Dem Kriegsmodell ein Ende setzen, für das Friedensmodell kämpfen
Angesichts der jüngsten Auseinandersetzungen auf der Arabischen Halbinsel besteht die extreme Gefahr, dass sich in Südwestasien ein neuer regionaler Krieg ausbreitet. Gleichzeitig verschärfen sich die globalen wirtschaftlichen Turbulenzen aufgrund der Störungen des Rohstofftransports im Roten Meer, im Persischen Golf, im Schwarzen Meer und in der Ostsee und bedrohen nun sogar die Nordpassage in der Arktis.
Die Diskussionen über weitere Kriegshandlungen der letzten Tage gehen von Ländern und geopolitischen Interessen aus, die weitere Kämpfe auf der Arabischen Halbinsel schüren wollen, indem sie militärische Maßnahmen zur Unterstützung Saudi-Arabiens gegen die Huthis ergreifen, deren Streitkräfte kürzlich bestimmte Kontrollpositionen an der Meerenge von Bab el-Mandeb zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden eingenommen haben. Aus London unterbreitet Premierminister Andy Burnham das klassische Angebot, die britischen geopolitischen Dienste zur Unterstützung Saudi-Arabiens einzusetzen. Aus Pakistan hat Verteidigungsminister Khawaja Asif die Notwendigkeit betont, die heiligen Städte zu schützen und den Mekka-Pakt – zwischen Pakistan, Saudi-Arabien und der Türkei – zu aktivieren. Aus Israel kommen Stimmen, die den Mekka-Pakt verächtlich machen und stattdessen anbieten, dass Israel Saudi-Arabien „zu Hilfe“ eilt.
All diese reaktiven Optionen stehen im Einklang mit dem westlichen Modell des Herrschens durch Gewalt, wie es sich in dem von den Vereinigten Staaten und Israel gegen den Iran initiierten Krieg sowie in der Fortsetzung des Stellvertreterkriegs der europäischen Elite gegen Russland in der Ukraine zeigt – ganz zu schweigen von dem imperialen Drang der USA, in der westlichen Hemisphäre die Vorherrschaft zu behaupten.
In der vergangenen Woche leistete der kanadische Premierminister und internationale Bankster Mark Carney einen eigenen Beitrag, indem er auf einer dreitägigen Reise nach London, Brüssel und Straßburg die Beziehung zwischen Kanada und der EU neu regelte und eine neue Bank zur Finanzierung westlicher Streitkräfte und anderen großangelegten Machtvisionen ins Gespräch brachte. Am Sonntag wollen sich Carney und der französische Präsident Emmanuel Macron in der Nähe von Neufundland treffen.
Dass all diese Initiativen überaus gefährlich sind und eine Sackgasse für die Menschheit darstellen, wird durch Präsident Trumps jüngste Äußerung über das weitere Vorgehen der Vereinigten Staaten gegen den Iran deutlich. Gestern Abend sagte er in einem Axios-Interview: „Mir steht eine große Entscheidung bevor. Will ich einmarschieren und sie [die iranische Führung] vernichten oder nicht? Das ist eine große Entscheidung. Mit mir könnte alles Mögliche passieren.“ Für nächste Woche ist in New York am Rande der Eröffnung der UN-Generalversammlung am 22. September ein Treffen Trumps mit Vertretern der Staaten am Persischen Golf geplant. Es ist zudem die Rede davon, dass Trump in New York mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammenkommen wird.
Eine wichtige Klarstellung über Präsident Trumps Politik kam heute von Dennis Small, dem Iberoamerika-Direktor von EIR, bei der Eröffnung der Sitzung der Internationalen Friedenskoalition. Er erklärte, es sei nicht so, wie Trump es in Bezug auf die Vereinigten Staaten und den Iran formuliert habe, als er sagte: „Mit mir kann alles Mögliche passieren.“ Small sagte, die Wahrheit sei: „Mit Trump kann alles Mögliche passieren“, was bedeutet, dass er ebenso wie alle anderen – einschließlich Mark Carney – von dem vorherrschenden westlichen Kriegsmodell der Epstein-Milliardäre, manipuliert würde, die nach wie vor die Macht ausübten. Dasselbe gelte für die europäischen Kriegstreiber, die keinerlei Rückhalt in der Bevölkerung hätten, aber weiterhin für Kriegsgefahr sorgten.
Ein völlig anderes Modell der Beziehungen zwischen Nationen wurde am vergangenen Wochenende auf dem Gipfel der BRICS-Länder in Neu-Delhi vorgestellt, dessen 21 Mitglieds- und Partnerländer fast die Hälfte der Weltbevölkerung repräsentieren. Der Gastgeber des Gipfels, der indische Ministerpräsident Narendra Modi, erklärte nach einem produktiven, 50-minütigen Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, dass beide Länder „Partner und keine Rivalen“ seien – ein Konzept, das sämtliche Beratungen zwischen Dutzenden von Delegationen prägte.
So hat beispielsweise der iranische Präsident Masoud Peseschkian uneingeschränkt an den Sitzungen des Gipfels sowie an Begleitveranstaltungen teilgenommen – eine vollständige Zurückweisung der von Trump und Scott Bessent verkündeten „Operation Economic Outcast“, wonach kein Land Handelsbeziehungen mit dem Iran unterhalten dürfe. Während des Gipfels wurden Wirtschaftsabkommen zwischen dem Iran und Indien sowie zwischen dem Iran und der Eurasischen Wirtschaftsunion geschlossen.
Es ist an der Zeit, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um dem Lager der Kriegstreiber, das die Welt gefährdet, Einhalt zu gebieten. Eine vorrangige Maßnahme ist weiterhin die weltweite Petition an Papst Leo XIV., seine guten Dienste einzusetzen, um „einen Weltgipfel zu organisieren, um die Fragen des Friedens und der nuklearen Abrüstung anzugehen“.
Inhalt
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Trumps zum Iran: „Mit mir könnte alles Mögliche passieren“
- Pakistans Verteidigungsminister über den Mekka-Verteidigungspakt und Hilfe für Saudi-Arabien
- Carney hat noch keine der „Mittelmächte“ für seine „Bank“ gewonnen
- Pentagon erwägt massiven Abzug von US-Truppen aus Europa
- UNO sieht „begründeten Anfangsverdacht“, dass die USA im Iran Kriegsverbrechen begangen haben
NEUES PARADIGMA
- Interessante Entwicklungen im Vorfeld des Treffens von Xi und Trump
ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM
- Die Zahl der in Europa ankommenden Migranten sinkt, aber die Zahl der Flüchtlingstoten steigt weiter an
- Ölpreisanstieg pausiert, doch die Dieselpreise steigen weitern
DEUTSCHLAND
- Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: SPD nimmt der CDU Stimmen weg