Das Wunder einer neuen Weltordnung schaffen
1936 schrieb Albert Einstein: „Das ewig Unbegreifliche an der Welt ist ihre Begreiflichkeit.“ Das große Wunder besteht darin, dass unsere Gedanken – Begriffe, die innerhalb der souveränen Grenzen unserer geistigen Prozesse entstehen – die Vorgänge im physischen Universum erfassen und beeinflussen können. Das Universum „belohnt“ uns dafür, indem es uns in die Lage versetzt, immer mehr Menschen einen steigenden Lebensstandard und ein längeres, möglicherweise glücklicheres Leben zu ermöglichen.
Diese erstaunliche Übereinstimmung zwischen der physischen Welt und unseren Gedanken ist eine Fähigkeit, die allein der menschlichen Gattung eigen ist und muss jetzt in den Vordergrund gerückt werden. Der Zusammenbruch des völkerrechtswidrigen westlichen Systems der Geopolitik hat die Möglichkeit eröffnet, ein neues Paradigma der Beziehungen zwischen den Nationen zu schaffen, das mit dem Naturrecht im Einklang steht. Doch bislang ist dies nur eine Möglichkeit – sie muss rasch ergriffen werden. Die Gefahr, die aktuell alle Menschen bedroht, wurde von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts, bei der Sitzung der Internationalen Friedenskoalition am 16. Oktober folgendermaßen beschrieben: „Das Bestreben einiger Kräfte, die Vorherrschaft des Westens aufrechtzuerhalten, wird ganz offensichtlich nie wieder funktionieren. Aber wenn daran nichts geändert wird, kann es zum Dritten Weltkrieg führen. Eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur auf den Verhandlungstisch zu bringen, ist wirklich das Einzige, was die Situation bereinigen kann.“
In den vergangenen Tagen gab es wichtige Schritte in diese Richtung, aber auch Versuche, diese zu durchkreuzen und die westliche Hegemonie um jeden Preis aufrechtzuerhalten.
Zunächst telefonierten Papst Leo XIV. und der russische Präsident Wladimir Putin am Freitag miteinander. Dem Gespräch waren in den vergangenen Monaten Besuche zweier hochrangiger Gesandter des Vatikans in Moskau vorausgegangen, die das Gespräch vorbereitet hatten. Im Mittelpunkt standen humanitäre Fragen in der Stadt Oleschky (Aljoschki) in der Region Cherson. In den Mitteilungen beider Seiten wurde die Bereitschaft zur Zusammenarbeit auf diesem Gebiet hervorgehoben. Zudem bekundeten beide ihr Interesse daran, den Dialog zwischen der Russisch-Orthodoxen Kirche und der katholischen Kirche aufrechtzuerhalten – eine Beziehung, die während der Amtszeit von Leos Vorgänger schwer beschädigt worden war. Das Telefonat stellt einen bedeutenden Fortschritt dar und könnte ein erster Schritt hin zu einer direkteren Rolle des Vatikans bei der Beilegung des Konflikts sein.
