Der Hintergrund des Trump-Xi-Gipfels

Der Hintergrund des Trump-Xi-Gipfels
Photo by zibik / Unsplash

„Sollte es zu dem derzeit herannahenden allgemeinen Währungs- und Finanzkollaps kommen“, schrieb Lyndon LaRouche im November 2004, „würden alle verschiedenen Elemente eines komplex integrierten Weltsystems, einschließlich der bedeutendsten Nationen Asiens, in ein Chaos gestürzt, das am ehesten dem Absturz Europas im 14. Jahrhundert in sein berüchtigtes Neues Dunkles Zeitalter nahe kommt.“

„Was die meisten in den vermutlich gut informierten Kreisen der Finanzwelt und der Regierung daran hindert, diese Tatsache zu erkennen“, fuhr LaRouche fort, „ist ihre hysterische Fixierung auf die Wahnvorstellung, dass ein Crash der Art, wie er sich jetzt anbahnt, einfach niemals passieren wird. Aber was die meisten heute für undenkbar halten, wird sehr bald eintreten, sofern nicht bestimmte radikale Veränderungen der Art vorgenommen werden, die ich vorschlagen würde.“

In den zehn Wochen, seit Präsident Donald Trump am 28. Februar den US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran begonnen hat, der zur Sperrung der Straße von Hormus führte, sind die Benzinpreise in den USA um etwa 46 Prozent gestiegen. Diesel, das Lebenselixier der amerikanischen Landwirtschaft, ist um 48 Prozent in die Höhe geschnellt.

Die Benzinpreise auf den Philippinen (118 Millionen Einwohner) sind im gleichen Zeitraum um 65 Prozent in die Höhe geschnellt, in Malaysia (36 Millionen Einwohner) um 55 Prozent und in Pakistan (259 Millionen Einwohner) um 61 Prozent.

Indien mit seinen 1,477 Milliarden Einwohnern ist der drittgrößte Ölverbraucher der Welt und importiert 87 Prozent seines Gesamtverbrauchs, wobei die Hälfte davon durch die Straße von Hormus gelangt. Trotz dieser außerordentlichen Importabhängigkeit sind die Benzinpreise an den Tankstellen in Indien überhaupt nicht gestiegen – aber nur, weil große staatliche Einzelhändler auf Anweisung der Regierung die Einzelhandelspreise eingefroren haben und die Regierung stattdessen die finanziellen Einbußen übernommen hat. Damit werden Indiens Ausgaben für Ölimporte, die 2025 bei 175 Milliarden US-Dollar lagen, im Jahr 2026 um mindestens 50 Prozent auf etwa 265 Milliarden US-Dollar steigen. Eine spekulative Finanzkriegsführung gegen Indien deutet sich bereits an. In einem Bloomberg-Bericht heißt es, dass „ein wachsendes Leistungsbilanzdefizit Druck auf die Rupie ausüben, den Bedarf an Auslandsfinanzierungen erhöhen und die Wirtschaft anfälliger für globale Kapitalabflüsse machen wird.“

Indien wird solche Angriffe nicht tatenlos hinnehmen. Indien hat in diesem Jahr den rotierenden Vorsitz der BRICS-Staatengruppe inne, die sich mit ihren 11 Mitgliedern und 10 Partnerländern für den Aufbau eines neuen, gerechteren globalen Wirtschaftssystems einsetzt. Die Außenminister der BRICS-Staaten treffen sich am 14. und 15. Mai in Neu-Delhi, zeitgleich zum Besuch von US-Präsident Trump in Peking.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow traf in einem Interview am 12. Mai vor seiner Abreise nach Neu-Delhi den Nagel auf den Kopf, als er das Vorgehen Washingtons und des Westens so charakterisierte: „Sie üben Druck auf alle aus und verlangen, dass kein russisches Öl gekauft wird. Das ist ein unfairer Schachzug. Das sind koloniale oder neokoloniale Methoden. ‚Ihr solltet kein billiges russisches Öl kaufen. Ihr solltet mein teures Öl kaufen und teures LNG aus den USA. Wir werden die Welt beherrschen, indem wir die globale Energie kontrollieren.'“ Lawrow fügte hinzu, dass nicht alle Länder „einem solchen Druck nachgeben“.

Wie Präsident Trump bei seinen Gipfelgesprächen mit Chinas Präsident Xi Jinping feststellen wird, ist China ein Land, das nicht nachgeben wird, ebenso wie der Iran und Russland.

Nicht nachzugeben ist ein wichtiger erster Schritt. Der notwendige nächste Schritt ist der Aufbau einer globalen Alternative zum derzeitigen bankrotten System, das ständig endlose neue Kriege gebiert. Das wird das zentrale Thema des EIR-Krisenforum am 15. Mai: Der Iran-Krieg und der „kontrollierte Zerfall“ der Weltwirtschaft sein (Beginn: 17 Uhr MESZ).

Helga Zepp-LaRouche bezeichnete die kommende Veranstaltung bei ihrem heutigen wöchentlichen internationalen Webcast als äußerst wichtiges Treffen, an dem hochrangige Regierungsvertreter, Botschafter, ehemalige Parlamentsabgeordnete, Professoren und andere Experten teilnehmen werden. Im Mittelpunkt steht die Gefahr einer neuen Weltdepression, die aus den Folgen des Krieges gegen den Iran resultiert.

„Aber wir müssen den Menschen nicht nur die richtige Analyse des Problems vermitteln, sondern auch die Lösung aufzeigen. Und das muss eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur sein, die die Interessen jedes einzelnen Landes berücksichtigt, sonst wird es nicht funktionieren. Ich bekomme viele Rückmeldungen von Menschen, die das vor vier Jahren, als ich es zum ersten Mal vorschlug, für eine utopische Idee hielten, und jetzt erkennen, dass die gegenwärtige Ordnung offensichtlich zerfällt und dass jetzt die Zeit für dieses Konzept gekommen ist.“

Hier können Sie den aktuellen deutschsprachigen Webcast mit Helga Zepp-LaRouche sehen: Irankrieg – größte Niederlage in der US-Geschichte?


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Putin verkündet erfolgreichen Testflug der Sarmat-ICBM

USA UND KANADA

  • Trump an die Amerikaner: „Warum esst Ihr nicht Kuchen!“

NEUES PARADIGMA

  • Trump landet zu dreitägigem Staatsbesuch in Peking
  • Iran: Irak und Pakistan treffen Vereinbarungen für Öltransporte
  • Ausweitung der Landtransportwege zwischen Iran, Pakistan und China
  • BRICS-Außenminister treffen sich in Neu-Delhi

KOLLABIERENDES IMPERIALES SYSTEM

  • Council on Foreign Relations: China lernt aus der Unfähigkeit der USA, den Iran zu besiegen
  • Schwerwiegende Folgen des Irankrieges für Zentralamerika

---------------------------

© E.I.R. GmbH 2024. Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.

Impressum und Offenlegung| AGB| Datenschutzerklärung