Den Kurs ändern… aber rechtzeitig!
Ein besorgter Teilnehmer des Treffens der Internationalen Friedenskoalition am 30. Oktober fragte die Podiumsredner, welche konkreten Schritte unternommen werden könnten, um einen wahrscheinlichen erneuten Angriff der USA auf den Iran unmittelbar nach den US-Zwischenwahlen am 3. November zu verhindern, wie ihn US-Präsident Trump offen angedroht hat.
Die Frage ist berechtigt und die Besorgnis mehr als angemessen. Die Trump-Regierung scheint derzeit keinen anderen gangbaren „Ausstieg“ aus ihrem derzeitigen Kurs zu sehen, außer die gesamte Region Südwestasiens in Schutt und Asche zu legen – einschließlich der sehr realen Aussicht auf eine Eskalation hin zu einem Atomkrieg. Jeder Tag, an dem die Übergangsregierung unter Netanjahu in Israel weiterbesteht, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass diese eine Provokation nach Vorbild des „Reichstagsbrands“ inszeniert, um einen totalen Krieg gegen den Iran und den Fortbestand einer Netanjahu-Regierung in Israel zu rechtfertigen – mit dem Ziel, die Vereinigten Staaten in diesen Krieg hineinzuziehen.
Um unserem Fragesteller zu antworten: Es ist natürlich wichtig, die unmittelbare Gefahr einer Eskalation gegen den Iran anzuprangern und Proteste und Demonstrationen dagegen zu organisieren. Doch um den Kurs zu ändern, bedarf es mehr, als ihm Steine in den Weg zu legen. Man muss die „Gravitationskraft“ hinter diesem Kurs verändern; man muss rasch ein neues „Gravitationszentrum“ schaffen, das in der Lage ist, die Vereinigten Staaten von ihrem derzeitigen tödlichen Kurs abzulenken.
Das geplante Dreiertreffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten, Russlands und Chinas – Trump, Putin und Xi – am Rande des bevorstehenden APEC-Gipfels vom 18. bis 19. November in China hat das Potenzial, einen solchen Wendepunkt herbeizuführen. Die amerikanische Bevölkerung muss die notwendigen drastischen Veränderungen einfordern und darauf drängen, dass die Zukunftsaussichten für die Vereinigten Staaten – und damit auch für Trumps Präsidentschaft – ausschließlich in der Zusammenarbeit mit China und Russland liegen, um beim Aufbau einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur mitzuwirken.
Nur eine solche Zukunftsvision bietet in der Gegenwart einen Ausweg.
Ein solches Konzept gesellschaftlicher Entwicklung wird bereits heute von der Mehrheit der Weltbevölkerung in Angriff genommen. Das ist keine Idee, die vielleicht in ferner Zukunft aufgegriffen wird; diese Politik wird bereits heute in Ländern umgesetzt, die die überwiegende Mehrheit der Menschheit repräsentieren.
Die auf der IPC-Tagung vorgestellten Berichte vermitteln uns allen einen direkten Einblick in diesen Prozess – insbesondere für uns, die wir im Westen leben, wo Nachrichten über den Rest der Welt systematisch unterdrückt werden. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, berichtete vom Global Governance Forum in China und vermittelte den Optimismus und die Zielstrebigkeit, die bei diesem historischen Treffen herrschten. Von entscheidender Bedeutung sind auch die auf dem Friedenstreffen in Assisi vorgestellten Ideen, insbesondere die Ausführungen von Papst Leo XIV. darüber, wie eine Alternative zum Krieg geschaffen werden kann. Junge Mitstreiter des Schiller-Instituts in Brasilien berichteten von der Welle des Optimismus, die das Land aufgrund des Sieges von Lula bei den Präsidentschaftswahlen erfasst hat.
All diese Entwicklungsprozesse tragen zur Schaffung einer im Entstehen begriffenen Welt bei – einer Welt, der sich die Vereinigten Staaten anschließen müssen. Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow gestern über die Aussichten des Gipfeltreffens zwischen Trump, Xi und Putin berichtete: „In allen drei Hauptstädten wurde die Idee positiv aufgenommen… Natürlich besteht in der gegenwärtigen Situation ein dringender Bedarf an einem solchen Treffen.“
Inhalt
NEUES PARADIGMA
- Lawrow zur Idee eines Gipfeltreffens zwischen Putin, Trump und Xi
- G20: Wer wird hier ausgeschlossen?
- Iranischer Wissenschaftler fordert von Deutschland eine „konstruktive Rolle“ bei der Lösung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran
- Weitere Äußerungen des Papstes über die KI
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Israel: Wird der Oppositionsblock auf die palästinensische Initiative reagieren?
ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM
- Hafenarbeiter streiken weltweit gegen die Nutzung von Häfen für Waffenlieferungen in den Nahen Osten und in die Ukraine
- Landesweite Jugendproteste in 34 deutschen Städten
- Das G20-Außenministertreffen: Außer Spesen nichts gewesen
- Krypto-Diebstahl in Höhe von 6,3 Milliarden Dollar löst Besorgnis aus
- Wird das Zugunglück in Spanien Sánchez’ Wiederwahlbestrebungen zum Scheitern bringen?