Déjà-vu in Südwestasien – Zeit für einen neuen Plan für Frieden und Sicherheit

Déjà-vu in Südwestasien – Zeit für einen neuen Plan für Frieden und Sicherheit
Wenn sich das New-START-Abkommen dem Ablaufdatum nähert, warum scheint Präsident Trump nicht daran interessiert zu sein, dessen Schutzmaßnahmen aufrechtzuerhalten? Offizielles Weißes Haus-Foto von Joyce N. Boghosian

Vor über sieben Monaten veröffentlichte die LaRouche-Organisation eine vorausschauende Erklärung im Anschluss an den Luftangriff von US-Präsident Donald Trump auf iranische Nuklearanlagen am 22. Juni 2025. Während viele westliche Medien Trumps Behauptung wiederholten, die iranischen Anlagen seien „zerstört“ worden und er habe den „Frieden“ gesichert, stellte die LaRouche-Erklärung die folgende Frage: „Was wird geschehen, wenn die Anlagen nicht zerstört wurden oder wenn der Iran verkündet, dass er sie wieder aufbauen kann? Wird der Einsatz taktischer Atomwaffen der nächste Schritt sein?“ Jetzt, sieben Monate später, hat sich Trump – entweder durch Manipulation oder imperiale Arroganz – in eine Ecke manövrieren lassen, aus der er aller Voraussicht nach eine katastrophale militärische Aktion in Gang setzen dürfte.

Auch wenn das Ergebnis der aktuellen rhetorischen Eskalation und der zunehmenden militärischen Aufrüstung rund um den Iran noch nicht absehbar ist, bleibt die Geometrie der Situation unverändert. Selbst wenn keine taktischen Kernwaffen zum Einsatz kommen, könnte jede Eskalation in diesem Gebiet leicht zu einem viel größeren Konflikt führen, der weit über ihre Grenzen hinausreicht und für Jahre weitere Konflikte garantieren würde – sofern die Welt dies überhaupt überstehen würde.

In den vergangenen sieben Monaten hat sich Trump jedoch in noch mehr Krisen verstrickt, die noch größere Katastrophen in sich bergen. In weniger als einer Woche läuft der New-START-Vertrag aus, und die Vereinigten Staaten haben sich bisher geweigert, auf das Angebot Russlands zu reagieren, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Damit werden die beiden Atommächte der Welt zum ersten Mal seit über 50 Jahren keine Vereinbarungen mehr zur Regulierung ihrer Atomwaffenarsenale haben. Doch es gibt noch mehr. Pawel Scharikow, Forscher am Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften, stellte die Frage, ob Trumps Ablehnung des russischen Angebots durch den Wunsch motiviert sei, die nukleare Abschreckung der USA zu stärken. „Trump hat bereits Pläne für ein Raketenabwehrsystem namens Golden Dome angekündigt, und seine Ambitionen, Grönland zu erwerben, passen in diesen Trend“, bemerkte Scharikow. Ist dies Teil der neuen nationalen Sicherheitsstrategie der USA, sich gegen die „Gegner“ Amerikas zu behaupten?

Dies gilt auch für die barbarischen Aktionen gegen Venezuela und zunehmend auch gegen Kuba, das nach der Verhängung eines Ölembargos in der vergangenen Woche trotz weltweiter Proteste offenbar der Gaza-Behandlung unterzogen werden soll. Oder die unmenschlichen Praktiken der ICE-Beamten in Minnesota und anderen Städten, die zu massiven Gegenreaktionen innerhalb der amerikanischen Bevölkerung führen. Beides zeugt von einer brutalen Haltung gegenüber den Menschen – einer Weltanschauung, die der Feind souveräner Nationen und freier Völker ist.

Ganz gleich, wie viel „Gewalt“ oder „Stärke“ in diesen verschiedenen Krisenherden zum Einsatz kommt, wird dies niemals zu einer Lösung führen. Die Geschichte der menschlichen Zivilisation hat gezeigt, dass Nationen und Völker nur dann ihre jeweiligen Krisen überwinden und eine neue Existenzgrundlage schaffen können, wenn neue und qualitativ wahrhaftigere Ideen verwirklicht werden.

Um die durch den New-START-Vertrag verkörperte große Krise zu lösen und die Welt vom Abgrund einer nuklearen Konfrontation zu retten, ist ein solcher kreativer und leidenschaftlicher Ansatz erforderlich. Dies wird das Thema einer Pressekonferenz der unabhängigen Präsidentschaftskandidatin Diane Sare am 5. Februar sein, an der auch der ehemalige UN-Waffeninspekteur Scott Ritter teilnehmen wird. Sare sagte zu dieser Veranstaltung: „Ich habe viele Jahre lang mit dem ehemaligen amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Lyndon LaRouche zusammengearbeitet, der der Urheber der vielfach missverstandenen ‚Strategischen Verteidigungsinitiative‘ war. Die SDI, wie LaRouche sie konzipierte, hatte nichts mit dem derzeit von der Trump-Regierung vorgeschlagenen, nicht umsetzbaren ,Golden Dome’ zu tun, sondern war als wissenschaftlich orientiertes Gemeinschaftsprojekt der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion zur Entwicklung eines Verteidigungssystems gedacht, das Atomwaffen obsolet machen sollte. LaRouche diente als inoffizieller Kanal von Präsident Reagan zu den Sowjets bei dieser Politik, die von Leuten wie George H. W. Bush und James Baker III entschieden abgelehnt wurde, die die Churchillsche Teilung der Welt während des Kalten Krieges fortsetzen wollten.

Ich glaube, wir brauchen eine völlig neue Strategie und Sicherheitsarchitektur, wie Präsident Putin wiederholt gesagt hat, und dieser gefährliche Moment der Krise könnte die Gelegenheit bieten, einen neuen Standard für die Beziehungen zu etablieren. Das wäre derzeit die geeignete Maßnahme für einen amerikanischen Präsidenten“, schloss Sare.

Setzen wir uns deswegen alle für kreative Lösungen ein, die tatsächlich dazu beitragen, die Menschheit aus ihrer derzeitigen katastrophalen Lage zu befreien.


Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

  • Russische Sichtweisen zum Auslaufen des New-START-Vertrags
  • USA dürfen saudischen Luftraum nicht für Angriffe auf den Iran nutzen
  • Trump: Nur der Iran kennt den Zeitplan für US-Angriffe
  • Putin berät im Kreml über die Iran-Krise
  • Russland und China lehnen Trumps Plan zur Isolierung Kubas ab
  • Europäischer Stabilitätsmechanismus finanziert Aufrüstung der Eurozone
  • Kallas: Keine Gespräche, sondern verstärkter Druck auf Russland

ZUSAMMENBRUCH DES IMPERIALEN SYSTEMS

  • Trumps Friedensrat stößt auf verhaltene Resonanz

NEUES PARADIGMA

  • Wolfgang Bittner: Die Zukunft Deutschlands liegt in Neutralität und Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten

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