Charles beginnt USA-Besuch – Wo bleibt die Tradition der Amerikanischen Revolution?
Am Montagmorgen, dem 27. April, finden in drei Städten vier Ereignisse von strategischer Tragweite statt, die zusammengenommen als Bericht über den Zustand des Westens gelesen werden sollten.
In Washington trifft König Charles III. zu einem viertägigen Staatsbesuch ein, laut Erklärung des Buckingham-Palasts, um die „historischen Verbindungen und die modernen bilateralen Beziehungen“ zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten zu feiern. Dies am 250. Jahrestag der Amerikanischen Revolution, die diese Verbindungen mit Waffengewalt durchtrennte, um den Grundsatz zu verteidigen, dass „alle Menschen gleich geschaffen sind“!
In New York beginnt im UN-Hauptquartier die 11. Überprüfungskonferenz des Atomwaffen-Sperrvertrags, die knapp einen Monat tagen wird, um zu versuchen, einen Vertrag zu retten, der durch den amerikanisch-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran ausgehöhlt wurde. Die USA sind Unterzeichner des Vertrags, und es wurde nie glaubhaft nachgewiesen, dass der Iran nach einer Atomwaffe strebt.
In Islamabad wird der iranische Außenminister Abbas Araghtschi aus Oman anreisen, um die Konsultationen mit der pakistanischen Führung fortzusetzen, bevor er nach Moskau weiterfliegt. Der Iran hat seine Position klar gemacht, dass es unter dem Druck einer US-Seeblockade keine Verhandlungen geben wird.
Und in Washington, wo der britische König erwartet wird, arbeiten Ermittler am Fall des festgenommenen Cole Tomas Allen, einem Maschinenbauingenieur ohne Vorstrafen, der am Samstagabend versucht hatte, sich den Weg in den Ballsaal freizuschießen, wo der Präsident und Mitglieder seines Kabinetts zu Abend aßen.
Was für ein seltsamer Zufall, der sich am Vorabend einer Rede des britischen Königs vor dem US-Kongress ereignet!
Großbritannien kommt nach Washington, um eine anglo-amerikanische „Sonderbeziehung“ zu feiern, deren Zweck war und ist, dass die Vereinigten Staaten gegen die revolutionären, antiimperialistischen Prinzipien ihrer Gründung handeln. Der jüngste Fall war, die USA in einen Angriffskrieg gegen den Iran hineinzuziehen. Zu den Ergebnissen dieses Krieges nach acht Wochen gehören:
- mehr als eine Milliarde Barrel verlorene Ölproduktion,
- der amerikanische Einsatz von mehr als 1.000 Tomahawks und bis zu 2.000 Luftabwehrraketen, deren Ersatz sechs Jahre dauern wird;
- umfangreiche Schäden an US-Militärstützpunkten im gesamten Persischen Golf durch iranische Angriffe,
- die Ausweitung der Düngemittel- und Nahrungsmittelkrise auf bereits konfliktgeplagte Regionen Afrikas und Asiens, sowie
- der faktische Zusammenbruch des globalen Systems zur Nichtverbreitung von Atomwaffen.
Es mangelt nicht an Stimmen, die sich für einen Dialog der Zivilisationen aussprechen. Helga Zepp-LaRouche gab am Freitagabend – kurz vor Araghtschis Ankunft in Pakistan – ein Interview im pakistanischen Fernsehen und sagte, der einzige Ausweg liege im Aufbau „einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten berücksichtigen muss“. Am 15. April veranstalteten das Schiller-Institut und die Pekinger Akademie für zeitgenössische China- und Weltstudien ein gemeinsames Seminar in Berlin zu eben dem Thema „Globale Governance sowie zivilisatorischer Austausch und gegenseitiges Lernen“. Papst Leo, der am Donnerstag, dem 23. April, von seiner elftägigen apostolischen Afrikareise zurückkehrte, hat die USA und den Iran nachdrücklich aufgefordert, wieder zu verhandeln. Er forderte eine „Kultur des Friedens“ anstelle von Gewalt, wann immer Konflikte entstehen.
Damit diese neue Kultur des Friedens Fuß fassen kann, muss die Welt dafür sorgen, dass die Bürger der Vereinigten Staaten am 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von der imperialen Macht, die Charles III. repräsentiert, entsprechend handeln.
Inhalt
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Araghtschi besucht Maskat und Moskau
- Rohölpreise spiegeln noch nicht alle wirtschaftlichen Folgen wider
- Munitionsmangel und starke Schäden an US-Stützpunkten
- Tokio will sein Gesetz gegen Waffenexporte lockern
USA UND KANADA
- „Karl der Scheißkerl“ beginnt USA-Besuch
- Schüsse beim Korrespondenten-Dinner des Weißen Hauses
- Gesinnungsschnüffelei gegen US-Neubürger und Green-Card-Antragsteller
NEUES PARADIGMA
- Die Definition von „anti-amerikanischen Äußerungen“, die diese „Verteidiger der Heimat“ anwenden, verstößt gegen den Ersten Verfassungszusatz. Damit würde ein Zwei-Klassen-Recht für US-Bürger geschaffen: eines für gebürtige Amerikaner und ein anderes für eingebürgerte.
- Südafrika und Lesotho feiern die Eröffnung der höchsten und längsten Brücke Afrikas
- Deutsches Unternehmen steigt mit neuem Stellarator in das Rennen um Fusionsenergie ein