Während dieses Telefonats erließ Präsident Trump eine Durchführungsverordnung, mit der er die im kürzlich unterzeichneten Lindsey-Graham-Gesetz vorgesehenen Sanktionen gegen Russland und russische Waren aussetzte. Kirill Dmitrijew, der Leiter des Russischen Direktinvestitionsfonds, bezeichnete die Entscheidung als einen „wichtigen und wahrhaft historischen Moment“ und verwies dabei über das unmittelbare Dieselabkommen hinaus auf umfassendere wirtschaftliche Initiativen. „Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und den Vereinigten Staaten dient den Interessen beider Nationen“, betonte Dmitrijew. Sie trage „zur Stabilität der Weltwirtschaft bei und schafft die Grundlage für Vertrauensbildung und einen dauerhaften Frieden“. Das Dieselabkommen zeige, dass „das Eis tatsächlich begonnen hat zu brechen.“
Allerdings waren darüber nicht alle erfreut. Der amtierende ukrainische Präsident Selenskij verurteilte die Maßnahme wie erwartet, und verschiedene emotional instabile US-Kongressmitglieder schlossen sich ihm an, wobei sie ihre unerschütterliche Unterstützung für einen Krieg bis zum letzten Ukrainer bekräftigten. Ebenso wenig überraschend war die Anwesenheit des britischen Verteidigungsministers Wes Streeting am Donnerstag in Washington. Auf seiner Reise versuchte er, die USA wieder auf Linie zu bringen. Die Unterstützung der Ukraine gegen Russland sei Teil der Wahrung jener besonderen Prinzipien, die die USA und Großbritannien angeblich gemeinsam hätten, behauptete er irreführend, „nachdem wir diese unschöne Scheidung vor 250 Jahren hinter uns gebracht hatten. An der Seite der Ukraine zu stehen, bedeutet nicht, sich zwischen unseren Werten und unseren Eigeninteressen entscheiden zu müssen. Es bedeutet, anzuerkennen, dass beides letztlich untrennbar miteinander verbunden ist.“
Wie sich die Dinge weiterentwickeln werden, ist noch offen. Zwar widersetzt sich die Regierung unter Donald Trump derzeit den antirussischen Kriegstreibern, doch könnte sich die Entwicklung jederzeit in die entgegengesetzte Richtung wenden – möglicherweise durch eine Operation unter falscher Flagge in Europa. Zudem birgt die äußerst instabile Lage in Südwestasien die Gefahr, dass sich ein regionaler Konflikt zu einem weitaus größeren, möglicherweise sogar nuklearen Krieg ausweitet.
Vor allem die Menschen in den westlichen Ländern müssen nicht nur das gescheiterte geopolitische Denken nach dem Grundsatz „Macht schafft Recht“ zurückweisen, wie es Hunderttausende Demonstranten in Frankreich, Spanien, Italien, Brasilien, Argentinien und anderswo in jüngster Zeit deutlich gemacht haben, sondern auch eine neue Ordnung einfordern. Diese muss auf unserem bestmöglichen Verständnis des einzigartigen schöpferischen Potenzials der Menschheit beruhen und der Aufgabe dienen, die unserer wunderbaren Gattung in diesem Universum zukommt.
Helga Zepp-LaRouche hat die Schaffung einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur gefordert. In ihrem Aufruf heißt es: „Die Grundannahme des neuen Paradigmas ist, dass der Mensch grundsätzlich gut ist und fähig, die Kreativität seines Geistes und die Schönheit seiner Seele unendlich zu vervollkommnen, und dass er die am weitesten entwickelte geologische Kraft im Universum ist, was beweist, dass die Gesetzmäßigkeit des Geistes und die des physischen Universums in Übereinstimmung und Kohäsion stehen und dass alles Böse das Ergebnis eines Mangels an Entwicklung ist und daher überwunden werden kann.
Es entsteht eine neue Weltwirtschaftsordnung, an der die große Mehrheit der Länder des globalen Südens beteiligt ist. Die europäischen Nationen und die USA dürfen diese Bemühungen nicht bekämpfen, sondern müssen sich mit den Entwicklungsländern zusammentun, um die nächste Epoche der Entwicklung der menschlichen Gattung zu einer Renaissance der höchsten und edelsten Ausdrucksformen der Kreativität zu gestalten!“
Das ist unsere gemeinsame Aufgabe. „Werden Sie aktiv!“, sagte Zepp-LaRouche am Freitag. „Sitzen Sie nicht untätig zu Hause herum … denn in einem historischen Augenblick wie diesem ist es der Mut einzelner Menschen, der den Unterschied ausmachen kann.“
Inhalt
NEUES PARADIGMA
- Papst und Putin führten ein Telefongespräch
USA UND KANADA
- Trump setzt Sanktionen gegen Russland aus
- Dmitrijew bezeichnet die Aussetzung der Sanktionen als historischen Moment
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Generalstabschef Gerassimow berichtet Putin von russischen Frontfortschritten und der Einrichtung einer Pufferzone
- Britischer Verteidigungsminister in Washington
- UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf saudische Infrastruktur
- US-Heer plant Krieg gegen China innerhalb der Ersten Inselkette