein, in der die barbarische Vorstellung, dass Konflikte durch Krieg gelöst werden, für immer ad acta gelegt werden kann!“


Inhalt

NEUES PARADIGMA

  • Östliches Wirtschaftsforum endet mit zahlreichen Vertragsabschlüssen
  • Xi verspricht Chinas Unterstützung für regionale Sicherheitsbemühungen im Nahen Osten
  • China, Kasachstan und Russland erörtern neuen Ob-Irtysch-Flusskorridor

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Russischer Geheimdienstchef warnt erneut vor der Gefahr eines „totalen Krieges“
  • Deutschland beginnt Produktion von Langstrecken-Angriffsdrohnen für die Ukraine
  • London befiehlt Trump, Bessents Wirtschaftskrieg gegen den Iran zu eskalieren
  • Trump-Gesandte treffen Putin in Moskau vor Kiew-Besuch
  • Das zusammenbrechende imperiale System
  • Die europäische Anti-Russland-Hysterie greift auf Italien über

---------------------------

© E.I.R. GmbH 2024. Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.

Impressum und Offenlegung| AGB| Datenschutzerklärung