81 Jahre später: Die Menschheit am Scheideweg
Der 8. Mai im Westen bzw. der 9. Mai in Russland markiert den Jahrestag des Sieges über den Faschismus in Europa im Zweiten Weltkrieg. Obwohl dieses Ereignis für viele heute sehr lange zurückliegt, wurde ein Großteil der heutigen Welt in seiner Folge gestaltet, einschließlich der gegenwärtigen, UNO-zentrierten Ordnung – trotz des Versuchs, ihre Entstehung durch den barbarischen Abwurf der beiden Atombomben zu verhindern. Nationen und Zivilisationen werden oft von geschichtsträchtigen Ereignissen geprägt. In diesem Fall waren die Ereignisse von 1933 bis 1945 gewaltig und einschneidend. Die Prinzipien, auf denen eine neue Welt aufgebaut wurde, wurden tiefgreifend und unwiderruflich an alle künftigen Generationen weitergegeben. Die zentrale Lektion lautet: Man soll daraus lernen, damit die Menschheit diese Schrecken niemals wieder erleben muss.
Doch 81 Jahre später zerfallen die Strukturen dieser Architektur und viele ihrer Kernprinzipien werden ignoriert.
Im Vorfeld des diesjährigen Siegestages kündigte die deutsche Polizei an, dass in der Nähe der Kriegsdenkmäler in Berlin zum Gedenken an den alliierten Sieg von 1945 keine russischen oder sowjetischen Flaggen oder Abzeichen erlaubt sein würden. Ebenso ist das Singen der berühmten sowjetischen Lieder und Märsche verboten. Dies geschieht, während die NATO-Länder und insbesondere Deutschland den größten Militäraufbau seit 1945 vollziehen – gezielt gegen Russland gerichtet. Noch schlimmer ist, dass sie das Wachstum neonazistischer Strömungen innerhalb der Ukraine und in anderen Teilen Europas fördern.
In Südwestasien wurde Israel erlaubt, die Warnung „Nie wieder!“ im Fall von Gaza und Palästina mit Füßen zu treten, indem es einen Völkermord zu verantworten hat, der sich nun auch auf den Libanon ausweitet. Mit ihrem Handeln haben sie ein weiteres der nach dem Zweiten Weltkrieg etablierten unverletzlichen Prinzipien zerstört – und das, während sie militärische Versorgung und Unterstützung von führenden westlichen Nationen erhalten.
Der sich nun in seine zehnte verheerende Woche erstreckende US-israelische Krieg gegen den Iran zeigt die Erosion eines weiteren grundlegenden Prinzips: dass es keine Angriffskriege geben darf. Das endgültige Urteil des Nürnberger Militärtribunals von 1945–49 lautete: „Krieg ist im Wesentlichen ein Übel. Seine Folgen beschränken sich nicht nur auf die kriegführenden Staaten allein, sondern betreffen die ganze Welt. Einen Angriffskrieg zu beginnen, ist daher nicht nur ein internationales Verbrechen, sondern das höchste internationale Verbrechen, welches sich nur durch den Umstand von anderen Kriegsdelikten unterscheidet, dass es das gesamte Übel der ganzen Welt in sich enthält.“ (Hervorhebung hinzugefügt).
Es sollte daher nicht überraschen, dass die Welt angesichts der globalen Amnesie, die in den obigen Beispielen zum Ausdruck kommt, schneller als je zuvor in den letzten 81 Jahren auf einen weiteren Weltkrieg zusteuert. Selbst jetzt droht die Ukraine am 9. Mai, dem russischen Siegestag, Militärschläge auf die Siegesparade in Moskau durchzuführen. Es gibt Berichte, dass sie bereits am Abend des 7. Mai einen ungewöhnlich schweren Angriff auf Moskau gestartet hat. Diese Drohung veranlasste das russische Außenministerium zu der Warnung, dass Moskau im Falle eines Angriffs auf seine Feierlichkeiten mit „einem massiven Raketenschlag auf das Zentrum von Kiew“ reagieren werde.
Die an diesem Tag vor 81 Jahren gestellte Herausforderung bleibt auch heute noch ungelöst, und die Menschheit steht am Scheideweg: Werden wir die Krankheit der imperialen Geopolitik überwinden und stattdessen eine Welt etablieren, die sich gemeinsamen Zielen verschreibt?
Ein erster Durchbruch in diese Richtung ist gerade in Form eines Gesetzentwurfs erfolgt, der am 5. Mai in das US-Repräsentantenhaus eingebracht wurde, um alle Finanzmittel für Präsident Trumps illegalen Krieg gegen den Iran zu stoppen. Bislang haben 18 Kongressabgeordnete ihre Namen hinzugefügt, was darauf hindeutet, dass noch viel Arbeit zu leisten ist. Dennoch ist es ein wichtiger Schritt für einen Kongress, der historisch gesehen seine verfassungsmäßigen Verantwortlichkeiten meist missachtet hat.
Diese Themen werden am 8. Mai Gegenstand der Sitzung der Internationalen Friedenskoalition sein. Schließen Sie sich der Mobilisierung an, um diese Krise zu lösen, bevor es zu spät ist!
Inhalt
STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR
- Demokraten bringen Gesetzentwurf ein, um Finanzmittel für Iran-Krieg zu streichen
- Russland beginnt zweitägigen Waffenstillstand, während Selenskij mit dem Feuer spielt
- Trump bezeichnet neue US-Angriffe auf den Iran als „kleine spielerische Ohrfeige“
- Iran verspottet US-Presseberichterstattung über angeblichen Beinahe-Deal zwischen USA und Iran
- Washington-Post-Analyse: Iran hat weit mehr US-Militäranlagen getroffen als berichtet
NEUES PARADIGMA
- Papst Leo XIV. traf sich mit US-Außenminister Marco Rubio, der auf weitere Beleidigungen verzichtete
- China scheint den Trump-Sanktionen gewachsen zu sein
ZUSAMMENBRECHENDES IMPERIALES SYSTEM
- Saudis und Kuwaitis verweigern Trump Luftraum für „Project Freedom“
- Ein luxemburgischer Abgeordneter wirbt für einen Russland-Besuch anderer Politiker
- Hisbollah-Kommandeur bei erstem israelischen Schlag in Beirut seit dem 8. April getötet
- US-Geheimdienstbeamte sagen, Iranisches Atomprogramm durch Krieg sei kaum beschädigt
- Deutschland schränkt Feier zum Sieg über die Nazis am 9. Mai ein
- Das US-Finanzministerium geht ein weiteres Wagnis ein